Frontansicht Deutsches Theater

Im Jahr 2000 beauftragte der Stadtrat die Verwaltung, den Sanierungsbedarf für den gesamten Gebäudekomplex "Deutsches Theater" festzustellen. In den Jahren 2000 bis 2003 wurde daraufhin die Bausubstanz ausführlich untersucht. Die Untersuchungen deckten einen Sanierungsbedarf von 138,4 Millionen Euro auf und führten im April 2003 zu dem Vorschlag, das Theater zu schließen und den Immobilienbestand zu veräußern.

Diesem Antrag folgte der Stadtrat nicht. Die Entscheidung über den Fortbestand des Deutschen Theaters wurde bis zur Vorlage eines abschließenden Berichts über potentielle Investoren zurückgestellt.

Als Reaktion auf die mögliche Schließung des Deutschen Theaters entwickelten sich in der Bürgerschaft Aktivitäten zum Erhalt der Bühne. Die Bürgerinitiative "Rettet das Deutsche Theater" begann mit dem Sammeln von Unterschriften als Grundlage für ein mögliches Bürgerbegehren.

Im Dezember 2003 beschloss der Stadtrat ein mehrstufiges Verfahren zur Suche nach Investoren durch das Kommunalreferat sowie einen Investitionszuschuss für Sofortmaßnahmen und Provisorien zur Sicherung des Theaterbetriebes bis Ende 2007.

Parallel zur Investorensuche erarbeitete auf Wunsch von Oberbürgermeister Ude das Baureferat zusammen mit der Deutsches Theater Grund- und Hausbesitz GmbH (DTGH) und Fachplanern ein Konzept zur Reduzierung des Schließungsrisikos und zum vorläufigen Weiterbetrieb des Theaters bis zum 31.12.2007.

In den Jahren 2004 bis 2006 wurden die zum vorläufigen Weiterbetrieb des Theaters unumgänglich notwendigen Maßnahmen vor allem im Bereich Statik und Brandschutz umgesetzt.

Im Rahmen der Investorensuche wurde zunächst der Markt sondiert. Im Anschluss daran erfolgte ein beschränktes Bietverfahren, an dem sich drei Bieterkonsortien beteiligten. Um rechtliche und finanzielle Risiken für die Landeshauptstadt München auszuschließen, beschloss der Stadtrat im Januar 2006 den Verkauf des Deutschen Theaters unter Ergänzung der bestehenden Rahmenbedingungen erneut und weltweit auszuschreiben.

Das Ergebnis des zweiten Ausschreibungsverfahrens wurde dem Stadtrat im Februar 2007 mit dem Vorschlag, mit einem Bieter konkrete Verkaufsverhandlungen zu führen, vorgelegt.

Letztendlich beschloss der Stadtrat, das Deutsche Theater nicht aus städtischer Hand zu geben. Er lehnte den Verkauf des Deutschen Theaters ab, hob die Ausschreibung auf und beauftragte die DTGH und die Verwaltung mit der Erstellung eines Mindestsanierungskonzeptes und der Darstellung des erforderlichen Kostenaufwandes. Das Mindestsanierungskonzept verzichtet im Gegensatz zur Planung 2003 unter anderem auf die Erneuerung der Bühnentechnik oder eine Ausweitung der Theatergastronomie.

Bis zum Frühjahr 2008 wurde auf der Grundlage aller bekannten Untersuchungsergebnisse eine erneute Vorplanung nach dem in weiten Teilen reduzierten Nutzerbedarf durchgeführt, ein Gesamtkonzept für die notwendige Mindestsanierung des Gebäudekomplexes erarbeitet und eine Kostenschätzung erstellt.

Im Mai 2008 beschloss der Stadtrat die Mindestsanierung des Deutschen Theaters. Dafür wurde ein Zuschussbetrag von 79,5 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Mit der Durchführung der Baumaßnahme wurde die DTGH beauftragt.