(13.02.12) Die Münchner Altstadt erfährt durch diese Neubaumaßnahme der Stadt eine wichtige städtebauliche Aufwertung und Stadtreparatur. Heute besichtigten Bürgermeisterin Christine Strobl und Axel Markwardt, Stadtdirektor im Kommunalreferat, die bezugsfertigen Wohnungen.
Grundstücke
Müllerstraße 14 (Flurstück 1152)
Das Grundstück ist unbebaut und diente in der Vergangenheit aufgrund seines äußerst ungünstigen Zuschnitts lediglich als Parkplatz.
Blumenstraße 13 (Flurstück 1149)
Das straßenseitige Hauptgebäude Blumenstraße 13 hat die Landeshauptstadt München bereits in 2003 umfassend saniert, so dass es im Rahmen der Neubaumaßnahme unangetastet bleibt.
Auf dem restlichen Grundstück befanden sich ein Seitengebäude sowie Gewerbebauten und Garagen, dessen marode Bausubstanz nicht erhaltenswert war. Diese wurden inzwischen abgerissen und das frei gewordene Areal in die Bauplanung miteinbezogen.
Im Zuge der Realisierung der Planung wurden die beiden zur Bebauung anstehenden Grundstücke verschmolzen.
Gebäude und Außenanlagen
Mit dem Neubau auf dem grundstücksübergreifenden Areal leistet das Kommunalreferat eine städtebauliche Aufwertung des Gesamtareals.
Der Neubau besteht aus:
Kommunikations- und Beratungszentrum für das „Schwule Kommunikations- und Kulturzentrum in München (Sub e.V.)“ auf 570 Quadratmeter Gesamtfläche im Erdgeschoss (ursprünglich als Gewerbefläche vorgesehen), 16 Wohnungen (2-, 3- und 4-Zimmerwohnungen), davon zwei Wohnungen nach DIN 18025 Teil 1 (rollstuhlgerecht) und sechs Wohnungen nach DIN 18025 Teil 2 (barrierefrei), verteilt auf fünf Geschossen mit rund 1.170 Quadratmeter.
Zwei Stadthäusern jeweils mit 140 Quadratmetern Wohnfläche einer Tiefgarage mit 23 Stellplätzen Im Außenbereich der Wohnbebauung entstand eine begrünte Hoffläche mit Kinderspielflächen und Fahrradstellflächen.
Ökologische Maßnahmen
Die Dächer erhalten eine extensive Begrünung. Auf der nach Süd/Ost hin orientierten Dachfläche ist eine Fotovoltaikanlage geplant. Das Gebäude erhält eine Fernwärmeversorgung. Die ökologische Effizienz in den Wohnungen wird durch den Einbau einer kontrollierten Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung zusätzlich erhöht. Die weiteren Planungen erfolgen unter Berücksichtigung des ökologischen Kriterienkatalogs der Landeshauptstadt München. Als Ergebnis kann festgehalten werden, dass aufgrund der Gesamtenergiebilanz das Gebäude einem Niedrig-Energie-Haus-Standard entspricht.
Kosten und Termine
Die Bauzeit betrug rund 18 Monate. Die Realisierung des Projektes hatte der Stadtrat am 22.10.2009 mit Projektkosten in Höhe von 4.790.000 Euro genehmigt. Die wurden auch eingehalten.
Mieten
Das Kommunalreferat realisierte hier einen Mix aus preislimitiertem Wohnraum (12 Wohnungen mit insgesamt 825 Quadratmetern; die 2- bis 4-Zimmerwohnungen kosten pro Quadratmeter 7,43 Euro Nettomiete . Diese zwölf Wohnungen wurden zu preislimitierten Konditionen an Bewerber, die die Vorgaben der KSM-Obergrenze - also des § 9 Abs. 2 WoFG plus 30 Prozent nicht überschreiten - vermietet. Die Auswahl der Mieter erfolgte durch das Amt für Wohnen und Migration.
Darüber hinaus sind 4 freifinanzierte Wohnungen, mit jeweils 2 bis 5 Zimmern und 2 freifinanzierte Stadthäuser entstanden. Sie werden zu marktüblichen Konditionen, also mit ortsüblicher Vergleichsmiete, vermietet. Diese Wohnungen sind im Vorfeld über das Internet öffentlich ausgeschrieben worden. Damit soll zum einen die Versorgung einkommensschwacher Haushalte, als auch die geforderte Wirtschaftlichkeit der Investition gesichert werden. Das gesamte Areal verbleibt im Besitz der Stadt; das Kommunalreferat übernimmt hier Aufgabe des Vermieters.
Fazit
Insgesamt ist es gelungen eine sehr ausgewogene Mischung zwischen jungen Familien, Lebensgemeinschaften, langjährigen Bewohnern aus dem Viertel sowie schwerbehinderten, pflegebedürftigen Menschen, die auf ein Netzwerk in Innenstadtnähe angewiesen sind, zu realisieren. Insgesamt ziehen 19 Kinder und 32 Erwachsene ab März in die fertiggestellten Wohnungen.
Und last but not least: auch das Schwule Kommunikations- und Kulturzentrum , kurz Sub eV., findet hier wieder eine neue Heimat und trägt zu einer lebendigen Nachbarschaft bei.