Pressemitteilung vom 02.12.2011
(2.12.2011) Die Vielfalt der Dokumentenformate von Office-Paketen erschwert die Kommunikation zwischen Behörden und gefährdet die langfristige Lesbarkeit von Unterlagen. Offene Standards und freie, quelloffene Software schaffen hier Abhilfe. Deshalb bat Oberbürgermeister Christian Ude die EU-Kommissarin für die Digitale Agenda, Neelie Kroes, sich für entsprechende EU-weite Regelungen einzusetzen. Udes Schreiben an Kroes hat folgenden Wortlaut:
„Im Namen vieler Städte und regionaler Behörden Deutschlands möchte ich Sie als Präsident des Deutschen Städtetages und Oberbürgermeister der Stadt München bitten, sich weiterhin für die Verbreitung von ,Offenen Standards’ in der Bürokommunikation und ,Freier und quelloffener Software’ einzusetzen.
Insbesondere liegt mir daran, dass Sie sich als EU-Kommissarin für die Digitale Agenda für eine verpflichtende Nutzung von ,Offenen Standards’ in öffentlichen Einrichtungen in der Europäischen Union (EU) verwenden. Die ausschließliche Nutzung von ,Offenen Standards’ ermöglicht es den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Einrichtungen der öffentlichen Hand, Daten unabhängig von der erstellenden Software für die Zukunft zu sichern und auszutauschen. Eine europaweite Verpflichtung zum Gebrauch dieser Standards würde die Zusammenarbeit von Behörden in Europa erheblich vereinfachen und damit zur Arbeitserleichterung sowie zu Kosteneinsparungen beitragen. Hingegen sind die Aufforderungen einzelner EUBehörden zur ausschließlichen Nutzung von Microsoft Office Versionen hinderlich für eine reibungslose Zusammenarbeit zwischen den Behörden.
Darüber hinaus möchte ich Sie bitten, sich gemeinsam mit Herrn EU-Kommissar Joaquin Almunia für den Einsatz ,Freier und quelloffener Software’ in öffentlichen Einrichtungen einzusetzen, damit öffentliches Wissen auch zukünftig öffentlich zugänglich bleibt. Der Einsatz ,Freier und quelloffener Software’ ermöglicht, eine innovative und sichere IT-Infrastruktur zu installieren, um nachhaltig Zugriff auf alle/viele IT-Anwendungen zu haben. Für die konkrete Arbeit in den EU-Projekten an der Basis ist des weiteren die Umsetzung zweier konkreter Maßnahmen erforderlich:
a) Es ist wünschenswert, dass alle Dokumentvorlagen sowohl in MSOffice-Formaten als auch in Open-Dokument-Formaten angeboten werden.
b) Es sollen alle Präsentationsnotebooks im Bereich der EU-Organisationen und Netzwerke beziehungsweise der EU-Projekte alternativ zu
MS-Office auch mit OpenOffice beziehungsweise LibreOffice ausgestattet werden.
Wir als Landeshauptstadt München gehen bereits diesen Weg und werden in 2013 unsere gesamte IT-Infrastruktur, Anwendungen und Büro-
Kommunikation auf ,Offene Standards’ und ,Freie und quelloffene Software umgestellt haben. Mittlerweile schlagen auch weitere Städte und
Kommunen diesen Weg ein. Wir unterstützen Sie gerne bei Ihren Aktivitäten für ein modernes offenes digitales Zeitalter in Europa und ich würde mich freuen, Sie in München willkommen zu heißen.“