Foto: Thomas Gesell, DAV-Sektionen München & Oberland

Watzmann

Watzmann, Foto: Berchtesgadener Land Tourismus
Foto: Berchtesgadener Land Tourismus

Kaum ein Berg im Berchtesgadener Land ist so bekannt wie der Watzmann. Nicht nur seine Höhe von 2713 Metern, sondern vor allem seine außergewöhnliche Form machen ihn so berühmt. Um den Watzmann ranken sich Sagen und Erzählungen. Und bei Bergsteigern ist er gleichermaßen beliebt und auch gefürchtet. Schließlich gilt er auch als Berchtesgadens Schicksalsberg...

Am Watzmann-Massiv gibt es Touren in allen Schwierigkeiten: Während die Watzmannüberschreitung bergsteigerisches Können, Kondition und Erfahrung erfordert, ist die Tour zum Watzmannhaus eine gute und doch anspruchsvolle Alternative für geübte Wanderer. Mit der Eiskapelle am Fuße der Ostwand beherbergt der Watzmann außerdem das tiefstgelegene ganzjährige Schneefeld der Deutschen Alpen. Von der Wallfahrtskirche Sankt Bartholomä am Königssee führt ein schöner Wanderweg zur Eiskapelle.

Kurzcheck Watzmann

Bergtouren:

  • Von Schönau oder Ramsau bis zum Watzmannhaus: ca. 1200 Höhenmeter, ca. 4,5 Stunden, Voraussetzungen: Trittsicherheit.
  • Watzmannüberschreitung: ca. 2389 Höhenmeter, ca. 12-14 Stunden, nur für wirklich Geübte
     

Besonderheiten:

  • Sportangebote für jede Leistungsstufe
  • Einkehr auf der Stubenalm, Mitterkaseralm und im Watzmannhaus
  • Die Watzmannüberschreitung ist eine der bekanntesten Bergtouren in den Bayerischen Alpen
     

Anfahrt:

  • Mit dem Zug vom Münchner Hauptbahnhof über Salzburg, Klagenfurt oder Freilassing bis Berchtesgaden
  • Mit dem Auto A8 Richtung Salzburg - Ausfahrt Bad Reichenhall.
     

Weitere Infos

  • Entfernung München: ca. 150 Kilometer
  • Höhe NN: 2713 m
  • Gebirge: Berchtesgadener Alpen

 

Wanderung zum Watzmannhaus

Watzmannhaus, Foto: Thomas Gesell, DAV-Sektionen München & Oberland
Foto: Thomas Gesell, DAV-Sektionen München & Oberland

Vom Parkplatz Hammerstiel in Schönau am Königssee folgt der Weg zunächst einer breiten Forststraße zur Schapbach-Alm. Über die Lahneralm folgt die Route weiter der breiten Straße bis zur Materialseilbahn des Watzmannhauses. Ab hier wird der Weg schmaler und geht bei der Forschungsstation des Nationalparks Berchtesgaden in einen Bergsteig über. In zahlreichen Serpentinen überwindet der Steig die Höhenmeter bis zur Falzalm, wo die bisherige Anstrengung schon mit einer Aussicht aufs Watzmannkar belohnt wird. Über Grashänge und eine Felsstufe führt der Weg auf das Falzköpfl, wo in 1930 Metern Höhe das Watzmannhaus und damit das Ziel der Tour steht.

Neben dem Start von Hammerstiel kann man die Wanderung zum Watzmannhaus auch an der Wimbachbrücke in Ramsau beginnen. Beide Varianten führen gut beschildert zur Stubenalm, wo sie sich kreuzen und dann wie oben beschrieben bis zum Watzmannhaus führen.

