Brenner-Gipfel in München: Mehr Güter auf die Schiene bringen

Verkehrsstau, Foto: Manfred Steinbach / Shutterstock.com

Blockabfertigungen wird es weiter geben

(6.2.2018) Vertreter aus Deutschland, Österreich und Italien haben am Montagabend in München darüber beraten, wie die Brenner-Autobahn entlastet werden kann. Dazu wollen die betroffenen Länder und Regionen noch in diesem Jahr mehr Güter auf die Schiene bringen. Die Blockabfertigungen, die zu kilometerlangen Rückstaus nach Bayern führen, wird es weiter geben.

Tirol will Blockabfertigungen früher ankündigen

Zur Entlastung der Brenner-Transitstrecke wollen die betroffenen Länder und Regionen noch in diesem Jahr mehr Güter auf die Schiene bringen. Bis zu einem weiteren Treffen im Mai solle eine Arbeitsgruppe Vorschläge erarbeiten, wie Schienenkapazitäten genutzt und die Verlagerung auf die Bahn gefördert werden könnten, erläuterten die Teilnehmer nach dem ersten Brenner-Gipfel in München am Montagabend. Bei dem erneuten Treffen in Innsbruck sollen die Maßnahmen beschlossen und dann noch dieses Jahr umgesetzt werden.

Die von deutscher Seite kritisierten Blockabfertigungen will Tirol fortsetzen, sie jedoch frühzeitiger ankündigen. Österreich hat den Zustrom mehrfach nach Feiertagen mit Blockabfertigungen gedrosselt und höchstens 300 Lastwagen pro Stunde einreisen lassen. Die Folge waren kilometerlange Rückstaus von Lastwagen in Bayern.

Darum allerdings wurde bei dem Gipfel offensichtlich nicht gestritten. „Wir hatten uns dafür entschieden, nicht Rechtspositionen auszutauschen“, sagte der geschäftsführende Bundesverkehrsminister Christian Schmidt (CSU). Im Vordergrund habe die Frage gestanden, wie „kurzfristig mit vereinten Kräften“ die rollende Landstraße gestärkt werden könne.

In nur „wenigen Wochen“ könnten auf der Rollenden Landstraße der Bahn zusätzliche Kapazitäten geschaffen werden, sagte Österreichs Verkehrsminister Norbert Hofer (FPÖ). Bei Rollenden Landstraßen werden Lastwagen oder Sattelzüge mit der Bahn befördert.

Korridormaut von München nach Verona?

Die Regionen Tirol, Südtirol und Trentino wollen die Strecke über die Alpen auch mit höheren Mautgebühren für den Transitverkehr unattraktiver machen. Sie setzen sich für eine Korridormaut von München nach Verona ein, um die Mautgebühren anzugleichen - und anzuheben. Deutschland blieb hier zurückhaltend. Eine Erhöhung auf einem Streckenpart wäre mit dem deutschen System schwer vereinbar.

30 bis 40 Prozent des Verkehrs an der Brenner-Strecke sei „Umwegeverkehr“, sagte Hofer. „Dieser Verkehr entsteht nur, weil es günstiger ist, über den Brenner zu fahren“ - als über andere Alpenpässe. Und es wurde zuletzt immer mehr: Rund 2,25 Millionen Lastwagen hatten nach Angaben der Autobahn-Gesellschaft Asfinag 2017 die Mautstelle Schönberg an der Brenner-Autobahn passiert, acht Prozent mehr als im Vorjahr. Die Zahl der Pkw stieg um rund fünf Prozent auf 11,6 Millionen. 

(dpa/muenchen.de)

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