Nachtspaziergang: Wo München besonders schön leuchtet

Der Königsplatz am Abend, Foto: muenchen.de/Michael Hofmann

Lernt auf 12 Stationen die Stadt bei Nacht kennen

Habt Ihr den Königsplatz schonmal bei Dunkelheit gesehen? Warum Ihr unbedingt mal hin solltet und welche Münchner Orte bei Nacht außerdem noch toll anzusehen sind.

Königsplatz: Nachts im Freilichtmuseum

Glyptothek am Königsplatz bei Nacht

Schon klar, den Geheimtipp des Jahres verraten wir Euch hier nicht. Der Königsplatz ist ein Mekka für Hobbyfotografen. Das ganze Ensemble ist ja auch einfach zu schön - Propyläen, Glyptothek, Staatliche Antikensammlung und Co. sind schon ein paar Bilder wert. Aber nachts ist die Stimmung noch einmal anders und wirklich einmalig. Besonders im Sommer, wenn sich gefühlt halb München auf den Grünflächen oder den Stufen vor den Museen aufhält - aber auch im Herbst oder Winter ist der Anblick Gold wert. Sollte Euch vom Fotografieren der Magen knurren: die Terrasse des Restaurants Ella im Lenbachhaus ist nicht weit weg. Vielleicht warten hier gleich die nächsten Fotomotive auf Euch...

Bilder: So schön ist München bei Nacht

Zwischen Säulen und Fassaden: Max-Joseph-Platz

Max-Joseph-Platz im Regen

Er ist immer ein heißer Anwärter bei der Suche nach Münchens schönstem Platz. Wenn auch Ihr Euer Herz an den Max-Joseph-Platz verloren habt, wisst Ihr sicher, dass er nachts noch schöner anzusehen ist als tagsüber. Stichwort: Beleuchtete Fassade der Bayerischen Staatsoper. Aber der viereckige Platz hat noch mehr zu bieten. Durch die Glasfront des Residenztheaters könnt Ihr wunderbar Promi-Spotting betreiben, und für die Fassaden der Palais und Bürgerhäuser auf der anderen Platzseite kann man schon mal eine Speicherkarte vollknipsen. Weil aber Schönheit nichts wäre ohne Gemütlichkeit, gibt es am Max-Joseph-Platz auch noch schöne Wirtshäuser zum Einkehren, etwa das Spatenhaus an der Oper oder das nur wenige Schritte entfernte Zum Franziskaner.

Prinzregentenstraße: Von hoher Politik bis Theater

Friedensengel in der Nacht beleuchtet, Foto: muenchen.de/Michael Hofmann

In so einer Hütte ist man gern mal Gastgeber: Im Prinz-Carl-Palais am Beginn der Prinzregentenstraße empfängt Bayerns Ministerpräsident wichtige Staatsgäste. Da Ihr aber vermutlich nicht auf der Gästeliste steht, widmen wir uns lieber dem Haus der Kunst mit seiner weltberühmten Eisbachwelle. Auch nachts könnt Ihr hier Surf-Action vom Feinsten sehen. Weiter geht's am Bayerischen Nationalmuseum vorbei über die Luitpoldbrücke. Schnell ein Selfie vor der im Laternenlicht glitzernden Isar gemacht und dann volle Aufmerksamkeit auf den Friedensengel. Gönnt Euch auf der Terrasse eine kurze Verschnaufpause und werft einen Blick zurück auf die bisherige Strecke. Nun folgt auf der rechten Seite das Museum Villa Stuck. Gegenüber ist der Feinschmecker-Tempel Käfer-Schänke nicht zu übersehen - und nach einer Einkehr lohnt sich noch ein Blick auf das Prinzregententheater direkt am Ziel, dem Prinzregentenplatz.

Rund um den Marienplatz: Schönheiten nach Ladenschluss

Der Marienplatz mit Rathaus bei Nacht

Wundert Euch nicht, wenn Ihr nach Ladenschluss über den Marienplatz oder durch die Fußgängerzone spaziert und trotzdem noch unzähligen Leuten begegnet. Die Gebäude sind ja auch nach 20 Uhr noch sehenswert, und ohne die Einkaufstüten und Musikbeschallung aus den Geschäften könnt Ihr die Fassaden auch mal in Ruhe würdigen. Rathaus, Mariensäule, Frauenkirche oder Karlstor kennt Ihr, aber setzt doch mal die Touristenbrille auf - es lohnt sich. Wenn Ihr das perfekte Selfie vor den Türmen der Frauenkirche habt, sucht Euch am besten einen Fensterplatz im Café Glockenspiel und lasst vom fünften Stock aus die Rathaus-Fassade auf Euch wirken.

