(30.9.2011) Für seine hervorragenden Leistungen als bayerischer Fernseh-, Theater- und Volksschauspieler zeichnete Oberbürgermeister Christian Ude Gerd Anthoff gestern mit der Medaille „München leuchtet – Den Freunden Münchens“ in Gold aus.
„Diese Ehrung“, erläuterte Ude, „ist ein Dank der Stadt für das, was Sie für das München-Bild getan haben – auch wenn man bei den Charakteren, die Sie darstellen, schon manchmal schlucken muss.“ Ude nannte als Beispiele für schillernde, von Anthoff verkörperte Rollen den Kommissariatsleiter Dr. Claus Reiter in der ZDF-Krimiserie „Unter Verdacht“ und den Toni Rambold in der Krimireihe „Der Bulle von Tölz“.
Zum Fernsehen kam Anthoff allerdings relativ spät. Zunächst machte der gebürtige Münchner, der im Westend aufgewachsen ist, am Theater Karriere. Theaterluft schnupperte der 65-Jährige bereits als Kind: Seine Tante Fanni war Garderobiere am Residenztheater, das später zum zentralen Ort seiner schauspielerischen Karriere werden sollte. Schon als Jugendlicher nahm Anthoff Schauspielunterricht. Über ein Stipendium des Bayerischen Rundfunks, das Schauspieler mit bayerischem Dialekt förderte, lernte er Mitte der 1960er Jahre u.a. Gustl Bayrhammer, Fritz Straßner und Eva Vaitl kennen. Vaitl brachte ihn zurück zu den Wurzeln seiner Begeisterung für das Theater – ans Residenztheater. Gerade  einmal 24 Jahre alt, wurde Anthoff dort 1970 festes Ensemblemitglied und hielt der Bühne 40 Jahre lang die Treue – „eine Betriebstreue, die ihresgleichen  sucht“, so Ude. In einer Vielzahl unterschiedlichster Rollen begeisterte er am „Resi“ das Münchner Publikum. Allein die Rolle des Pilgers Nantwein im „Brandner Kaspar“ verkörperte er in weit über 900 Vorstellungen. Seinen Durchbruch im Fernsehen hatte Gerd Anthoff erst 1989: In der BRSerie „Joseph Filser – Bilder aus dem Leben eines bayerischen Abgeordneten“ spielte er die Titelrolle. Danach wirkte er u.a. in den beliebten BRSerien „Löwengrube“, „Die Hausmeisterin“ und „Café Meineid“ mit.
Einem breiten Fernsehpublikum bekannt wurde Gerd Anthoff u.a. durch seine Rollen als Toni Rambold in der Krimireihe „Der Bulle von Tölz“ an der Seite von Ottfried Fischer und Ruth Drexel, als Kommissariatsleiter Dr. Claus Reiter in der ZDF-Krimireihe „Unter Verdacht“ an der Seite von Senta Berger und als Gemeinde-Kämmerer in „Der Kaiser von Schexing“ unter der Regie von Franz Xaver Bogner. Von Anthoffs „phantastischer Darstellung“ dieser Rollen zeigte Ude sich bei der Ehrung in der Grütznerstube im Rathaus äußerst angetan.
Für seine schauspielerischen Leistungen wurde Anthoff bereits mit dem Bayerischen Fernsehpreis, dem Adolf-Grimme-Preis und im vergangenen Jahr mit dem Bayerischen Verdienstorden geehrt. Die Medaille „München leuchtet“ in Gold für den gebürtigen Münchner sei da eigentlich überfällig gewesen, betonte Ude.
An der Verleihung der Medaille „München leuchtet“ in Gold an Gerd Anthoff nahmen auch die Stadträte Dr. Reinhard Bauer, Beatrix Zurek (beide SPD) und Boris Schwartz (Grüne) sowie Kulturreferent Dr. Hans-Georg Küppers teil. Die Medaille „München leuchtet – Den Freunden Münchens“ wird von der Landeshauptstadt München seit 1961 für besondere Verdienste um München verliehen.