Amtstierärztliche Aufgabe ist, darauf hinzuwirken, dass übertragbare Tierkrankheiten bei Mensch und Tier verhütet und bekämpft werden.

In Deutschland sind mehr als 30 Tierseuchen anzeigepflichtig. Diese sind Infektionskrankheiten bei Tieren, die staatlich bekämpft werden, weil sie entweder auf den Menschen übertragbar sind oder einen großen volkswirtschaftlichen Schaden anrichten können.

Bei dem Verdacht, dass eine anzeigepflichtige Tierseuche vorliegt, nimmt das Veterinäramt sofort die Ermittlungen auf und veranlasst gegebenenfalls die Anordnung von Seuchenbekämpfungsmaßnahmen.

Besonders die vorbeugenden Maßnahmen in der Tierseuchenbekämpfung spielen eine große Rolle. Dazu zählt die amtstierärztliche Untersuchung der Tiere beim Auftrieb auf Viehmärkte (Rinder- oder Pferdemarkt), Viehausstellungen und Veranstaltungen ähnlicher Art sowie vor dem Transport ins Ausland.

Auch die Haltung landwirtschaftlicher Nutztiere zum Zweck der Hobbytierhaltung fällt in den Geltungsbereich der tierseuchenrechtlichen Vorschriften. Hintergrund ist, dass das Einschleppen und die Weiterverbreitung von Tierseuchen unabhängig von der Nutzungsart der Tiere ist. Die tragenden Säulen der Tierseuchenbekämpfung sind die Verhinderung der Einschleppung und der Ausbreitung von Tierseuchen. Dazu ist es unabdingbar, dass alle Tierhaltungen, in denen landwirtschaftliche Nutztiere gehalten werden, beim Städtischen Veterinäramt unter der Betriebsnummer registriert sind. Nur so können im Seuchenfall bestehende Haltungen erreicht, Tierbestände geschützt und die weitere Verbreitung der Tierseuche verhindert werden.

 
 

Blauzungenkrankheit

Schutzmaßnahmen, Auflagen, Beschränkungen, mehr...

 
 

Papageienkrankheit

Symptome, Überträger, Meldepflicht, mehr...

 
 
 

Fuchsbandwurm

Infektionswege, Schutzmaßnahmen, Überträger, mehr...

 
 

Tollwut

Infektionswege, Symptome, Schutzmaßnahmen, mehr...

 
 
 

Geflügelpest

Infektionswege, Schutzmaßnahmen, Symptome, mehr...

 
 

Equine Anämie

Überträger, Symptome, Schutzmaßnahmen, mehr...

 
 
 

Anzeige/ Registrierung von Tierhaltungen

Gemäß § 26 Abs. 1 Viehverkehrsverordnung müssen folgenden Tierhaltungen beim zuständigen Veterinäramt angezeigt werden: Rinder, Schweine, Schafe, Ziegen, Einhufer, Hühner, Enten, Gänse, Fasane, Perlhühner, Rebhühner, Tauben, Truthühner, Wachteln, Laufvögel.

Die Anzeige der Tierhaltung hat vor Beginn der Tätigkeit (des geplanten Erwerbs) zu erfolgen.

Erforderliche Angaben:

  • Name
  • Anschrift
  • Anzahl der voraussichtlich gehaltenen Tiere und Arten
  • Standort der Tierhaltung
  • Betriebsnummer

Für die Zuteilung der Betriebsnummer ist für das Stadtgebiet München das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Ebersberg zuständig. Die Betriebsnummern werden auf Antrag zugeteilt.

Änderungen sind dem Veterinäramt unverzüglich mitzuteilen.

Gemäß § 1a Bienenseuchen-Verordnung unterliegen Bienenhaltungen ebenfalls der Anzeigepflicht bei der zuständigen Behörde.

