Seit Mai 2000 wird auch in München an ausgewählten Lichtzeichenanlagen (Ampel) das "Grünpfeilschild" angebracht. Allgemein wird der Pfeil auf dem Schild auch als "Grünpfeil" bezeichnet. Bis Ende März 2008 wurden an 63 Kreuzungen insgesamt 72 Schilder angebracht.
Das neben dem Lichtsignal "ROT" immer rechts angebrachte Grünpfeilschild bedeutet:
Die Möglichkeit für den Fahrzeugführer "bei Rot nach rechts abbiegen, wenn das durch einen zusätzlichen grünen Pfeil angezeigt ist", galt in den neuen Bundesländer bereits seit 1978. Ergänzt um die Anhaltepflicht an der Haltelinie wurde die Regelung 1994 als "Grünpfeilschild" in die Straßenverkehrsordnung aufgenommen.
Die Diskussion um den "Grünpfeil" ist aber noch nicht ganz erloschen. Die einen empfinden das Grünpfeilschild als ein Stück zurückgewonnene Freiheit, als ein Instrument zur Verflüssigung des Verkehrs und als ein klein wenig Umweltschutz. Andere sehen darin nur ein Zugeständnis an die Autofahrer oder gar ein Gefährdungspotenzial für Fußgänger und Radfahrer.
Das Kreisverwaltungsreferat hat sich intensiv mit dem Für und Wider des Grünpfeilschildes auseinandergesetzt. Die Erfahrungen mit den ab Mai 2000 eingeführten Grünpfeilen haben gezeigt, dass bei sorgfältiger Auswahl der Standorte das Unfallgeschehen an Kreuzungen mit Grünpfeilschildern keine signifikanten Veränderungen aufweist, insbesondere auch nicht mit Fußgängern und Radfahrern. Eine sorgfältige Auswahl der Standorte ist dafür ebenso unerlässlich wie eine gelegentliche Überprüfung. Deshalb wird an der Grünpfeilbeschilderung in München weiter festgehalten.
Welchen Nutzen leisten Grünpfeilschilder?
Beim "Grünpfeil" darf nach rechts auch bei einer Ampel mit Hauptsignal "ROT" abgebogen werden, bei "GELB" oder "ROT/GELB" aber nicht! Damit verbunden sind aber Regeln, deren Einhaltung für die Sicherheit von maßgeblicher Bedeutung sind.
Die Straßenverkehrsordnung schreibt vor:
Wichtige Hinweise für die ganz eiligen Verkehrsteilnehmer:
Den meisten Verkehrsteilnehmern ist der kleine grüne Pfeil und die mit dem Schild verbundenen Regeln bekannt – aber noch nicht allen.
Aus diesem Grunde wird parallel zur Montage eines neuen Grünpfeilschildes eine Hinweistafel aufgestellt, welche leicht erfassbar erklärt, dagä vor dem Abbiegen bei "Rot" ein STOP an der Haltelinie zwingend vorgeschrieben ist und auf Fußgänger und Radfahrer zu achten ist.
Bei der Auswahl der Standorte für Grünpfeilschilder achten wir besonders auf die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer. Die Straßenverkehrsordnung § 37 und die entsprechenden Verwaltungsvorschriften schreiben genau vor, wo die grünen Blechpfeile aufgestellt werden dürfen und wo nicht.
Hier die Zusammenstellung der Ausschlusskriterien:
Achtung Autofahrer!
Sie gefährden mit Ihrem Fehlverhalten den Verbleib des Grünpfeilschildes.
Im März 2006 ordnete die Verkehrssteuerung des Kreisverwaltungsreferates ein Novum bei der Verkehrsregelung für Radfahrer an. Erstmalig wurde damit in Deutschland das bisher nur für den Straßenverkehr geltende Grünpfeilschild exklusiv auch für den Radwegverkehr verwendet.
Das Bayerische Staatsministerium des Innern hatte dazu mitgeteilt, dass der allgemeine Wortlaut des § 37 StVO (Straßenverkehrs-Ordnung) eine Verwendung von Grünpfeilschildern an nur für Radfahren geltenden Lichtzeichen nicht ausschließt.
Auch die Regierung von Oberbayern hatte sich als Aufsichtsbehörde dem Vorhaben gegenüber nicht verschlossen gezeigt.
Somit entschied sich das Kreisverwaltungsreferat eigenverantwortlich im Rahmen seiner Amtspflicht und unter Berücksichtigung der besonderen örtlichen und verkehrlichen Begebenheiten zur Anordnung des Grünpfeilschildes für den Radwegverkehr.
Die baulichen Voraussetzungen waren:
Nunmehr können also die Radfahrer von der Wendl-Dietrich-Straße kommend nach rechts in Richtung Rotkreuzplatz abbiegen.
Zeitgleich wurde auch das Rechtsabbiegegebot in der Leonrodstraße / Rotkreuzplatz für Radfahrer außer Kraft gesetzt. Radfahrer haben jetzt die legale Möglichkeit von der Leonrodstraße kommend, den Rotkreuzplatz in direkter Linie zu erreichen.
Die Attraktivität dieser häufig genutzten Radwegverbindung hat sich damit deutlich erhöht.