Foto: www.chiemsee-alpenland.de/Makrohaus

Der Chiemsee - das "Bayerische Meer"

Als drittgrößter deutscher See wird der Chiemsee auch "Bayerisches Meer" genannt und trägt den Titel "Lebendiger See des Jahres 2014". Er liegt im Chiemgau, einem der wichtigsten Feriengebiete Bayerns. Erholungsuchende genießen Wasseraktivitäten, fahren mit nostalgischem Schaufelraddampfer, erkunden Moorlandschaften, die Herren- oder Fraueninsel und feiern auf Events wie dem Open Air Festival „Chiemsee Summer".

 

Wasserspaß

Badespaß am Chiemsee, Foto: www.chiemsee-alpenland.de

Der Chiemsee verspricht ein vielfältiges Freizeitangebot. Das kristallklare Wasser des "Bayerischen Meeres" lockt viele Wasserratten an: baden, segeln, surfen, Floß oder Kajak fahren, paddeln und natürlich schwimmen, aber so richtig. Wer von Insel zu Insel schwimmen möchte, braucht Kraft und Erfahrung. Die längste Strecke führt von der Fraueninsel zum Ostufer des Chiemsees. Satte acht Kilometer sind von den Athleten zu meistern. Entspannter geht es beim Baden zu. Die weitesten Bereiche des Ufers sind frei zugänglich. In kleinen Buchten und an den Strandbädern sonnen und erholen sich Besucher ungestört. FKK-Baden ist zum Beispiel am Feldwieser Winkel möglich. Der Strand ist kostenpflichtig und bietet neben der großen Liegewiese auch ein Volleyball-Feld, Toiletten und Duschen. Wer gern Boot fährt, sollte wissen, dass auf dem Chiemsee nur Ruder-, Tret-, Elektro- und Segelboote erlaubt sind. So sollen Natur und Tiere nicht unnötig gestört werden. Ausgenommen davon sind die Fischer, die Wasserwacht und die großen Schiffe, die zu den Inseln fahren.

Bewegung - Aktiv im Sommer wie Winter

Radeln am Chiemsee, Foto: www.chiemsee-alpenland.de

Am Chiemsee nutzen Bewegungsfreudige abwechslungsreiche Aktivitäten in der Natur - vom Reiten, Skateboarden, Wandern, Klettern, Golfen bis zum Radeln. Auf der rund 60 Kilometer langen Strecke um den See genießen Radfahrer einen freien Blick auf die Berge und das Chiemgau. In vielen Städten bieten Fahrradverleihe ihre Dienste an, sodass man seinen eigenen Drahtesel getrost für eine Tour am Chiemsee zu Hause lassen kann. Wer es gemütlich mag, steigt in eine Kutsche oder Planwagen um. In Bernau und Gstadt warten verschiedene Möglichkeiten für eine nostalgische Fahrt. Kletterfreunde werden in Reit im Winkl fündig. Seit 2013 steht dort in einer Schlucht ein 400 Meter langer Klettersteig zur Verfügung. Begehbar ist er je nach Wetterlage im Frühling, Sommer und Herbst. Im Winter betreiben Besucher am Chiemsee gern Langlauf, Schneeschuhwandern, Eislaufen oder Rodeln.

Die Herreninsel: Auf den Spuren des Märchenkönigs

Schloss Herrenchiemsee, Foto: Priener Tourismus GmbH/Paul Mayall

Einer der zugkräftigsten Touristen-Magnete am Chiemsee ist die Insel Herrenchiemsee - auch Herreninsel genannt. Sie war bis zur Säkularisation mehrere Jahrhunderte im Besitz des Klosters Herrenchiemsee. 1873 kaufte sie König Ludwig II. für 350.000 Gulden und rettete sie vor dem Abholzen durch baden-württembergische Holzfäller. Die Flotte der Chiemsee Schifffahrt steuert die Herreninsel ganzjährig von Gstadt und Prien an, in der Sommersaison auch von anderen Orten. Auf der autofreien Insel kommt man am besten mit der Kutsche voran.