Nur für Geübte: Die Watzmannüberschreitung

Die anspruchsvolle Überschreitung der drei Haupt-Gipfel des Watzmanns wird im Allgemeinen als die Königstour der Berchtesgadener Alpen bezeichnet. Die Tour richtet sich nur an wirklich erfahrene, absolut trittsichere, schwindelfreie und konditionsstarke Bergsteiger. Man beginnt die Tour ebenfalls über die oben bereits erläuterte Wanderung zum Watzmannhaus. Von hier führt ein alpiner Steig bis zum Hocheck, wo die eigentliche Watzmannüberschreitung auf dem schmalen Grat beginnt. Von der Südspitze erfolgt der Abstieg unmarkiert über teilweise losen Schotter, teilweise über befestigte Wege, aber immer steil bis ins Ende des Wimbachtals. Dort kann man entweder in der Wimbachgrieshütte übernachten oder auch mit Stirnlampe im Dunkeln bis ins Tal marschieren.

Die Watzmannsage

Berchtesgaden mit Watzmann im Winter, Foto: Berchtesgadener Land Tourismus/Wendt
Foto: Berchtesgadener Land Tourismus/Wendt

Um seine ungewöhnliche Form mit der großen und mehreren kleinen Bergspitzen zu erklären, ist rund um den Watzmann eine Sage entstanden: Der Erzählung nach wurde das Berchtesgadener Land einst vom grausamen König Waze oder Wazemann beherrscht, der mit seiner Frau und den Kindern Furcht und Schrecken verbreitete. Als er schließlich eine Bauernfamilie mit seinem Pferd überrante, fluchte die Bäuerin, dass Gott ihn und seine Familie zu Stein verwandeln solle. Darauf hin tat sich die Erde auf, spuckte Feuer und verwandelte den König samt Frau und Kindern zu Stein. Und tatsächlich erscheinen der Watzmann und seine kleineren Bergspitzen von Norden her betrachtet wie eine "Familie". Von links nach rechts sieht man dann die Watzmannfrau (2307m), die Watzmannkinder (alle über 2000m) und den Großen Watzmann. Obwohl es der Sage nach sieben Kinder gab, sind nur fünf als eigenständige Gipfel erkennbar. Auch die Entstehung von Königsee und Obersee wird in der Sage erklärt: In ihnen soll sich das Blut der Königsfamilie gesammelt haben, nachdem diese zu Stein verwandelt wurde.

Als Schicksalsberg auch in Kunst und Kultur bekannt

Im Jahr 1800 schaffte es der erste Bergsteiger, den höchsten Punkt des Watzmanns zu erklimmen. 1868 führte dann der Ramsauer Bergführer Johann Grill erstmalig die Watzmannüberschreitung, also die Überquerung der drei Hauptgipfel, erfolgreich durch. Ebenso berüchtigt wie die Watzmannüberschreitung ist sicherlich die Bezwingung der Ostwand, die mit 1800 Höhenmetern die höchste der Ostalpen ist. Auch hier war Johann Grill der Erste auf dem Gipfel. Doch der Watzmann ließ auch viele Bergsteiger scheitern: Insgesamt sind schon mehr als 100 Menschen beim Versuch, die Gipfel zu bezwingen, umgekommen. Die meisten Opfer forderte die Ostwand. Ihre Länge und die schwierige Orientierung im Fels ließ die Bergsteiger scheitern. Kein Wunder also, dass der Watzmann auch als Berchtesgadener Schicksalsberg bekannt ist.

Auch über den Sport hinweg hat der Watzmann Bekanntheit in Kunst und Kultur erlangt: der Maler Caspar David Friedrich fertigte ein Bild vom Watzmann an und die Sage vom Watzmann ist spätestens seit Wolfgang Ambros' Rustikal "Der Watzmann ruft" in der Popkultur angekommen.

Rodeln rund um den Watzmann

Im Berchtesgadener Land warten Rodelbahnen jeder Schwierigkeit und Länge auf Schneebegeisterte. Bei der Naturrodelbahn Hirscheckblitz in Ramsau und der Rodelbahn Obersalzberg gibt es die Möglichkeit, statt zu Fuß mit der Seilbahn auf den Berg zu kommen. Auf die Spuren der Profi-Rodler kann man sich auf der Kunsteisbahn am Königssee begeben. Im echten Rennbob geht es hier kurvenreich ins Tal.

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