Am Hirschgarten

Umfangreiches Maßnahmepaket zur Förderung von Neubauprojekten

Zuzüge und ein seit Jahren zu verzeichnender Geburtenüberschuss – vor wenigen Monaten wurde in der Isar-Metropole die Einwohnerzahl von 1,4 Millionen überschritten. Experten gehen davon aus, dass bis 2030 voraussichtlich 1,5 Millionen Menschen in München leben werden. Kehrseite der demografischen Entwicklung aufgrund der hohen Wirtschaftskraft und Attraktivität der Landeshauptstadt ist die starke Wohnungsnachfrage.
Dabei tut keine Stadt so viel wie München, um den Neubau anzukurbeln. Mit „Wohnen in München V“ hat der Stadtrat jüngst die fünfte Fortschreibung des erstmals 1989 aufgelegten wohnungspolitischen  Handlungsprogramms beschlossen.
Die Bilanz des kommunalen Wohnungsbauprogramms kann sich sehen lassen: Zwischen 1990 und 2010  wurde neues Baurecht für nahezu 55.000 Wohnungen geschaffen. Über 125.000 Wohnungen wurden genehmigt und über 115.000 fertiggestellt.
Mit der aktuellen Fortschreibung des von 2007 bis 2011 gelaufenen Programms „Wohnen in München IV“ hat die Stadt ihre Fördermittel sogar um 175 Millionen Euro aufgestockt. So stehen jetzt im Rahmen von „Wohnen in  München V“ für den Zeitraum 2012 bis 2016 insgesamt 800 Millionen Euro bereit.
Weil sich der erwartete Bedarf von jährlich 7.000 neu gebauten Wohnungen nur zum Teil durch bereits bestehendes Baurecht decken lässt, soll bis 2016 neues Baurecht für 3.500 Wohnungen pro Jahr geschaffen werden – davon für 1.800 im geförderten Wohnungsbau. Zudem sollen durch das städtische Förderprogramm „München Modell“ künftig noch mehr Bürgerinnen und Bürger mit mittleren Einkommen Zugang zu einer geförderten Wohnung erhalten. So wird beispielsweise bei einem Einpersonen-Haushalt die Einkommensgrenze von 19.000 Euro im Jahr auf 22.800 Euro angehoben. Bei einer Familie mit einem Kind steigt die Einkommensgrenze von 41.500 Euro auf 48.150 Euro.
Weitere Eckpunkte des umfangreichen Maßnahmenpakets von „Wohnen in München V“: Die Stadt will aktiv Grundstücke für geförderten Wohnungsbau kaufen. Darüber hinaus sollen Genossenschaften und Baugemeinschaften besser unterstützt werden. Sie bekommen in den neuen städtischen Siedlungsgebieten feste Flächenanteile zwischen 20 und 40 Prozent. Außerdem sollen Grundstücke angesichts des angezogenen Preiswettbewerbs nicht automatisch an den höchstbietenden Investor gehen. Die Stadt will ihr Vergabeverfahren optimieren und Grundstücke verstärkt in sogenannten „Bestgebotsverfahren“ ausschreiben. Dabei kann neben dem Preis auch die Qualität der Konzepte besser berücksichtigt werden. Kriterien wie beispielsweise energetische Standards oder sozial ausgerichtete Modelle spielen damit eine gewichtigere
Rolle.

 
Am Ackermannbogen

Tausende neue Wohnungen für München

Bereits über 100.000 Fertigstellungen seit 1993 - und weitere kommen hinzu

Ob auf ehemaligen Kasernen- und Bahnflächen, auf einstigem Flughafenareal oder dem früheren Messegelände: Seit Jahren entstehen, über das Stadtgebiet verteilt, neue Wohngebiete. Allein in der Amtszeit von Oberbürgermeister Christian Ude wurden zwischen 1993 und heute über 100.000 neue Wohnungen gebaut. Und auch in den kommenden Jahren sollen Tausende neue Wohnungen geschaffen werden. Dies sind nur einige der größeren Bauprojekte:
Ein eigenes Stadtquartier entstand in den letzten Jahren auf der Theresienhöhe. Wo früher Messehallen standen, befinden sich heute Wohnhäuser. Von den rund 1.400 Wohnungen sind etwa die Hälfte öffentlich gefördert.
Mit der Messestadt Riem entsteht auf dem Gelände des ehemaligen Flughafens Riem ein neuer Stadtteil mit rund 6.350 Wohnungen. An die 4.500 Wohnungen gibt es dort bereits. Demnächst soll es mit Bauprojekten auf dem vierten Bauabschnitt weitergehen. Die erste Ausschreibung dafür läuft bereits.
Weit fortgeschritten ist auch die Entwicklung der Zentralen Bahnflächen. Zwei Drittel der 7.500 vorgesehenen Wohnungen entlang der Achse Hauptbahnhof – Laim – Pasing sind bereits realisiert. Als Nächstes ist das  Pasinger Teilstück östlich der Paul-Gerhardt-Allee an der Reihe. Dort sollen einmal Häuser mit insgesamt 2.000 Wohnungen stehen. Die Ergebnisse des städtebaulichen und landschaftsplanerischen Wettbewerbs werden bis spätestens Juni erwartet.
Die Wohnbebauung der ehemaligen Kasernenflächen am Ackermannbogen ist ebenfalls zu großen Teilen realisiert. Gut 1.700 der geplanten 2.300 Wohnungen sind dort bereits fertiggestellt. Die Grundstücke im vierten Bauabschnitt mit rund 550 Wohnungen sind bereits vergeben. Läuft alles nach Plan, könnten dort die ersten Bewohnerinnen und Bewohner schon im kommenden Jahr einziehen.
Auf dem Gelände der ehemaligen Funkkaserne, wo insgesamt rund 1.600 Wohnungen gebaut werden sollen, können noch in diesem Jahr die Bauarbeiten beginnen. Auf dem Areal der früheren Bayernkaserne in Freimann sind bis zu 3.000 Wohnungen geplant.
Ein neues Wohnquartier mit etwa 1.800 Wohnungen entsteht auf dem Gelände der damaligen Prinz-Eugen-Kaserne in Bogenhausen. Noch in diesem Jahr wird der Stadtrat über den Billigungsbeschluss entscheiden.
Bis zu 20.000 Einwohner werden einmal in dem Wohngebiet Freiham Nord leben, das in den nächsten 30  Jahren entsteht. Im ersten Realisierungsabschnitt sind 3.000 Wohnungen geplant. Baubeginn ist voraussichtlich 2014.
Noch für Herbst diesen Jahres wird der Billigungsbeschluss für ein neues Wohnquartier in Perlach angestrebt: An der Hochäckerstraße sollen 1.000 Wohungen realisiert werden. Und auf dem Siemens-Gelände in  Obersendling ist ein Quartier mit 950 Wohnungen geplant. Die ersten können voraussichtlich noch dieses Jahr bezogen werden.