Kunst und Kuchen: Die 14 schönsten Münchner Museumscafés

Und nach dem Museum? Auf ins Café! Teil 2

Mehr als 90 kleinere und größere Museen hat München. Viele Häuser lohnen nicht nur wegen der erstklassigen Ausstellungen, sondern auch aufgrund ihrer großartigen Restaurants. Zum Fine Dining oder Business-Lunch ins Museum? Hier sind 14 der schönsten Münchner Museumscafés!

Alte Pinakothek | Café Klenze – Auf einen Tee mit Leo von Klenze

Man kombiniere die großzügige Architektur Leo von Klenzes mit einem Mobiliar, das an einen Teesalon in der englischen Countryside erinnert, und heraus kommt eines der schönsten Museumscafés Deutschlands. Die Plüschsofas laden zum stundenlangen Verweilen ein, nicht nur beim Sonntagsbrunch. Besonders legendär: die Kuchen, die aus dem Victorian House angeliefert werden. Lavendel, Kastanie, Pistazie, Zucchini-Walnuss - wer hier nichts findet, ist selbst schuld. Englandfans werden zu Crumpets oder Scones greifen. Besonders Teetrinker kommen auf ihre Kosten, mehr als 60 Sorten stehen zur Auswahl, von Lapsang Souchong bis Margaret’s Hope aus Darjeeling.

Museum of Urban and Contemporary Art | MURAL – Ceviche meets Graffiti

Wer auf Industrieschick steht, ist im ehemaligen Umspannwerk in der Altstadt genau richtig. Der Name „Mural“ ist Programm: An der Betonwand prangt eine Schildkröte mit Mofahelm mit Star-Bangled-Banner, hinter der Küche sieht man barbusige Damen. Die Mittagskarte ist übersichtlich, aber oho. Der mit Roter Bete und Koriander verfeinerte Lachs des Ceviche zergeht auf der Zunge. Das Rote-Bete-Risotto mit Kräuterseitling hat ebenfalls eine große Fangemeinde. Am Abend wird es noch edler, dann ist Fine Dining angesagt. Nach einem Murals Bellini wartet ein 4- oder 6-Gänge Menü mit asiatisch und südamerikanisch inspirierten Gerichten. Wie wäre es mit Wan Tan mit Miesmuscheln und Aubergine?

Münchner Stadtmuseum | Stadtcafé – der Klassiker am St.-Jakobs-Platz

Seit 25 Jahren sitzt man hier an Nierentischen, auf Bänken mit dunkelrotem Samt oder am geschwungenen Hochtisch im Fifties-Style. Schnappt sich einen altmodischen Zeitungsstock oder guckt sich die wechselnde Kunst an den Wänden an, während man am Pastrami-Sandwich knabbert. Alternativ gönnt man sich eine Pâté de campagne mit zerdrückten Kartoffeln oder etwas von der Tageskarte wie beispielsweise den Süßkartoffelauflauf mit Spinat. Im Stadtcafé gibt es aber auch stinknormale Wiener mit Brot oder typisch münchnerische Gerichte wie Wollwürste mit Kraut. Im Sommer lockt der heimelige Innenhof, eine wahre Oase.

Museum Fünf Kontinente | Café max2 – die Maximilianstraße und die Arkaden

Gebrauchte Teebeutel auf Leinwand? Das ist Kunst und gehört zum Dekor des Café max2. Wer bei schönem Wetter durch das imposante Portal schreitet und Hunger verspürt, sucht sich einen Platz unter den Arkaden und genießt beim Essen den Blick auf die Maximilianstraße. Auch innen sitzt es sich gut, sei es im Foyer oder auf den schwarzen Lederbänken im Café. Die Küche? Exzellent, da schmeckt sogar ein Gemüse wie Rosenkohl – weil es zusammen mit Gnocchi und Hühnerbrust in Senfsoße serviert wird. Während der Woche kommt man wegen des Business-Menüs her, entweder mit Pasta oder einem Hauptgericht wie Kichererbsen-Curry mit Kalbsfleisch und Papadam.

Alpines Museum | Café Isarlust – a gscheide Brotzeit wie auf der Hüttn

Ja, so schmecken die Berge – und das mitten auf der Praterinsel. Beim Vesperteller mit Bergkäse oder Wildpastete vom Wirt der Albert-Link-Hütte am Spitzingsee fühlt man sich im Café Isarlust wie auf der Hüttn. Dazu eine Untergiesinger Erhellung und ein Bergsteigerriegel und die Besteigung der Eiger Nordwand wird zum Klacks. Wenn auch nur als Geschicklichkeitsspiel, während man von der Holzbank mit den roten Filzfleckerln der Isar beim Vorbeirauschen zuschaut. Nachdem es auch in den Bergen heute alldieweil a bisserl Schickimicki zugeht, lässt sich der Besuch im Alpinen Museum mit einem Prosecco und einem Kuchen beschließen. Der übrigens aus dem Ruffini kommt.

Museum Villa Stuck | Käfer Café – Quiche und Trüffeltorte im Künstlergarten

Dekorativ kommt sie daher, die Lachsquiche, auf einem Holzbrett mit Pergamentpapier, mit Salat im Einmachglas. Der Apfelstreuselkuchen vom Blech? Eine Wucht! Auch der Blattspinatsalat mit Quinoa, Granatapfel, Gojibeeren und Pekannüssen sieht phantastisch aus. Und erst die Pariser Trüffeltorte mit dunkler Canache und frischen Himbeeren! Das Café im Foyer ähnelt einem Palmenhaus mit großen, runden Fenstern, abgehangenem Glasdach und üppiger Bepflanzung. Am schönsten aber speist es sich in der Villa Stuck im Künstlergarten mit den Antikenabgüssen und Reliefs. Dort, wo Hausherr Franz von Stuck früher angeblich wilde Feste feierte.

Museum Mensch und Natur | CaféBar Limulus – Nymphenburger Kucheneldorado

Unter pinkfarbenen Lampenschirmen sitzt man im Seitentrakt des Nymphenburger Schlosses wahlweise an der Tafel aus dunklem Holz oder in der Sofaecke am Eingang. Im Hintergrund spielt sanfter Jazz. Ein buntes Kissen im Rücken verspeist man hier gerne ein Stückchen locker-leichten Käsekuchen, frisch aus der Limulus-Bäckerei, auf Sammeltellern serviert. Der Blick bleibt an den dicken, weißen Ofenrohren oder den Kunstwerken an der Wand hängen, die man auch kaufen kann. Warum sich neben dem hervorragenden Kuchen ein Besuch in der CaféBar Limulus lohnt? Mittags gibt’s günstige, saisonale Spezialitäten, Abends Events wie das „Science After Work“ mit feinen Weinen und Tapas.


Text: Alexandra Lattek
Fotos: Lionman, Photopraline, Museum Fünf Kontinente, Cafébar Limulus

November 2017

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