Pressemitteilung vom 27.01.2012

(27.1.2012) Aufgrund des großen Erfolgs der Kampagne „Laut gegen
Brauntöne“, der positiven Rückmeldungen der Jugendlichen, des großen
Interesses der Kooperationspartner und nicht zuletzt des Bekanntwerdens
der Mordserie der Zwickauer Terrorzelle wird es im 2. Halbjahr 2012 einen
Relaunch der Kampagne geben. Alle Kooperationspartner sind eingeladen,
sich abermals mit eigenen Aktionen zu beteiligen, neue Kooperationspartner
sind herzlich willkommen.


Heute feiern die Kooperationspartner der Kampagne „Laut gegen Brauntöne“
den Abschluss der Kampagne. Oberbürgermeister Christian Ude: „Die
Kampagne war ein großer Erfolg: Wir haben einen kulturellen Zugang zum
Thema Rechtsextremismus gewählt und dies hat sehr gut funktioniert.
Wir müssen in der Auseinandersetzung mit dem Rechtsextremismus eine
gesellschaftliche Debatte anstoßen, aufklären und dafür sorgen, dass
rechtsextreme und rechtspopulistische Parolen nicht als ,normal’ empfunden
werden. Dazu kann eine Kampagne wie ,Laut gegen Brauntöne’ ganz
offensichtlich einen wichtigen Beitrag leisten. Daher bedanke ich mich bei
allen Kooperationspartnern für ihr Engagement.“


An dem Bandwettbewerb „Dein Song gegen Brauntöne“ beteiligten sich
knapp 40 Bands. Einsendungen kamen von bekannten und unbekannten
Münchner Musikerinnen und Musikern. Es gab eine Reihe selbstkomponierter
Songs, in denen die jungen Künstler beispielsweise über eigene
Ausgrenzungs- und Diskriminierungserfahrungen berichteten. Die 10.000
Gratis-CDs, die im Anschluss an den Bandwettbewerb gedruckt wurden,
sind bereits an Jugendgruppen, Freizeitheime, Schulen, Alpenverein etc.
verteilt worden.


In der Färberei, einer Einrichtung des Kreisjugendrings München, konzipierten
und erstellten Künstlerinnen und Künstler eine Ausstellung mit dem
Titel „Pastinaken raus!“. Im Rahmen dieser Ausstellung wurden drei
Wohnzimmer eingerichtet, die sich mit verschiedenen Facetten von
Rechtsextremismus und Islamfeindlichkeit bei verschiedenen Generationen
und Schichten befassten: In der Ausstellung gelangte man von einem
„Großeltern-Wohnzimmer“ in ein „Kinderzimmer“ und schließlich in den
„Salon Sarrazin“, wo man sich mit zahlreichen rechtsextremen und islamfeindlichen
Devotionalien, Flugblättern, Aufklebern, Symbolen etc. aus
München befassen konnte. Ziel war es, unter den Jugendlichen – darunter
viele Schulklassen – eine Diskussion zu initiieren über neue Ausdrucksformen,
Aktionsformen und Themenbesetzungen durch Rechtsextremisten in
München. Um diese Diskussion in den Gruppen anzustoßen, führten die
Münchner Kammerspiele mit den Jugendlichen Theaterworkshops durch.
Die betreuenden Lehrerinnen und Lehrer waren begeistert. So berichtete
eine Lehrerin nach dem Ausstellungsbesuch: „Meine Schülerinnen und
Schüler haben mich überrascht, weil sie sich wirklich voll und ganz auf dieses
Thema eingelassen haben und intuitiv die Zusammenhänge durchschauten,
die ich mit keinem anderen Medium so intensiv hätte vermitteln
können. Dieses Erlebnis hat die Schülerinnen und Schüler aufgewühlt und
sie wollten noch lange darüber sprechen, besonders untereinander. Meine
Klasse stimmte einhellig dafür, dieses Projekt möglichst vielen Schulklassen
zugänglich zu machen. Sie waren alle begeistert, und glauben Sie mir,
das war eine ehrliche Begeisterung, die nichts mit Unterrichtsvermeidungsstrategien
zu tun hatte. Ich danke Ihnen, beziehungsweise den Veranstaltern
für dieses Angebot und hoffe, das dieses Projekt weitergeführt
werden kann.“


Darüber hinaus wurden weitere kleine Initiativen durch einzelne Kooperationspartner
gestartet, u.a. durch die Münchner Stadtbibliothek und das
Münchner Schülerbüro. Die Münchner Stadtbibliothek bot eine eigene Literatursammlung
in Klassensatz-Stärke für Schulen zum Thema der Kampagne
an. Das Münchner Schülerbüro initiierte die Fotoaktion „Deine Stimme
gegen Rechts“ die auf www.schuelerbuero.de/galerie/gegen-rechts/ zu
finden ist.