200 Jahre Biergarten

Am 4. Januar jährte sich der offizielle Erlass der Biergartenverordnung von König Max I. Joseph zum 200. Mal. Ein Jubiläum, das 2012 in München mit verschiedenen Aktionen, wie traditionellen Schäfflertänzen in verschiedenen Biergärten und einer Sonderausstellung zum Thema Biergarten im Bier- und Oktoberfestmuseum gefeiert wird.

Im Jahr 2012 dürfen sich Biergartenliebhaber auf ein umfangreiches Jubiläumsprogramm freuen, welches vom Münchner Tourismusamt zusammen mit dem Tourismusverband München-Oberbayern und in Kooperation mit Brauereien, Wirten und Regionen entwickelt wurde und ganz unter dem Motto „200 Jahre Biergarten“ steht. Wenn Sonne und mildere Temperaturen dann Einzug in der Stadt halten, steht Freiluft- und Biergartenfans nichts mehr im Wege, einen der rund 110 Münchner Biergärten zu besuchen und es sich bei einer ausgedehnten bayerischen Brotzeit und einer erfrischenden Maß gut gehen zu lassen. Denn wie schon der bayerische Oberlandesanwalt Martin Bauer vor langer Zeit erkannte: "Biergärten sind wichtige Vollzugsanstalten der bayrischen Trink- und Sozialkultur".

 

Was wäre München ohne seine Biergärten? Das ist ebenso schwer vorzustellen, wie Hamburg ohne den Fischmarkt oder Berlin ohne die Currywurst. In gemütlicher Runde bei einer Maß Bier und einer leckeren Brotzeit beisammen zu sitzen, hat in der Landeshauptstadt eine lange Tradition. Bereits im 16. Jahrhundert sahen sich Münchens Bierbrauer wegen der schlechten Kühlmöglichkeiten der Fässer mit einem großen Problem konfrontiert, schließlich wollte man den Kunden kein ranziges Bier verkaufen.

Um Beschwerden aus dem Weg zu räumen, wurden die Fässer unter der Erde in eigens dafür angelegten Kellern gelagert. Zusätzlich sorgten große, Schatten spendende Kastanien oberhalb der Bierkeller dafür, dass das bayerische Volksgetränk ausreichend gekühlt wurde. Schnell wurden Ausflügler aufmerksam auf die lauschigen Plätze und so begannen die Brauer mit der Zeit, ihr Bier auch an Privatpersonen - statt, wie bis dahin üblich, Fässerweise nur an Wirte - zu verkaufen, und zwar im Brauereigarten unter den schattigen Kastanien. Anfangs nur geduldet, wurden diese wild entstandenen Biergärten am 4. Januar 1812 schließlich von König Max I. Joseph legalisiert – und sind seither ein wahrer Publikumsmagnet für gemütliche Zeitgenossen aus aller Welt.