Als Sehenswürdigkeit auf der Herreninsel lockt vor allem Schloss Herrenchiemsee. Als Vorbild galt Schloss Versailles. Besucher schlendern durch Ludwigs II. Prunkräume, den Park mit Wasserspielen, die Gemäldegalerie und den Biergarten des Schlosshotels. Das als "Altes Schloss Herrenchiemsee" bekannte frühere Chorherrenstift (Kloster Herrenchiemsee) schrieb 1948 Geschichte. Hier tagte der Verfassungskonvent und erarbeitete einen ersten Entwurf des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland für den Parlamentarischen Rat.

Die Fraueninsel: Wallfahrtsort und Künstlerkolonie

Kloster Frauenwörth

Die viel kleinere, mit circa 300 Einwohnern dicht besiedelte, Insel Frauenchiemsee wird im Volksmund Fraueninsel genannt. Auch sie wird ganzjährig angefahren. Für einen Ausflug lädt das 782 von Herzog Tassilo III. gegründete Kloster Frauenwörth ein. Es war der Wallfahrtsort der seligen Irmengard von Chiemsee, der Schutzpatronin des Chiemgaus. Bis heute leben hier Nonnen. Sie verkaufen im Klosterladen selbst hergestelltes Marzipan und Liköre. Ihr Wohnsitz, das Inselmünster, wurde auf karolingischen Fundamenten errichtet. Der frei stehende Glockenturm ist eines der Wahrzeichen des Chiemgaus.
Ein anderes Highlight auf Frauenchiemsee ist die karolingische Torhalle des Klosters. Es stammt aus der Frühzeit und besteht aus einem rechteckigen Gebäude aus Tuffstein. Hier ist ein Museum mit Galerie zu den Chiemseemalern untergebracht. Wer mehr über die Künstler entdecken möchte, die in der 1820 gegründete Chiemseer Künstlerkolonie lebten und wirkten, wird hier fündig.

Schaufelraddampfer und Schifffahrt

Über das „Bayerische Meer“ gleitet nun seit über 100 Jahren die Flotte der Chiemsee Schifffahrt. Sie verbindet an 365 Tagen im Jahr das Festland mit der Herren- und Fraueninsel. Die Flotte besteht aus 14 Schiffen, auf die jeweils 25 bis 350 Personen passen. Begehrt ist vor allem ein Platz auf dem nostalgischen Schaufelraddampfer aus dem Jahr 1926. Auf dem Schiff mit dem Namen "Ludwig Fessler" fühlt man sich wie zu König Ludwigs II. Zeiten. 1995 wurde der Raddampfer aufwendig renoviert und bietet 3 Decks, 3 Sonnendecks, einen Salon und nostalgische Bar im Bug.

Sommerpartys, Events, Ausflüge

Chiemsee mit Blick auf die Kampenwand, Foto: Priener Tourismus GmbH/Christina Senega

Nicht nur die Inseln am Chiemsee sind ideal für einen Ausflug. Nicht weit ist es bis zu den Chiemgauer Alpen. Hier stehen Berge wie der Geigelstein oder die Kampenwand. Letzterer lädt im Sommer zum Klettern, Wandern oder Drachenfliegen ein. Für Kinder dürfte der Freizeitpark Ruhpolding ein Highlight sein. Fünf Hektar rufen zu jeder Menge Abenteuer- und Spiellust auf. Für die gesamte Familie lohnt sich ein Tagesausflug nach Prien. Dort zieht es viele ins Prienavera. Das Erlebnisbad belohnt mit erholsamem Innen- und Außenbereich zwischen tropischen Gewächsen und Unterwasserklängen.

