Die besten Tipps für Münchner Pilzsammler

Pilze im Verkauf am Viktualienmarkt, Foto: muenchen.de/Katy Spichal

Im Schwammerl-Fieber: Tipps für Münchner Pilzsammler

Leckerer Steinpilz oder ungenießbarer Gallenröhrling? Pilze sammeln rund um München macht nicht nur erfahrenen Sammlern, sondern auch Neulingen Spaß. Damit die nächste Schwammerl-Tour ein voller Erfolg wird, haben wir hier die wichtigsten Infos zusammengefasst.

Wann ist Pilz-Saison?

Forstenrieder Park: Sonne, Bäume und Moos, Foto: Dominik Zientek
Sonne, Feuchtigkeit und Waldluft: Die perfekte Mischung für leckere Schwammerl

Die Hauptzeit haben die Schwammerl im Spätsommer und Herbst. Besonders September und Oktober gelten als perfekte Zeit, um möglichst viele leckere Pilze zu sammeln. Aber auch im Frühjahr lassen sich spezielle Speisepilze sammeln.

Doch nicht nur die Jahreszeit ist entscheidend, auch das Wetter spielt eine sehr große Rolle für das Wachstum der Pilze. Feuchtigkeit und Wärme, also eine Mischung aus Sonne und Regen lässt die Pilze in Massen sprießen, längere Kälteperioden unter 25 Grad sind wachstumshemmend. Optimal ist also ein warmer, sonniger Spätsommertag, nachdem es die vorherigen Tage immer mal wieder geregnet hat.

Wo kann man sich über Pilze informieren?

Eine gut sortierte Bibliothek hat zahlreiche Pilzbücher im Angebot

Vor dem Sammeln sollte man sich unbedingt über das Aussehen der heimischen Pilze informieren. Denn so ziemlich alle Speisepilze haben böse Doppelgänger, die nach dem Verzehr von leichten Magenschmerzen bis zu schweren Vergiftungen führen können. Ein gutes Pilzbuch, das alle heimischen Schwammerl genau abbildet, gehört deswegen zur Grundausstattung eines Sammlers. Noch praktischer sind Apps für das Smartphone, die oft auch passende Bilder von allen Seiten beinhalten. Achten sollte man darauf, dass die App auch offline nutzbar ist - in den Wäldern rund um München muss man oft auf Highspeed-Netz verzichten.

Wichtig: Für Anfänger sind diese Hilfsmittel nur zur Erstbestimmung gedacht. Sie helfen zu entscheiden, ob man diesen Pilz mitnehmen sollte oder nicht. Sie sind jedoch kein Ersatz für einen Experten, der nach dem Sammeln die Pilze unbedingt ansehen und bestimmen sollte.

Wo gibt's um München die besten Pilze?

Ebersberger Forst im Landkreis Ebersberg, Foto: Landratsamt Ebersberg
Erfolgreich im Ebersberger Forst: Auch Wildschweine lieben leckere Pilze

Bestens gewappnet mit Bestimmungsbuch oder -App, Pilzkorb und Messer kann es auch schon losgehen. Aber wohin eigentlich?

Klar ist: Pilzsammler verraten ungern ihre Plätze. Deswegen ist es auch nicht böse gemeint, wenn ein Experte auf die Frage, wo er denn seine Pilze findet, leicht gereizt "Viktualienmarkt" in sich hineinbrummelt. Wir verraten dennoch einige pilzträchtige Areale in und um München. Der Ebersberger, Hofoldinger oder Perlacher Forst sowie der Forstenrieder Park sind gute Anlaufstellen. Zwar haben die unterschiedlichen Pilze jeweils ihr Lieblingsareal, sind jedoch auch "flexibel". So wächst eine Eichenrotkappe zwar gerne unter Eichen, ist aber auch oft unter Buchen zu finden. Trotzdem sollte man sich Fichten-Areale genauer ansehen, hier wächst sehr oft der leckere und beliebte Steinpilz. Generell gilt: Überall dort, wo der Boden nicht zu bewachsen ist, lassen sich leckere Schwammerl finden.

Geheimtipp: Fundorte, die mehrere Pilze auf einmal beherbergt haben, sollten nach ein paar Tagen noch einmal aufgesucht werden. Denn das Myzel eines Pilzes bildet oft mehrere Fruchtkörper, die teilweise innerhalb weniger Stunden neue Pilze aus den Boden schießen lassen.

