Bürger fragen - OB Christian Ude antwortet
Als Taxiunternehmer, der in München jeden Tag auf den Straßen ist, habe ich diese Fragen für Sie parat:
1. Warum muss diese Radlnacht ausgerechnet an einem Samstag stattfinden, wo ein hohes Verkehrsaufkommen durch Touristen in München auftritt.
2. Warum kann diese "Radlnacht", die für den Gesamtverkehr in der Innenstadt für ein "totales Verkehrschaos" sorgt, z.B. nicht an andere Orte verschoben werden, z.B. Englischer Garten mit ca. 10 Kilometern Geh- oder Fahrradstrecken oder nach Riem, wenn keine Messe ist: rund um Riem "herumedum"?
3. Warum ausgerechnet die Innenstadt, die ja Hauptverkehrsader in einer großen Landeshauptstadt ist?
Die Folgen sind: Verkehrschaos ohne Ende (auch drei oder vier Stunden sind für diese Stadt zuviel)!
Antwort
Seit April 2010 findet die Kampagne "Radlhauptstadt München" statt. Ziel dabei ist es, den Radverkehr in München weiter zu fördern, das Fahrrad als ideales städtisches Verkehrsmittel noch stärker ins Bewusstsein der Münchnerinnen und Münchner zu rücken sowie die Verkehrssicherheit im Radverkehr zu steigern. Um die Bürgerinnen und Bürger auch aktiv einzubeziehen, finden zahlreiche Veranstaltungen statt, die größte und spektakulärste von ihnen ist die Münchner Radlnacht.
Auch im Sinne der Verkehrssicherheit ist die Radlnacht eine wichtige Veranstaltung, denn sie macht auf die seit Jahren kontinuierlich wachsende Zahl an Radfahrerinnen und Radfahrern in München aufmerksam und zeigt, dass das Fahrrad seinen Platz auch auf Münchens Hauptverkehrsadern hat. Im Sinne eines fairen und rücksichtsvollen Miteinanders sind die Veranstalter immer bemüht, die Beeinträchtigungen für die übrigen Verkehrsteilnehmer so gering wie möglich zu halten.
Die Radlnacht bildete dieses Jahr den Abschluss der Münchner Radlschau-Woche, die vom 16. bis 21. Mai stattfand. Im Hinblick auf die verkehrlichen Auswirkungen wurde der diesjährige Start- und Zielpunkt der Radlnacht vom Marienplatz auf die Theresienhöhe verlegt. Außerdem startete die Radlnacht auch in diesem Jahr erst wieder um 21 Uhr und damit eine Stunde nach Verkaufsschluss der Geschäfte in der Innenstadt. So konnte der Großteil der Wochenendeinkäufer die Innenstadt problemlos verlassen, ohne durch die Radlnacht aufgehalten zu werden. Weiterhin wurde durch entsprechende Verkehrsmeldungen im Internet und in zahlreichen Tageszeitungen ausführlich auf die zu erwartenden Verkehrsbehinderungen hingewiesen und über Umleitungen informiert,.
Auch dieses Jahr ist die Radlnacht insgesamt sehr erfolgreich und ohne nennenswerte Zwischenfälle verlaufen. Dass es im Rahmen einer derartigen Großveranstaltung zu Verkehrsbeeinträchtigungen kommt, ist leider nie ganz zu verhindern. Von einem "totalen Verkehrschaos" kann aber nicht die Rede sein.
(17.08.2011)