Maximilianstraße: Rundum-Blick auf das Lichtermeer

Das Maxmonument oder Max-II-Denkmal auf der Maximilianstraße bei Nacht, Foto: muenchen.de/Mark Read

Ein Spaziergang die Maximilianstraße hinab ist ja immer ein Erlebnis. Welche Stars kommen heute aus der Edelboutique? Ist das mit dem Handy am Ohr nicht dieser eine Schauspieler? Am Abend entdeckt Ihr auf der Prachtmeile aber noch viel mehr als Bussi-Bussi und teure Limousinen. Nämlich Architektur, für die Ihr schonmal Euren Instagram-Feed füllen dürft. Vom Max-Joseph-Platz bis zum Maximilianeum jagt ein Highlight das nächste. Etwa das Max-II-Denkmal mitten in der Straße. Hier gibt es einen tollen Blick rüber zum Maximilianeum am anderen Isarufer.  Als Belohnung nach so viel Sightseeing warten im nahen Lehel - das übrigens auch wunderschön ist - urige Kneipen wie das Wirtshaus Tattenbach.

Kirche St. Lukas: Und unten rauscht die Isar

St. Lukas am Abend , Foto: muenchen.de/Michael Hofmann

Den Abendspaziergang am östlichen Isarufer solltet Ihr Euch schon wegen des Hammer-Blicks auf die Kirche St. Lukas nicht entgehen lassen. Die mächtige Kuppel wird nachts perfekt ausgeleuchtet, und vom Wehrsteg oder der Mariannenbrücke aus habt Ihr die besten Blicke und nebenbei noch das Isarrauschen im Ohr. Die Liebesschlösser an den Brücken sind kein Zufall: Die Szenerie ist an Romantik kaum zu überbieten. Wenn Euch der Sinn aber eher nach Unterhaltung steht, zieht doch einfach weiter ins benachbarte Muffatwerk mit dem Club Ampere. Hier finden regelmäßig Konzerte, Lesungen oder Poetry Slams statt. Und im Sommer öffnet hier einer von Münchens lauschigsten Biergärten - natürlich auch abends.

Das etwas andere Wahrzeichen: Deutsches Museum

Das Deutsche Museum bei Nacht, Foto: muenchen.de/Mark Read

Und gleich noch ein Blickfang an der Isar: das Deutsche Museum. Wenn Ihr den Turm noch nicht bei Nacht gesehen habt - holt es nach. Den wohl besten Blick habt Ihr von der Corneliusbrücke aus, die direkt über die Spitze der Museumsinsel führt. Und danach wartet auf Euch die Qual der Wahl in Sachen weiterer Abendplanung: Das Gärtnerplatzviertel mit seinen unzähligen Bars ist nur einen Katzensprung entfernt, und am anderen Isarufer in der Au ist das Angebot kaum geringer. Daher hier nur zwei exemplarische Tipps: wenige Gehminuten von der Corneliusbrücke lohnt das Wirtshaus Burg Pappenheim einen Besuch. In der DJ-Bar Holy Home in der Reichenbachstraße gibt es gute Musik zum Bier.

Der schnellste Weg nach Italien: Ab an den Odeonsplatz

Feldherrnhalle Odeonsplatz, Foto: anshar / Shutterstock.com

Italien-Sehnsucht? Dann kauft Euch ein Ticket für Bahn oder Flugzeug - oder fahrt einfach abends zum Odeonsplatz. Wir wollen den Mythos von der "nördlichsten Stadt Italiens" nicht ständig wiederholen, aber es ist halt was dran. Stichworte: Feldherrnhalle, Theatinerkirche und Residenz, Hofgarten-Tor und Ludwigstraße - tutto bene. Setzt Euch auf die Stufen der Feldherrnhalle, das Piazza-Feeling kommt dann von alleine. Fehlt nur noch der Kaffee, den Ihr im wiedereröffneten Café Tambosi aber schnell bekommt. Nebenan, in der Pfälzer Residenz Weinstube, gibt es hingegen etwas für den Magen: Leckeren Flammkuchen und natürlich guten Wein. Fast schon überflüssig zu erwähnen, dass die Residenz selbst mit ihren Innenhöfen abends ebenfalls absolut malerisch aussieht...

