Pressemitteilung vom 11.01.2012

(11.1.2012) Gerade im vergangenen Jahr hatten viele betroffene Nachbarn und München-Liebhaber den Eindruck, dass die dynamische Entwicklung der Stadt und insbesondere der Wohnungsbau immer öfter auch schmerzhafte Opfer fordern, vor allem den Verlust mancher Idyllen und liebenswerter Unaufgeräumtheit.

Oberbürgermeister Christian Ude: „Diese Sorge ist nur allzu berechtigt, aber der Vorwurf, die Stadt tue nicht genug, um ihr besonderes Flair zu erhalten und Beispiele Münchner Originalität zu retten, richtet sich an die falsche Adresse. Die Stadt hat nämlich gar keine rechtliche Handhabe, private Grundstückseigentümer daran zu hindern, das bereits vorhandene Baurecht auszuschöpfen. Und ,aufkaufen’ kann sie die betroffenen Quartiere angesichts der bereits explodierten Immobilienpreise auch nicht. Wo die Stadt aber die rechtliche und finanzielle Möglichkeit hat, Orte und Bauwerke zu schützen, die der Stadt ihren unvergleichlichen Charakter und Charme verleihen, da tut sie dies auch.“

Wie viele städtebauliche Situationen, bedeutsame Bauwerke und liebenswerte Idyllen bereits von der Stadt gerettet wurden, zeigt anhand ausgewählter Beispiele eine neue Broschüre mit dem Titel „Münchner Originale. Bauten und Orte“. Das beginnt beim Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg, bei dem sich München gegen den damaligen Zeitgeist für die weitgehende Wiederherstellung des historischen Stadtbildes entschieden hatte. Es setzt sich fort im Denkmalschutz, der in München seit Jahrzehnten groß geschrieben wird, und in der Sanierung ganzer Stadtteile wie Haidhausen und dem Westend. Dabei stand nicht nur der Erhalt der historischen Strukturen im Mittelpunkt, es wurde auch die Lebensqualität erhöht.
Die Broschüre „Münchner Originale“ veranschaulicht dies anhand zahlreicher Beispiele. Sie stellt öffentliche Plätze vor, die Raum bieten für Aufenthalt und Begegnung, Erholung und Bewegung. Große und kleine Kultureinrichtungen, die für ein lebendiges kulturelles Leben in der Stadt und ihren einzelnen Vierteln sorgen. Historische Schulgebäude, in denen Kinder heute in einem zeitgemäßen Umfeld lernen können. In all diesen Bereichen schützt und erhält die Stadt ihre Originale.

Präsentiert wird die Broschüre erstmals im Rahmen der Ausstellung „München: einfach wohnen?“, die vom 13. Januar bis 1. März in der Rathausgalerie aktuelle Konzepte und beispielhafte Planungen zur Schaffung von Wohnraum in München vorstellt. Eröffnet wird die Ausstellung am Donnerstag, 12. Januar, 19 Uhr, durch Oberbürgermeister Christian Ude und Stadtbaurätin Professorin Dr. (I) Elisabeth Merk. Der Eintritt zur Ausstellung ist frei, das Heft liegt dort aus und ist auch in der Stadt-Information im Rathaus erhältlich. Unter der Adresse muenchen.de/originale kann die Broschüre auch im Internet abgerufen werden