Festakt zum neuen Max-Mannheimer-Platz

Eröffnung des Max-Mannheimer-Platzes, Foto: Landeshauptstadt München/Michael Nagy

Würdigung einer großen Münchner Persönlichkeit

(6.2.2018) Mit einem Festakt wurde heute der Platz vor dem NS-Dokumentationszentrum offiziell in Max-Mannheimer-Platz benannt. Zur der Veranstaltung waren unter anderem Oberbürgermeister Dieter Reiter, Alt-OB Hans-Jochen Vogel und der frühere Finanzminister Theo Waigel gekommen. Der Platz erinnert fortan an das Leben und die beeindruckende Persönlichkeit des 2016 verstorbenen Mannheimers.

Holocaust-Überlebender und Zeitzeuge

Max Mannheimer, Foto: dpa

„Ich kann nicht hassen“ – das betonte Max Mannheimer (Foto) immer wieder. Dabei hätte man für kaum jemanden in dieser Hinsicht mehr Verständnis aufgebracht. Die Nazis ermordeten während des Holocausts fast seine komplette Familie, verschleppten ihn selbst nach Dachau und ins Vernichtungslager Auschwitz.

Mannheimer überlebte das Martyrium und zog schließlich mit seiner Frau nach München. Lange konnte und wollte er nicht über das sprechen, was ihm in Zeiten des NS-Regimes angetan wurde. Das änderte sich, als er seine Erinnerungen in Form eines „Späten Tagebuchs“ veröffentlichte.

Er sagte danach oft, dass das Schreiben dieses Buchs für ihn selbst eine „Art Befreiung“ war. Fortan hielt er als Zeitzeuge Vorträge an Schulen und bei Veranstaltungen, bis ins hohe Alter warnte er unermüdlich vor Rassismus und Gewalt gegen vermeintlich Andersartige. Auch als Präsident der Lagergesellschaft Dachau mahnte er stets, dass sich die Schreckensherrschaft der NS-Diktatur nicht wiederholen dürfe.

Platz vor dem NS-Dokumentationszentrum erinnert jetzt an Mannheimer

Max-Mannheimer-Platz, Foto: Landeshauptstadt München/Michael Nagy

Um an diese große Persönlichkeit weiter angemessen zu erinnern, heißt der zuvor unbenannte Platz vor dem NS-Dokumentationszentrum ab sofort „Max-Mannheimer-Platz“. Eine Tafel dort skizziert kurz seinen Lebensweg: „Max Mannheimer (6. Februar 1920 – 23. September 2016), Kaufmann, Künstler, Holocaust-Überlebender, Präsident der Lagergemeinschaft Dachau, Vizepräsident des Internationalen Dachau-Komitees, Mitinitiator des NS-Dokumentationszentrums“.

OB Dieter Reiter würdigte das Vermächtnis Mannheimers: „Mit der Benennung des Platzes vor dem NS-Dokumentationszentrum möchten wir Max Mannheimer ein würdiges und dauerhaftes Andenken in unserer Stadt geben“, so Reiter, auf dessen Initiative hin die Benennung im Oktober 2016 vom Münchner Stadtrat beschlossen worden war. „Der neue Platz ist eine Verbeugung vor seiner Person und seinem einzigartigen gesellschaftlichen Engagement.“

Auch Mannheimers Sohn Ernst erinnerte im Rahmen des Festakts noch einmal an den Lebensweg und die Persönlichkeit seines Vaters. Zum Festakt waren neben den bereits genannten auch Charlotte Knobloch, Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, Schwester Elija Boßler vom Karmel Heilig Blut Dachau und die evangelische Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler gekommen.

Durch den neuen Platz erhält das NS-Dokumentationszentrum auch eine andere Adresse: Statt in der Brienner Straße 34 steht das 2015 eröffnete Gebäude künftig am Max-Mannheimer-Platz 1.

Aufmacherbild oben: Gäste beim Festakt für den Max-Mannheimer-Platz
Foto 1. Absatz: Max Mannheimer
Foto 2. Absatz: Straßenschild vor dem NS-Dokumentationszentrum

 

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