Die Stadt baut als großer Waldbesitzer gesunde Mischwälder rund um München auf
Für Spaziergänger, Jogger, Radfahrer und jetzt im Herbst die Pilzsammler sind sie ein unverzichtbarer Bestandteil Münchner Lebensqualität: Die Wälder rund um die Stadt spielen aber nicht nur für erholungssuchende Großstädter und Umlandbewohner eine wichtige Rolle. Auch als Garant für ein gutes Klima, saubere Luft und sauberes Wasser, als Lebensraum für Pflanzen und Tiere und nicht zuletzt als Lieferant des nachwachsenden Rohstoffs Holz erfüllt der Wald eine wichtige Aufgabe. Darauf wollen die großen Waldbesitzer im Münchner Umland am kommenden Wochenende mit einem Waldfest aufmerksam machen.
Zu diesen großen Waldbesitzern zählt auch die Stadt München selbst. Mit der städtischen Forstverwaltung bewirtschaftet sie rund 5.000 Hektar Wald in der näheren Umgebung von München. Das ist eine Fläche, die etwa der Größe des Ammersees entspricht. Damit ist die Stadt der zweitgrößte kommunale Waldbesitzer in Bayern nach Augsburg. Bei der Bewirtschaftung ihrer Wälder setzt die städtische Forstverwaltung auf naturgemäßen Waldbau. Seit 2001 sind die städtischen Wälder mit dem Naturland- Zertifikat FSC (Forest Stewardship Council) ausgezeichnet. Das Siegel garantiert, dass bei der Waldbewirtschaftung hohe ökologische und soziale Richtlinien eingehalten werden. Oberstes Ziel ist es, ein stabiles Waldökosystem zu schaffen und zu erhalten, das dem Klimawandel mit in Zukunft zu erwartenden Stürmen und Trockenperioden Stand hält. Von einer Fichtenmonokultur wurde der Stadtwald deshalb gezielt in einen gesunden Mischwald mit heimischen Laubbäumen umgebaut. In den vergangenen 15 Jahren haben die Stadtförster zu diesem Zweck insgesamt knapp 3,8 Millionen Pflanzen gesetzt.
88 Prozent davon waren Laubbäume, zwölf Prozent Nadelbäume. Die empfindliche Fichte wurde nach und nach durch robustere Arten wie Buche, Eiche, Lärche und Kiefer ersetzt. Dieser Waldaufbau mit einer Mischung standortgemäßer Baumarten verringert das Risiko von Sturmschäden sowie von massivem Befall durch Schädlinge und Krankheiten. Außerdem trägt er zur Artenvielfalt bei. Der städtische Wald ist ein Rückzugsgebiet vieler seltener Tier- und Pflanzenarten. Indem die Förster absterbendes und totes Holz in ausreichender Menge im Wald liegen lassen, schaffen sie Lebensraum für viele gefährdete Arten. Mehrere Waldgrundstücke der Stadt sind als schützenswerter Landschaftsbestandteil gesichert.
Die Holznutzung ist in den städtischen Wäldern so begrenzt, dass nicht mehr Holz geschlagen wird als wieder nachwächst. Das sind rund 40.000 Kubikmeter pro Jahr. Es gibt keinen Kahlschlag, abgeholzte Flächen schaffen Raum für nachwachsende Jungpflanzen und sorgen so dauerhaft für einen stabilen Waldbestand. Der Rohstoff Holz wird so nachhaltig und schonend genutzt. Um das Verständnis für die Bedeutung des Waldes zu fördern und Begeisterung für die Natur bei Kindern und Jugendlichen zu wecken, bietet die städtische Forstverwaltung auch pädagogische Waldführungen mit ihren Förstern an. Ausführliche Informationen zu den städtischen Wäldern gibt es im Internet unter www.forst-muenchen.de.