 

TIERNEBENPRODUKTE/ TIERKÖRPERBESEITIGUNG

Die Tierkörperbeseitigung fällt unter die Regelung für tierische Nebenprodukte. Auf EU-Ebene ist das in der VO (EG) Nr. 1069/2009 geregelt. Weitere Bestimmungen finden sich in der VO (EG) Nr. 142/2011. Daneben bestehen auch nationale Regelungen (Tier-Nebenprodukt-Gesetz, Tier-Nebenprodukt-Verordnung). Ziel dieser Regelungen ist es, durch eine fachlich korrekte Entsorgung von Tiernebenprodukten eine mögliche Ausbreitung von Krankheitserregern oder sogar übertragbaren Tierkrankheiten zu verhindern.
Tierische Nebenprodukte, die nicht für den menschlichen Verzehr bestimmt sind, werden gemäß der VO (EG) Nr. 1069/2009 in drei Kategorien eingeteilt (je nach Risiko, welches von dem jeweiligen Material ausgeht). Während Material der Kategorie 1 und 2 grundsätzlich zur Entsorgung bestimmt ist, ist Material der Kategorie 3 grundsätzlich frei handelbar. Zum Material der Kategorie 3 gehören z.B. auch ehemalige Lebensmittel. Um Verwechslungen mit Lebensmitteln zu vermeiden und Warenflüsse in Betrieben transparent zu gestalten ist es vorgeschrieben, dass tierische Nebenprodukte, die nicht für den menschlichen Verzehr bestimmt sind, unverzüglich nach den Vorgaben der VO (EG) Nr. 1069/2009 in korrekt gekennzeichneten Behältern (im Falle der Beförderung mit der vorgeschriebenen Farbe, bei Material der Kategorie 3: grün) gelagert werden. Im Falle von Material der Kategorie 3 müssen die Behälter mit der Aufschrift „Kategorie 3 - Nicht für den menschlichen Verzehr“ gekennzeichnet sein.

Grundsätzlich müssen alle toten Tierkörper einer Tierkörperbeseitigungsanlage zugeführt werden. Die oben genannten Regelungen erlauben verschiedene Ausnahmen. So besteht u.a. in München die Möglichkeit, Heimtiere auf einem Tierfriedhof bestatten zu lassen.
 

Tierfriedhof LETZTE RUHE
Wehner GmbH & Schnatterer GbR
Breiter Weg 55
81247 München
089/81059750
E-Mail: info@tierfriedhof-letzte-ruhe.de
 

Tiertrauer GmbH
Riemer Str. 268
81829 München
089/9455370
E-Mail: info@tiertrauer.de

Auch die Herstellung von Heimtierfuttermitteln fällt in den Geltungsbereich der VO (EG) Nr. 1069/2009. Jeder Betrieb, der Heimtierfutter herstellt, bedarf grundsätzlich der Zulassung gemäß der VO 1069/2009. Weitere Informationen dazu erteilt das Städtische Veterinäramt:

Telefon: 089/ 233-36313

Zusätzlich bedarf ein Betrieb, der Heimtierfutter herstellt, einer Registrierung, bzw. Zulassung gemäß der VO (EG) Nr. 183/2005. Weitere Informationen dazu sind bei der Regierung von Oberbayern (Sachgebiet 56 – Futtermittel) erhältlich:

Seit dem 03.09.2008 ist der betriebseigene Einsammeldienst für tote Fundtiere des Abfallwirtschaftsbetriebs (AWM) tätig. Dieser ist erreichbar unter:

Telefon: 089/233-31999.

Das Telefon ist besetzt von Montag bis Donnerstag von 8 – 18 Uhr und an den Freitagen von 8 – 16 Uhr.

In den Nachtstunden bzw. an den Wochenenden / Feiertagen wird weiterhin die Feuerwehr beziehungsweise die Polizei in Notfällen und bei verdächtigen Funden von Wasservögeln im Rahmen der Amtshilfe tätig.

Für das Gebiet der Landeshauptstadt München wird das Beseitigen toter Heimtiere durch Vergraben genehmigt (Quelle: Amtsblatt der Landeshauptstadt München – Nr. 11/2008 S. 408). Diese Genehmigung gilt nur unter folgenden Bedingungen:

  1. das betroffene Heimtier darf nicht an einer übertragbaren Tierseuche erkrankt sein
  2. das Vergraben hat unmittelbar nach dem Tod des Heimtieres zu erfolgen, eine Lagerung ist nicht zulässig
  3. das Vergraben darf nur auf eigenem Grund des Tierbesitzers erfolgen (oder auf einem Tierfriedhof s.o.). Ein Vergraben in Wasserschutzgebieten oder in unmittelbarer Nähe von öffentlichen Plätzen oder Wegen ist nicht zulässig.
  4. das Heimtier muss mindestens mit einer Erdschicht von 50 cm bedeckt sein
  5. das Heimtier darf nur in einer Umhüllung begraben werden, die den Verwesungsprozess nicht beeinträchtigt.
 