Auf welche Pilze sollte man sich konzentrieren?

Steinpilz im Wald, Foto: Strobilomyces / Wikipeda (CC BA-SA 3.0)
Der Steinpilz ist ein Klassiker unter den Speisepilzen

Von ca. 8.000 Pilzarten in Bayern sind nur 100 auf der Liste der empfohlenen Speisepilze - darunter der beliebte Steinpilz. Dieser eignet sich aus zwei Gründen besonders für Einsteiger: Zum einen ist er bei gutem Wetter häufig zu finden, zum anderen ist er gut zu erkennen und hat nur einen ungenießbaren Gegenspieler, der ihm ähnlich sieht. Der Gallenröhrling ist zwar nicht giftig, kann aber mit seinem bitteren Geschmack Magen-Darm-Probleme auslösen. Außer dem Steinpilz lassen sich im Spätsommer auch verschiedene Champignon-Arten, Rotkappen, Röhrlinge oder die relativ seltenen Pfifferlinge sammeln.

Wichtig: Anfänger sollten den Pilz immer herausdrehen oder vorsichtig mit dem Messer herausheben. Stiel und Stielbasis sind ein wichtiges Bestimmungsmerkmal, an dem ein Fachmann schnell erkennt, ob der Pilz essbar oder giftig ist.

Übrigens gibt es auch beim Schwammerlsuchen Regeln, die man beachten muss. Viele Speisepilze stehen unter Artenschutz, dürfen jedoch in geringen Mengen zum Eigenbedarf gesammelt werden. Größere Mengen, die über die Bereicherung des eigenen Speisezettels hinausgehen, dürfen nur mit Ausnahmegenehmigung der Naturschutzbehörde entnommen werden.

Wer begutachtet meine Ausbeute?

Pilzberatung beim Verein für Pilzkunde, Foto: Verein für Pilzkunde e.V.
Pilzberatung beim Verein für Pilzkunde.

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser: Bevor die gesammelten Pilze in der Pfanne brutzeln, sollten diese unbedingt noch einmal von einem Kenner überprüft werden. Oft gibt es in der Familie oder im Freundeskreis einen Schwammerl-Profi, bei dem man eine zweite Meinung einholen kann. Ist das nicht der Fall, kann man natürlich auch echte Experten um Rat bitten. Der Verein für Pilzkunde in München untersucht vom 7.8. bis 9.10.2017 jeden Montag (außer an Feiertagen) kostenlos die Ausbeute der Schwammerlsucher. Beratungsstellen gibt es in der Stadt-Information im Neuen Rathaus sowie im Pasinger Rathaus. Mehr Infos hier.

Nur wenig Pilze gefunden: Was jetzt?

Viktualienmarkt im Herbst, Foto: Katy Spichal
Leckere Pilze kann man natürlich auch kaufen, zum Beispiel am Viktualienmarkt

Keine Bange, auch mit zu wenig (oder gar keinen) Pilzen muss das Abendessen nicht ausfallen. Am Viktualienmarkt, genauer am Pilz- und Waldstand Zollner, findet man immer die leckersten Pilze der Saison. Übrigens braucht sich keiner des Sammel-Misserfolgs zu schämen. Selbst die erfahrensten Profis gehen hin und wieder mit leeren Körben heim - bei ihnen fällt es nur nicht so auf, denn sie haben dann meist noch ein Sicherheitspäckchen Steinpilze eingefroren.

Wo geben Pilz-Experten gute Tipps?

Geschmückter Gürtelfuß - Pilz, Foto: Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft

Wer als Anfänger sofort richtig durchstarten möchte, sollte von echten Pilz-Experten lernen. Der Verein für Pilzkunde e. V. rückt in der Pilzsaison regelmäßig zu Vereinswanderungen "in die Schwammerl" aus. Gäste dürfen einmalig teilnehmen und den Profis beim Sammeln und Spezifizieren von Pilzen zusehen. Wichtig dabei: Die Wanderungen dienen nicht dem Zweck, mitgebrachte Körbe mit Speisepilzen zu füllen - hier steht ganz klar der Lerneffekt im Vordergrund.

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