Münchens Märkte

Gemüse auf einem Münchner Markt, Foto: Photopraline

Flanieren und schauen, ratschen, schlemmen und genießen

Das sind die Grundzutaten für das schöne Münchner Lebensgefühl. Wer das erleben möchte, muss einfach nur eine Runde auf einem unserer Märkte drehen, hat dabei aber leider die Qual der Wahl: Es gibt neben vier ständigen Märkten 29 Wochenmärkte und 11 Bauernmärkte sowie drei saisonale Dulten.

Viktualienmarkt

Blick auf den Viktualienmarkt, Foto: Lionman

Die vier größten Münchner Märkte haben normalerweise werktags bis 20 Uhr geöffnet. Der größte und bekannteste ist der Viktualienmarkt. Exotische Obst- und Gemüsesorten, Antipasti, Wildschweinwurst oder Lavendelhonig – hier gibt es alles, was das Genießerherz begehrt. Unsere Tipps: bei Karnoll’s Back- und Kaffeestandl in eine der vielleicht besten, reschesten Brezn Münchens beißen. Einen ultracremigen Cappuccino bei der Kaffeerösterei Viktualienmarkt schlürfen, dazu einen leckeren Florentiner naschen. Oder im Biergarten die Sonne, einen Obazda und eine Maß Bier genießen. Und sich überraschen lassen, welche Brauerei grad im Ausschank ist. 

Noch mehr feste Märkte

Elisabethmarkt, Foto: Photopraline

Weniger Trubel und Sightseeing-Volk findet man auf den drei anderen festen Märkten. Aber auch die haben ihren ganz eigenen Charme: Am Wienermarkt gibt’s frische Lebensmittel und Blumen sowie Delikatessen. Besonders gut schmeckt hier eine Fischsemmel vom Fisch Häusl. Fun Fact zum Brunnen auf dem Marktplatz: Das Brunnenbüberl musste ein paarmal umgestellt werden, damit es den Händlern nicht seinen nackten Hintern entgegenstreckt. 

Obst- und Gemüstestand auf dem Pasinger Viktualienmarkt, Foto: Photopraline

Ganz idyllisch und ruhig liegt der Pasinger Viktualienmarkt in einem Innenhof. Auch hier ist die Auswahl groß. Besonders zu empfehlen: frische Bio-Bauernhoferzeugnisse wie Eier, Fleisch oder Milch am Stand der Herrmannsdorfer Landwerkstätten. Der Elisabethmarkt in Schwabing schließlich, benannt nach Kaiserin Sisi, ist der wohl einzige Markt mit eigenem Graffiti. Hier gibt es unter anderem internationale Delikatessen, zum Beispiel spanische Spezialitäten bei Sancho Panza oder französische Feinkost bei Le Chalet du Fromage.

Wochenmärkte

Egal, in welchem Stadtteil man wohnt: Irgendwo in der Nähe ist bestimmt grad Markttag. Auf den 29 Münchner Wochenmärkten bekommt man so ziemlich alles an Lebensmitteln, was es auch im Supermarkt gibt – nur eben ein bisschen transparenter und frischer. Die Händler verkaufen Eigenerzeugnisse und Produkte aus aller Welt. Auch für die Mittagspause sind die Märkte immer eine gute Anlaufstelle, um sich eine Leberkas- oder Backfischsemmel, ein Hendl oder frisches Obst schmecken zu lassen.

Bauernmärkte

Bauernmarkt in Sendling, Foto: Photopraline

Noch frischere Produkte bekommt man nur auf den 11 Bauernmärkten. Hier gibt es ausschließlich Waren direkt vom Erzeuger, regional und saisonal. Wer wissen will, wo das Fleisch herkommt und wie man es am besten zubereitet, braucht nur zu fragen. Importwaren gibt es hier nicht, dafür viele Leckereien, die man nirgendwo sonst kaufen kann: selbst gebackene Kuchen und Brote, Marmeladen und Pesto nach altem Familienrezept – oder selbst gemachte Wurstwaren. Einer der ersten Märkte dieser Art und immer einen Besuch wert ist der Bauernmarkt auf dem Mariahilfplatz, wo man sich seit 1989 mit Leckereien aus der Region eindecken kann – immer mittwochs bis 13 Uhr.

Die Dulten

Stand auf der Auer Dult, Foto: Lukas Barth

Dreimal im Jahr heißt es in München: Dult ist Kult! Die Märkte mit Event-Charakter und Fahrgeschäften dauern je neun Tage und sind immer extrem gut besucht. Hier liegt der Schwerpunkt nicht auf Lebensmitteln, dafür gibt es so gut wie alles andere. Auf der Maidult kann man sich zum Beispiel wunderbar bei einem Bier auf die Volksfestsaison einstimmen. Auf der Jakobidult im Sommer findet man noch die letzten Accessoires für die Wiesn. Und auf der Kirchweihdult im Herbst gibt’s garantiert warme Hausschuhe für kalte Füße.


Text: Steffi Mayerhanser
Fotos: Lionman (Viktualienmarkt), Lukas Barth (Auer Dult), Photopraline (Bauernmarkt Sendling, Elisabethmarkt, Pasinger Viktualienmarkt)

September 2017

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