Unterwegs auf den Spuren der Könige

Schloss Nymphenburg
Nicht nur bei Schwänen beliebt: Schloss Nymphenburg zählt zu den bekanntesten Königsschlössern Deutschlands.

Auf 10 Stationen das Erbe der Könige entdecken

Bayerische Könige wie Ludwig II. haben München nachhaltig geprägt. Wie sich die Herrscher hier verewigt haben und wo man ihr Erbe auch heute noch hautnah sehen und erleben kann – wir haben 10 Stationen zusammengestellt.

Schloss Nymphenburg – Wo die Könige „urlaubten“

Schloss Nymphenburg innen
Schloss Nymphenburg zieht jährlich Millionen Besucher an.

Das Schloss Nymphenburg wurde als Sommerresidenz der bayerischen Kurfürsten und Könige erbaut. Die Nachfahren von Kurfürst Ferdinand Maria bauten fleißig weiter, so dass im Verlauf von 100 Jahren eine riesige Anlage mit Park und Parkburgen entstand. Aber auch ein Abstecher nach Drinnen lohnt sich. Der über drei Geschosse reichende Steinerne Saal und die Schönheitengalerie von König Ludwig I. sind ein Muss für jeden Besucher. Einen Blick in das Geburtszimmer König Ludwigs II. gibt es beim Rundgang dazu. Wer noch mehr über „Kini“ erfahren möchte, besucht am Besten das Marstallmuseum. Dort werden kostbare Exponate des Märchenkönigs ausgestellt.

Schloss Schleißheim - Der Ausflug ins Umland

Schloss Schleißheim
Auch von Außen ist das neue Schloss in Schleißheim sehenswert.

Auch im Münchner Umland haben die Könige Spuren hinterlassen. Nach dem Vorbild von Versailles wollte Kurfürst Max Emanuel im nahegelegenen Schleißheim eine neue Residenz entstehen lassen. Von der ursprünglich geplanten monumentalen Anlage ist zwar nur der Hauptflügel realisiert worden. Trotzdem entstand eines der schönsten Barockschlösser in Bayern. Zur Innenausstattung gehören unter anderem die großzügige Treppe, die mit dem Großen Saal ein einzigartiges Barockkunstwerk bildet, oder auch der Viktoriensaal sowie die Kammerkapelle der Kurfürstin. In den Galerieräumen prangen Meisterwerke der europäischen Barockmalerei. Zum Schlossbesuch gehört natürlich der Spaziergang durch den Hofgarten an Hecken, Wasserflächen und Fontänen vorbei. Fehlt eigentlich nur noch die Krone, damit man sich wie ein echter König fühlt.

Ludwigstraße und Siegestor - Größe und Eleganz

Das Siegestor in München auf der Leopoldstraße bei Nacht, Foto: haraldmuc / Shutterstock.com
Auch Nachts ein toller Anblick: Das Siegestor

Die Ludwigstraße - unendliche Weiten. So kommt es dem Flaneur zumindest vor, und genau das war auch die Idee Königs Ludwigs I. Er beauftragte seinen Architekten Leo von Klenze damit, eine Prachtstraße zu errichten, die die ganze Welt von der Größe des bayerischen Königtums überzeugen sollte. Das ist gelungen: Vom Odeonsplatz im Süden bis zum Siegestor im Norden bietet die Ludwigstraße vieles von dem, worum man München in der ganzen Welt beneidet. Im Süden geht es pompös zu, im Norden wird das Flair lockerer und studentischer. Schließlich steht dort das Hauptgebäude der Ludwig-Maximilians-Universität. Das einst dem Sieg geweihte Siegestor ist heute zwar ein Mahnmal für den Frieden. Ein Blickfang ist es aber geblieben – besonders in der Nacht, wenn es beleuchtet ist.

Münchner Residenz – eine Reise durch die Wittelsbacher-Geschichte

Königliche Pracht, wohin man blickt: Skulptur im Brunnenhof der Residenz

Hier ist die Geschichte der Wittelsbacher förmlich mit Händen zu greifen: die Residenz , Deutschlands größtes Innenstadtschloss, entwickelte sich über fünf Jahrhunderte zum Wohn- und Regierungssitz der Herrscher. Prunk- und Prachträume zeigen dem Besucher, wie die Monarchen gelebt haben. Und sie erzählen auch die persönlichen Schicksale der bayerischen Herzöge und Könige. Allein von außen ist das Gebäude schon imposant, wie ein Blick vom Max-Joseph-Platz aus verrät. Noch imposanter ist sie aber von innen. Mit dem Antiquarium, dem Cuvilliés-Theater, der Schatzkammer mit den bayerischen Kronjuweilen oder dem klassizistischen Königsbau jagt dort ein Highlight das nächste.

Der Hofgarten – auch ein König braucht mal eine Pause

Der Dianatempel im Hofgarten der Residenz , Foto: Lukas Fleischmann
Der Hofgarten ist bei den Münchner ganzjährig beliebt.

