Pressemitteilung vom 23.11.2011
Als „herbe Schläge für den Wirtschaftsstandort München“ bezeichnete Oberbürgermeister Christian Ude die Entscheidungen von E.ON Energie AG und Nokia Siemens Networks zu einem dramatischen Stellenabbau in der bayerischen Landeshauptstadt.
Der Verlust der heutigen E.ON-Arbeitsplätze in München hätte nach Ansicht des Oberbürgermeisters verhindert werden können, wenn der Freistaat Bayern die Bayernwerke nicht versilbert und wenn sich der E.ON-Konzern nicht auf einen Atom-Kurs festgelegt hätte. Jetzt könne man an E.ON nur noch appellieren, nicht den dritten Fehler zu machen und die Chancen eines Ausbaus erneuerbarer Energien sowie entsprechender neuer Netze auch noch zu verschlafen.
Bei Nokia Siemens Networks haben die Abbaupläne nach Darstellung des Unternehmens mit zunehmender Wettbewerbsschwäche zu tun. OB Ude: „Die Abbau- und Umzugspläne von Nokia Siemens Networks stehen in einem traurigen Kontrast zu den erfreulichen Entscheidungen des Siemens-Konzerns, sein Headquarter in München auszubauen und die neue Sparte Cities and Infrastructur in München anzusiedeln.“
Vom Siemens-Konzern sei jetzt zu erwarten, dass er sich in seinem Joint Venture mit Nokia für einen Erhalt von Arbeitsplätzen in München einsetze und keine unausgewogene Lastenverteilung akzeptiere. Gegenüber dem Chief Executive Officer von Nokia Siemens Networks, Rajeev Suri, und dem für Personalangelegenheiten zuständigen Vorstandsmitglied Hans-Jürgen Bill hat der Oberbürgermeister deutlich gemacht, dass die Stadt München eine Fortsetzung der Unternehmenspräsenz im Stadtgebiet erwarte und selbstverständlich davon ausgehe, dass großzügige Sozialpläne die Auswirkungen des Stellenabbaus für die Beschäftigten lindern. Dies wurde von den Unternehmensrepräsentanten auch zugesichert. Der Siemens-Konzern muss seiner Mitverantwortung für das Unternehmen NSN nach Ansicht des OBs durch Übernahme möglichst vieler NSN-Beschäftigter nachkommen.
Wirtschaftsreferent Dieter Reiter sichert den Beschäftigten zu, sie bei der Suche nach neuen Arbeitsplätzen zu unterstützen und zu beraten.
Nach Ansicht des Oberbürgermeisters zeigen die beiden negativen Unternehmensentscheidungen mit ihren Auswirkungen für den Arbeitsmarkt überdeutlich, dass auch eine wirtschaftlich florierende Stadt nicht gegen wirtschaftliche Rückschläge gewappnet ist, weshalb es selbstverständlich weiterhin geboten sei, sich um die Schaffung und Ansiedlung von Arbeitsplätzen in der Region zu bemühen und Wachstumsmotoren zu stärken, statt sich der Fehleinschätzung hinzugeben, München sei darauf nicht angewiesen und brauche keine neuen Arbeitsplätze.