Panzernashorn-Baby gestorben
Der kleine Panzernashorn-Bulle, der am 22. September in Hellabrunn zur Welt kam, ist gestorben. Er wurde nur drei Tage alt.
Zunächst sah alles nach einem doppelten Feiertag für die bedrohte Tierart aus, denn der 22. September ist gleichzeitig der „Internationale Tag des Nashorns“. Nach einer komplikationslosen Geburt waren Mutter und Kind wohlauf. Das ca. 50 Kilogramm schwere Jungtier begann sofort bei seiner Mutter zu trinken und seine Umgebung zu entdecken.
Im Laufe des Montags verschlechterte sich sein Zustand allerdings: Das kleine Rhinozeros schlief ungewöhnlich viel und war ansonsten auch sehr schwach auf den Beinen. Aus diesem Grund entschieden die Tierärzte, Mutter und Kind zu trennen und den Kleinen unter einer Wärmelampe intensiv zu überwachen. Er bekam Medikamente zur Stabilisierung der Herz-, Kreislauf- und Lungenfunktion. Die Blutuntersuchungen lieferten keine klaren Ergebnisse, doch der Zustand des Nashornbabys stabilisierte sich zum Abend hin. In den frühen Morgenstunden kam es dennoch zum Herzstillstand.
„Trotz intensiver Behandlung konnten wir als Tierärzte und Tierpfleger das Nashornbaby nicht retten“, bedauert der Zoodirektor Dr. Andreas Knieriem. „Hellabrunn hat in diesem Jahr bereits einen Babyboom erleben dürfen, aber gerade auf dieses, genetisch sehr wertvolle, und vom Aussterben bedrohte Tier haben wir uns besonders gefreut und sind nun sehr traurig, dass es der kleine Bulle nicht geschafft hat.“
Daher soll Rapti mit Niko (24) erneut für Nachwuchs sorgen, auch wenn sie vor acht Jahren bereits eine Totgeburt hatte. Die Überlebenschancen bei Erstgeburten sind eher gering. Toi, toi, toi! Denn die Art ist in ihrem Bestand trotz erfolgreicher Schutzmaßnahmen weiterhin stark gefährdet.
Population erholt sich langsam
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts waren Panzernashörner in freier Wildbahn ein sehr seltener Anblick. Der koloniale Jagdtourismus hatte die Art auf 200 Exemplare reduziert. Inzwischen hat sie sich erholt, gilt mit 2.800 Tieren aber immer noch als gefährdet. Ein großes Problem beim Artenschutz ist die Wilderei, da dem Horn in der Traditionellen Chinesischen Medizin Heilkräfte zugesprochen werden.
Die kapitalen Tiere mit den charakteristischen großen Hautfalten, die dem Panzernashorn seinen Namen eingebracht haben, leben heute vornehmlich auf dem indischen Subkontinent. Es ist das größte der drei asiatischen Nashornarten und kann ein Gewicht von bis zu drei Tonnen erreichen. Es ernährt sich rein vegetarisch und verzehrt rund 150 Kilogramm Gräser, Blätter, Rinden und Früchte pro Tag.
16 Monate Schwangerschaft
Die Panzernashorn-Damen bringen nach einer Tragezeit von 16 Monaten nur ein Kalb zur Welt, das sie bis zu anderthalb Jahren säugen und bis zum dritten Lebensjahr umsorgen.