Flanieren wie zu Königs Zeiten kann man im Hofgarten. Die direkt am Odeonsplatz und der Residenz gelegene barocke Parkanlage wurde 1617 im Auftrag Maximilian I. im italienischen Stil angelegt. Im Zentrum des ehemals noch üppiger ausgestatteten Renaissancegartens thront der Dianatempel, der durch seine acht Eingangsbögen die Aufteilung der Gartenfläche bestimmt. Große Kunst gibt es im Arkadengang zu bewundern. Hier zeigen unterschiedliche Wandmalereien die Geschichte des Hauses Wittelsbach. Der Hofgarten mit all seinen Blumenbeeten und Brunnen ist eine Ruheoase mitten in der Großstadt. Und wenn man auf einer Bank Platz nimmt, kann man sich auch richtig gut vorstellen, wie sich die Könige hier eine kurze Auszeit genommen haben.

Denkmäler der Herrscher – Näher kommt man den Königen nicht

Impressionen vom Odeonsplatz und Hofgarten, Foto: Katy Spichal
Das monumentale Standbild für Ludwig I. steht direkt am Odeonsplatz.

Wer durch München flaniert stellt fest, dass es jede Menge Denkmäler oder Skulpturen zu Ehren großer Könige gibt. Einige der Herrscher sind dabei auf einem Pferd zu finden. König Ludwig I. etwa sitzt auf seinem Reiterstandbild am Odeonsplatz fest im Sattel. Nicht hoch zu Ross, aber auf einem fünf Meter hohen Podest aus Granit thront Maximilian II.. Das Maxmonument blickt majestätisch auf die Maximiliansstraße. Etwas versteckt in den Maximiliansanlagen findet man das Bronzestandbild von König Ludwig II. Der „Kini“ ist darüber hinaus auch noch mit einer Büste auf dem Balkon der Corneliusbrücke verewigt.

Maximilianstraße – Eine eigene Straße für den König

Maximilianeum im Winter , Foto: Lukas Fleischmann
Das Maximilianeum bildet den prächtigen Abschluss der Maximilianstraße.

Wer hätte nicht gerne eine Prachtstraße, die den eigenen Namen trägt? Max II. ließ die Maximilianstraße auf eigene Kosten anlegen - und bewies dabei Stil. Im 19. Jahrhundert beauftragte der König den Architekten Friedrich Bürklein mit dem Projekt. Dieser führte die Straße schnurstracks vom Max-Joseph-Platz bis zum Maximilianeum, dem Sitz des bayerischen Landtags und selbst ein beeindruckender Prachtbau aus Gold- und Rottönen. Heute ist die Maximilianstraße eine der exklusivsten Einkaufsmeilen Deutschlands, doch finden sich zwischen den edlen Boutiquen und Hotels auch viele Grünanlagen. An König Max II erinnert das Maxmonument auf einer Verkehrsinsel in der Straßenmitte.

Platz da – Hier kommt der König

Die Glyptothek auf dem Königsplatz, Foto: Katy Spichal
Die Glyptothek auf dem Königsplatz

Die Könige haben sich in München nicht nur Straßen erbauen lassen. Der Königsplatz trägt seinen Namen nicht zufällig. Schließlich schob Ludwig I. im 19. Jahrhundert das Projekt an. Leo von Klenze errichtete eine klassizistische Wunderwelt, in der man bis heute den Geist der Antike spürt - wo aber auch besonders im Sommer modernes Lebensgefühl herrscht. Zwischen Glyptothek, Antikensammlung und Propyläen sonnen sich Menschen auf der Wiese. Ein weiteres Prachtstück von einem Platz ist der Wittelsbacherplatz. Hier thront seit 1839 Maximilian I. auf einem Reiterdenkmal. Zwischen Stadtpalais und Siemens-Zentrale trifft man Architekturliebhaber und Sonnenanbeter. Nur Könige laufen dort nicht mehr herum.

Neuschwanstein - das Märchenschloss schlechthin

Schloss Neuschwanstein im Herbst, Foto: Bayerische Schlösserverwaltung
Idyllisch gelegen: Schloss Neuschwanstein

Kein Wunder, dass pro Jahr weit über eine Million Besucher aus aller Welt in die Nähe von Hohenschwangau fahren. Das vom "Kini" Ludwig II. erbaute Schloss Neuschwanstein verkörpert royale Pracht wie kaum ein zweiter Bau. Wer sich durch die Gemächer des Märchenschlosses führen lässt, kann im Luxus schwelgen und fühlt sich zurückversetzt in das 19. Jahrhundert. Auch wenn es in München selbst genügend royale Baudenkmäler zu bewundern gibt - ein Ausflug nach Neuschwanstein ist ein Muss für alle, die sich auf Spuren der Könige begeben wollen.

Starnberger See – Anziehungskraft für Könige

Die Roseninsel im Starnberger See
Die romantische Roseninsel im Starnberger See

Geradezu von Mythen umrankt ist der Starnberger See spätestens seit dem Tod König Ludwigs II. Bereits im 17. und 18. Jahrhundert übte er auf den Münchner Hof besondere Anziehungskraft aus. Und noch heute kann man auf royalen Spuren wandeln. Ein besonderes Schmuckstück ist der Park Feldafing und die Roseninsel. Die wurde nach dem Tod Maximilians II. zu einem der Lieblingsorte seines Sohns Ludwigs II. Hier traf sich der „Kini“ unter anderem mit Kaiserin Elisabeth von Österreich, der russischen Zarin Maria Alexandrowna und Richard Wagner. Auf der Ostseite des Starnberger Sees erinnern eine Votivkirche und ein Gedenkkreuz an den verstorbenen „Kini“.

Mehr zum Thema und weitere Freizeittipps

Top