Bis 2016 soll München eine neue Großmarkthalle bekommen. Ein wichtiger Schritt auf dem Weg dorthin, ist die Erstellung eines Nutzerbedarfsprogramms. Dafür konnte jetzt im Rahmen einer europaweiten Ausschreibung durch die Landeshauptstadt München das Unternehmen DU Diederichs gewonnen werden. Das Beraterteam hat am 1. März seine Arbeit am Zukunftssicherungs-Projekt aufgenommen. Bei einer extra einberufenen Versammlung am 15. April 2011 in der Gärtnerhalle des Münchner Großmarkts stellen die Berater sich und ihr Vorgehen den Händlern der Großmarkthalle vor. Kommunalreferentin und 1. Werkleiterin der Markthallen München Gabriele Friderich und Rainer Hechinger, 2. Werkleiter, erläutern das Projekt aus Sicht der Landeshauptstadt München.

DU Diederichs sind zuständig für die Projektentwicklung, die Bedarfsplanung, das städtebauliche Gesamtkonzept sowie die wirtschaftliche Grundlagenermittlung. Im 2. Quartal 2012 werden die Ergebnisse der Untersuchungen von DU Diederichs im Münchner Stadtrat bekannt gegeben. Die Entscheidung des Stadtrats über das Nutzerbedarfsprogramm und die Finanzierung des Projekts ist für das 4. Quartal 2012 vorgesehen.

 

Vorgeschichte


Der Stadtrat der Landeshauptstadt München hat in seiner Vollversammlung zur Zukunftssicherung der Markthallen München im Oktober 2009 in einem ersten Schritt beschlossen, die Markthallen in ihrem Kern an ihrem Standort bestehen zu lassen. Eine Nachverdichtung, gegebenenfalls mit Teilflächenfreisetzung sowie Optimierung des Geländes im Rahmen einer Sanierung für Großmarktnutzungen stand somit im Vordergrund weiterer Prüfungen.

Als Entscheidungsvorlage hat das Kommunalreferat eine Konzeptstudie in Auftrag gegeben, in der unter Beleuchtung der Themenfelder Standort, Immobilie, Markt und Finanzen die Grundlagen für ein Sanierungskonzept entwickelt werden sollte. Nach Vorlage dieser Konzeptstudie hat der Stadtrat am 19.05.2010 das Kommunalreferat beauftragt, ein Nutzerbedarfsprogramm (NBP) für einen neuen Großmarkt zu entwickeln.

Dabei sind der Neubau der Großmarkthalle sowie die Nachnutzung der jetzigen Großmarkthalle ebenso zu betrachten wie die Entwicklungspotentiale des Gesamtareals einschließlich des Viehhofgeländes. Ein externer Berater ist hinzuzuziehen mit Erfahrung bei Planung und Bau vergleichbarer Großmärkte bzw. Handelszentren. Alle wirtschaftlichen Potenziale einer Weiterführung des Betriebs Großmarkthalle sollen geprüft werden, dabei ist auch auf die kommunale Aufgabe zur Daseinsvorsorge und vor allem die Kostendeckung einzugehen. Nutzer, Pächter und Kunden des Gesamtareals sollen während des gesamten Projektablaufs über Planungsschritte und – zeiträume informiert werden.

 

 

Warum eine Sanierung der Markthallen München?


Mit den Markthallen München besteht seit 01.01.2007 ein neuer kommunaler Betrieb der Landeshauptstadt München/Kommunalreferat mit derzeit 102 Mitarbeitern, gebildet aus den bisher selbständigen Betriebsteilen "Großmarkthalle München" und "Schlachthof München". Durch diese Zusammenlegung entstand eines der größten internationalen Lebensmittelhandelszentren in Deutschland und Europa. Auf einer Fläche von 400.000 Quadratmetern schlagen hier 400 Import- und Großhandelsfirmen circa 140 Warengattungen aus 83 Ländern im Wert von 1,5 bis 2,0 Milliarden Euro um. Hinzu kommen 23 Gartenbau-Erzeugerbetriebe, 28 Blumenhändler, eine Reihe von Fleisch- und Fischhändlern, Zerlegebetriebe und 15 Großhandelsfirmen sonstiger Branchen.

Um den Betrieb auf dem Großmarktgelände aufrecht zu erhalten, ist eine umfassende Sanierung notwendig. Insbesondere müssen funktionelle, bau- und haustechnische sowie sicherheitstechnischer Probleme vor allem im Bereich der Statik und des Brandschutzes behoben werden.