Ludwigstraße: Immer das Tor im Blick

Siegestor bei Nacht, Foto: muenchen.de/Michael Hofmann

Wenn Ihr auf der Ludwigstraße gen Norden spaziert, könnt Ihr das Siegestor gar nicht übersehen. Auch, weil es nachts wunderschön angestrahlt wird. Was "majestätisch" bedeutet, wisst Ihr spätestens jetzt auch ohne Lexikon. Doch die Ludwigstraße hat natürlich noch weitere Asse im Ärmel. Etwa das Hauptgebäude der Ludwig-Maximilians-Universität und die Brunnen am Geschwister-Scholl-Platz und Professor-Huber-Platz. Von hier aus ist es nur ein Katzensprung zum Café an der Uni (CadU), wo Ihr perfekt runterkommen könnt. Das Univiertel rund um die Schelling- und Türkenstraße bietet aber unzählige Alternativen für einen abendlichen Drink. Vom rustikalen Wirtshaus Atzinger bis zur hippen Bar Schall & Rauch ist für jeden Geschmack etwas dabei.

Olympiapark: Scho schee am See

Sommerabend im Olympiapark - Blick auf den Olympiaturm, Foto: Christian Scheiffele

Der Olympiaturm wird zwar nicht das ganze Jahr über beleuchtet - aber wenn es dann soweit ist, solltet Ihr Euch diesen einmaligen Anblick nicht entgehen lassen - zum Beispiel vom gegenüber liegenden Seeufer aus. Wenn Euch vor lauter Nach-Oben-Schauen der Nacken schmerzt, steigt einfach hoch auf den Olympiahügel und gönnt Euch die Totale. Das Olympiastadion mit seinem Dach ist ein Hingucker, und in Richtung Innenstadt seht Ihr mit Fernglas oder gutem Objektiv sogar die Frauenkirche bei Nacht.

Damenbesuch bei Nacht: Die erleuchtete Bavaria

Sommerabend unter der Bavaria, Foto: muenchen.de/Michael Hofmann

Ein Anblick, den Ihr als fleißige Wiesnbesucher natürlich kennt: Die Statue der Bavaria vor der Ruhmeshalle, beide von Scheinwerfern perfekt ausgeleuchtet. Aber warum nicht auch mal hingehen, wenn gerade keine Menschenmassen in Festlaune zu Füßen der "Eisernen Lady" vorbeiströmen? Die Theresienwiese ist schließlich das ganze Jahr über geöffnet und bietet genügend Perspektiven für das perfekte Foto. Zwar ist der Kopf der Bavaria nur bis höchstens 18 Uhr zugänglich, doch zu ihren Füßen sitzt es sich spät bis in die Nacht auch ganz entspannt. Als Tipp für danach sei ein Abstecher zum Wirtshaus am Bavariapark empfohlen - nur wenige Gehminuten entfernt. Direkt ums Eck liegt die Kongress Bar im Design der 50er Jahre. Ansonsten gibt es im benachbarten Stadtteil Schwanthalerhöhe genügend Kneipen, etwa die Gaststätte Bürgerheim.

Raus nach Fröttmaning: Spazieren im Stadionlicht

Allianz Arena rot beleuchtet, Foto: 381219166/Isaac Mok / Shutterstock.com

Bestimmt seid Ihr nachts schonmal auf der A9 an der knallroten Allianz Arena vorbei gefahren. Aber Ihr solltet die Arena auch mal zu Fuß besuchen und Euch direkt davor stellen - selbst wenn der FC Bayern nicht spielt. Wenn Ihr mit der Farbe Rot nichts anfangen könnt: Zu besonderen Anlässen leuchtet die Schüssel auch mal in anderen Farben - etwa grün am St. Patrick's Day. Unser Tipp: Schießt Euer Mega-Foto entweder vom unteren Ende der Esplanade bei der U-Bahnstation oder von der Autobahnbrücke über die A9 aus. Von hier könntet Ihr sogar noch einen Abstecher zum Naherholungsgebiet Fröttmaninger Berg unternehmen.

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