Der Chiemsee Summer bietet an fünf Tagen fünf Bühnen mit sommerlichen Musikklängen., Foto: Chiemsee Summer

Kultur und Lifestyle finden Jung und Alt am Chiemsee. Auf der Herreninsel zum Beispiel finden jedes Jahr von Juni bis August die Opernfestspiele auf Gut Immling statt. Dort erwartet Besucher ein altehrwürdiger Festspielort. Bunt und fantasievoll ist das Heißluftballon-Spektakel in Inzell. Jedes Jahr im Januar kommen Ballonteams aus den Niederlanden und verschönern den Himmel. Die "Inzeller Ballonwoche" präsentiert vor einer schneebedeckten Chiemgauer Winterkulisse einen wahren Augenschmaus. Ein weiterer Höhepunkt ist der "Chiemsee Summer". Das Musikfestival findet jedes Jahr Mitte August in Übersee am Chiemsee statt und zählt unter anderem zu den größten Open Air Fstivals Europas. Neben Konzerten und der Begegnung mit anderen Festival-Gästen gibt es unter anderem einen Bus, der die Musikfans zum Strandbad Feldwies bringt und so zu einem erfrischenden Bad verhilft.

Moorheilbad und Moorlandschaft

Eine Wanderung in die Moorlandschaft nahe dem Chiemsee ist aufregend, denn die Natur offenbart sich von einer anderen Seite. Vor allem im Süden und Norden erstrecken sich Moorgebiete. Ein Highlight ist die Eggstätt-Hemhofer Seenplatte. Die unangetastete Landschaft verteilt sich hier auf 17 Seen mit seltenen Pflanzen und Tieren. Naturliebhaber können zum Beispiel 50 von 70 in Bayern bekannten Libellenarten beobachten. Für Kinder findet sich im Norden die "Sterntaler Filzn", welche Teil der Rosenheimer Stammbeckenmoore ist, einem der größten Moorkomplexe in Europa. In der fantasievollen Moorlandschaft entdecken Kinder einen überhaupt nicht langweiligen Lebensraum. Für Erwachsene lockt Bayerns ältestes Moorheilbad, Bad Aibling.

Wasserqualität: "Lebendiger See des Jahres 2014"

2014 erhielt der Chiemsee den Titel „Lebendiger See des Jahres“. Vergeben wurde er anlässlich des Weltwassertags am 22.3.2014 von der Umweltschutzorganisation Global Nature Fund (GNF). Diese entschied, dass der größte See Bayerns ein wichtiges Rückzugsgebiet für bedrohte Wasser- und Watvogelarten sei. Seit 1954 steht er deswegen unter Naturschutz. Seine Größe von rund 80 Quadratkilometern brachte dem Chiemsee den Spitznamen „Bayerisches Meer" ein. Ein anderer Grund dafür ist der Wechsel der Gezeiten, die man hier wie am Meer erlebt. Der See misst einen Umfang von 63,96 Kilometern. Dazu kommen die Inseln Herrenchiemsee, Frauenchiemsee, die Krautinsel und die gemeindefreie Insel Schalch. Letztere hat eine Fläche von gerade mal 22 Quadratmetern und wurde künstlich angelegt. Die Qualität des Wassers hat sich seit Jahren verbessert und ist inzwischen sehr gut. Seit 1989 werden die Abwässer der Umgebung nicht mehr in den Chiemsee abgeführt, sondern in die umliegende Kanalisation. Mit einer Tiefe von 73,4 Metern lockt der Chiemsee im Sommer mit kristallklarem Wasser und Temperaturen zwischen 20 bis 23 Grad.

Geschichte des Chiemsee

Der Chiemsee, Foto: Priener Tourismus GmbH/Paul Mayall

Der See, die Gemeinde Chieming und das Chiemgau wurden vermutlich nach einem Grafen namens Chiemo benannt. Ursprünglich war der Chiemsee fast dreimal so groß. Wegen der gewaltigen Schwebstoff- und Geschiebefrachten der Hauptzuflüsse verkleinerte er sich allmählich. 1904 wurde zusätzlich der Wasserspiegel für die Landgewinnung künstlich um einen Meter abgesenkt. Damit Düngerrückstände und die Abwässer den See nicht weiter verschmutzten, eröffnete man 1989 die Ringkanalisation um den Chiemsee. Inzwischen hat das Seewasser wieder eine hervorragende Qualität.

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2 Bewertungen zu Chiemsee

5
2 Bewertungen
  • von am

    Ein wunderschöner See mit vielen Badestellen. Auch eine Dampferfahrt zur Fraueninsel oder Herrenchiemsee eignet sich super für einen Tagesausflug.

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