Die Stadt bewirtschaftet auch den SWM-Schutzwald
Die Städtische Forstverwaltung bewirtschaftet nicht nur die stadteigenen Wälder rund um München. Seit 60 Jahren kümmert sie sich im Auftrag der Stadtwerke München (SWM) auch um rund 1.800 Hektar Wasserschutzwald der SWM. Im Trinkwassereinzugsgebiet der Stadtwerke, von den Quellgebieten am Taubenberg bei Miesbach bis in die Münchner Schotterebene, betreiben die städtischen Förster ökologischen Waldbau, um so die hohe Qualität des Münchner Trinkwassers zu sichern. Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und Dünger ist in den Schutzwäldern verboten, damit keine Schadstoffe in das Grundwasser gelangen können. Kahlschläge, die zu einer Offenlegung des Waldbodens und zur Auswaschung führen, sind ausgeschlossen. Auch der Wasserschutzwald der SWM ist, wie die städtischen Forsten, mit dem Naturland- Zertifikat FSC ausgezeichnet. Der Waldbogen ist ein idealer Wasserspeicher. Mit ihren Wurzeln lockern die Bäume den Boden auf. Der lockere Boden kann auch starke Niederschläge wie ein Schwamm aufsaugen und lässt sie gleichmäßig ins Grundwasser sickern. Der Waldboden funktioniert dabei als Filter für Verunreinigungen und Schadstoffe im Regenwasser. Der ursprünglich reine Fichtenwald wurde auch in den Wasserschutzwäldern der SWM zielstrebig durch Laubholzpflanzungen in einen gesunden Mischwald umgewandelt. Denn Mischwald-Boden speichert und filtert das Regenwasser besonders gut und ist damit ein Garant für die hohe Qualität des Münchner Trinkwassers.
Am Sonntag wird im Perlacher Forst das Internationale Jahr der Wälder gefeiert
Das Internationale Jahr der Wälder, das die Vereinten Nationen für dieses Jahr ausgerufen haben, können die Münchnerinnen und Münchner am Sonntag, 16. Oktober, mit einem Waldfest im Perlacher Forst begehen. Die drei Hauptakteure, die sich um den Wald in der näheren Umgebung von München kümmern, laden gemeinsam dazu ein - Städtische Forstverwaltung, Bayerische Staatsforsten und das Amt für Landwirtschaft und Forsten Ebersberg. Offiziell eröffnet wird das Waldfest um 11 Uhr von Bürgermeister Hep Monatzeder. nVon 10 bis 17 Uhr erfahren Besucher rund um das Giesinger Waldhaus viel Informatives über den Wald: Ein Rundparcours mit verschiedenen Stationen erläutert etwa die Bedeutung des Waldes für sauberes Trinkwasser und als Lebensraum für Pflanzen und Tiere. Pilzsammler können sich über die verschiedenen im Wald wachsenden Pilzsorten informieren. Und auch die modernen Methoden waldschonender Holzernte werden demonstriert, man kann die großen Erntemaschinen bei der Arbeit beobachten und anschließend im mobilen Sägewerk bei der Verarbeitung des Holzes zusehen. Ein Falkner führt in einer Vogelschau die Jagd mit einem Falken vor. Und auch, wie das Wild fachgerecht zerwirkt wird, wird gezeigt.
Es gibt aber auch viele Gelegenheiten, selbst aktiv zu werden beim Waldfest: So kann man unter der fachkundigen Anleitung eines Försters selbst einen Baum pflanzen. Schwindelfreie können sich von einem Hubwagen in das Kronendach des Waldes emporheben lassen und bei der Auffahrt in 40 Meter Höhe die verschiedenen Stockwerke der Waldbesiedelung kennenlernen. Für Kinder gibt es außerdem ein eigenes Walderlebnisprogramm: Sie können, mit Seil gesichert, auf Bäume klettern, mit Holz basteln und eine Kasperltheater-Aufführung besuchen. Für das leibliche Wohl ist mit Produkten des Waldes gesorgt. Es werden Wild- und Pilzgerichte angeboten. Zu erreichen ist das Giesinger Waldhaus mit der U-Bahnlinie U1 von der Endstation Mangfallplatz. Ausführliche Informationen zum Programm des Waldfestes sowie eine Übersichtskarte gibt es unter www.forst-muenchen.de.