EQUIDENPASS

Alle Pferde und andere Equiden, wie Esel oder Maultiere, müssen ein Dokument zur Identifizierung (Pferdepass) haben. Ab Juli 2009 gilt für die Kennzeichnung und Registrierung für Equiden die VO (EG) Nr. 504/2008. Das bedeutet, dass alle Equiden, die nach dem 1.7.2009 geboren sind, nicht nur einen Equidenpass benötigen, sondern auch zusätzlich mit einem Mikrochip gekennzeichnet sein müssen.

 

Weitere Informationen bezüglich der Kennzeichnung von Equiden sind in den unten angezeigten Merkblättern enthalten.

Weitere Informationen sind im Veterinäramt erhältlich:
Telefon: 089/233-36313

Zudem wird im Pass ein neues Kapitel eingeführt, in dem die Arzneimittelbehandlungen dokumentiert werden. Bereits vorhandene Pässe sind entsprechend zu ergänzen. Tierärzte müssen künftig bei Pferden, die zur Schlachtung bestimmt sind, alle Arzneimittelbehandlungen, bei denen Stoffe aus der Liste der VO (EG) Nr. 1950/2006 verwendet wurden, im Pferdepass eintragen (Abschnitt IX Teil III des Equidenpasses). Die Dokumentation sonstiger apothekenpflichtiger Tierarzneimittel, die Pferden verabreicht werden, für die die Lebensmittelgewinnung im Pass nicht ausgeschlossen ist, erfolgt gemäß den Vorgaben der Tierhalter-Arzneimittel-Nachweisverordnung (wie für alle Tiere, die der Lebensmittelgewinnung dienen).
Dadurch wird sichergestellt, dass nur Pferde in die Lebensmittelkette gelangen, die ausschließlich für Lebensmitteltiere zugelassene Medikamente erhalten haben. Diese Regelung gilt in der gesamten Europäischen Gemeinschaft.

Bei Tieren mit dem Vermerk im Pass "nicht zur Schlachtung bestimmt" dürfen auch Medikamente angewendet werden, die nicht für lebensmittelliefernde Tiere zugelassen sind. Diese Eintragung gilt dann für das gesamte Pferdeleben. Die Eintragung "zur Schlachtung bestimmt" kann jedoch jederzeit bei entsprechender Behandlung eines Pferdes in den Eintrag "nicht zur Schlachtung bestimmt" geändert werden.

Für den Bereich der Freizeitpferde in Bayern kann ab sofort bei folgenden Organisationen die Ausstellung eines Equidenpasses beantragt werden:

  • Bayer. Landestierärztekammer
    Bavariastraße 7a
    80336 München
  • Landesverband bayer. Pferdezüchter e.V.
    Landshamer Straße 11
    81929 München
  • Bayer. Reit- und Fahrverband e.V.
    Landshamer Straße 11
    81929 München
  • Kleinpferde und Spezialpferderassen e.V.
    Landshamer Straße 11
    81929 München
  • Vereinigung der Freizeitreiter und -fahrer Deutschlands,
    Landesverband Bayern e.V.
    Johann-von Werth-Straße 1
    80639 München

Tierärzte oder Brennmeister dieser Organisationen erheben dann vor Ort die für den Equidenpass erforderlichen Daten wie Alter, Rasse, Geschlecht, Abstammung sowie besondere Abzeichen.
Die Daten werden dann weitergeleitet an den Landesverband der bayer. Pferdezüchter. Diese Organisation ist zentral für ganz Bayern mit der Pass-Ausstellung beauftragt.

 

Kontakt

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Landeshauptstadt München

Kreisverwaltungsreferat (KVR)

Hauptabteilung I Sicherheit und Ordnung. Gewerbe Städtisches Veterinäramt

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Thalkirchner Straße 106
80337 München