"Magazin" des alten Stadtarchivs am Marienplatzu, um 1900
Der Rat der Stadt verwahrte schon früh alle für München rechtserheblichen Urkunden und Dokumente auf dem Rathaus. Doch erst 1777 kam es zur Bestellung eines „Archivars der Stadt München“, der ein Mitglied des Inneren Rates war.
1841 wurde mit dem Historiker Karl August Muffat (1804–1878) erstmals ein ausgebildeter Archivar eingestellt.
Seit 1893 war das Stadtarchiv als eigenes städtisches Amt organisiert. Ursprünglich war es im sogenannten Kleinen Rathaus am Petersplatz untergebracht. In den Jahren 1890/92 errichtete Stadtbaurat Hans Grässel (1860–1939) im Anschluss an den Turm des Alten Rathauses einen repräsentativen Zweckbau für das Archiv, dessen Kapazität sich aber bereits nach dem Ersten Weltkrieg als zu gering erwies.
1926 wurde daher ein Teil der Archivbestände in das ehemalige städtische Wehramt an der Winzererstraße 68 (ebenfalls ein Bau von Grässel) ausgelagert. Nachdem das Archivgebäude am Marienplatz im Zweiten Weltkrieg völlig zerstört worden war – die Bestände waren zum Glück rechtzeitig ausgelagert worden – wurde das Stadtarchiv vollständig in die Winzererstraße verlegt.
Das Magazin-Gebäude an der Schleißheimer Straße. Im Vordergrund die Kunstinstallation "Oculus Historiae" von Anne und Patrick Poirier, 1989.
Da auch dieses Haus den stetig wachsenden Bedürfnissen bald nicht mehr genügte, erhielt das Stadtarchiv 1989 einen auf langfristigen Zuwachs berechneten modernen Magazinbau an der Schleißheimer Straße 105 (Architekt: Hans-Busso von Busse).
Das Stadtarchiv München, eines der größten kommunalen Archive Deutschlands, ist heute eine Dienststelle des Direktoriums und gehört damit zum Aufgabenbereich des Oberbürgermeisters der Landeshauptstadt München.