Galerie Wittenbrink

Die Förderkriterien des Kulturreferats verfolgen das Ziel, einen verbindlichen Handlungsrahmen für die Zusammenarbeit von Stadt und ihren Partnern zur Verfügung zu stellen.

Gleichzeitig lässt dieser inhaltliche Bezugsrahmen ausreichend Flexibilität für das Handeln und das kreative Schaffen der Partner des Kulturreferates. Dabei haben die untenstehenden formalen, inhaltlichen und qualitativen Kriterien sowohl übergeordneten als auch spartenübergreifenden Charakter. Sie sind daher im Sinne eines übergeordneten Förderkonzepts für den Kulturbereich zu verstehen.

 

Formale Kriterien der Kulturförderung

Die im folgenden genannten formalen Kriterien müssen von den Kooperationspartnern/innen und Zuschussnehmern/innen ausnahmslos alle erfüllt sein.

  • Die Veranstaltungen und Programme sind öffentlich zugänglich.
  • Die Kooperationspartner/innen und Zuschussnehmer/innen sind in der Regel in München und sowohl für die an Kunst- und Kultur interessierten Münchner/innen tätig, als auch für bisher weniger interessierte Zielgruppen, die an Kunst und Kultur herangeführt werden sollen.
  • Ausgaben und Einnahmen für Programme und Veranstaltungen sind angemessen und durch eine nachvollziehbare Kalkulation belegt (Gesamtfinanzierungsplan, incl. Drittmittel).
  • Exposés/Projektbeschreibungen skizzieren die Inhalte.
  • Die Professionalität und Verlässlichkeit der Veranstalter/innen sind gewährleistet.
  • Veranstaltungen und Programme, die auch auf kommerzieller Basis durchgeführt werden können, werden nicht gefördert.
  • Benefizveranstaltungen können nur nach vorheriger Zustimmung des Münchner Stadtrats (z.B. Beschlüsse zu Benefinzkonzerten der Münchner Philharmoniker) gefördert werden.
  • Parallelangebote werden nur in begründeten Ausnahmefällen gefördert.
 

Inhaltliche Kriterien der Kulturförderung

Die inhaltlichen Kriterien sind auf der Basis der übergeordneten Ziele der Förderung von Kunst und Kultur - zuletzt vom Stadtrat am 25.10.2006 verabschiedet - formuliert worden. Sie implizieren die Gleichstellung von Frauen und Männern als kultur- und gesellschaftspolitischen Auftrag und fokussieren darüber hinaus die Nachhaltigkeit als essentiellen Bestandteil zeitgenössischen Kulturschaffens. Als Gesprächsbasis dienen sie nicht zuletzt der Profilierung des inhaltlichen Dialogs zwischen Kulturreferat und den einzelnen Kooperationspartner/innen und Zuschussnehmer/innen. Dabei versteht es sich von selbst, dass die einzelnen Kooperationspartner/innen und Zuschussnehmer/innen nicht alle inhaltlichen Kriterien gleichzeitig erfüllen müssen.

Kultur schafft bürgerschaftliches Engagement

Die Kooperationspartner/innen und Zuschussnehmer/innen stärken die Eigeninitiative von Bürger/innen. Sie tragen damit zur nachhaltigen Wirksamkeit und Bedeutung gesellschaftlicher Beteiligung bei.

Kultur schafft Grenzüberschreitung

Die Kooperationspartner/innen und Zuschussnehmer/innen tragen zum lebendigen Umgang mit traditionellen als auch mit innovativen oder experimentellen Formen der Kunst und Kultur bei und vermitteln diese an eine größere Öffentlichkeit.

Kultur schafft Nachwuchs

Die Kooperationspartner/innen und Zuschussnehmer/innen orientieren sich am Kulturverständnis der jüngeren Generation; sie fördern und unterstützen den Nachwuchs und/oder leisten besondere Programmarbeit für Jugendliche und Heranwachsende.

Kultur schafft Austausch

Die Kooperationspartner/innen und Zuschussnehmer/innen erhöhen die internationale Präsenz der Münchner Kunst und Kultur und wirken als Vermittler und Multiplikatoren. Sie erhöhen die Präsenz internationaler Kunst und Kultur in München und verstärken deren Bedeutung.

Kultur schafft Identifikation

Die Kooperationspartner/innen und Zuschussnehmer/innen beschäftigen sich mit urbanen Prozessen und ihren Auswirkungen auf die Wahrnehmung und Befindlichkeit des Einzelnen und laden zur Auseinandersetzung mit diesen Prozessen ein. In kritischer Auseinandersetzung mit der Globalisierung schaffen sie lokale Bezugspunkte und fördern auf diese Weise neue Identifikationsmöglichkeiten.

Kultur schafft Begegnung

Die Kooperationspartner/innen und Zuschussnehmer/innen erhalten und stärken die kulturelle Vielfalt Münchens und verbessern deren öffentliche Wahrnehmung. Sie leisten ihren Beitrag zur interkulturellen Orientierung und Öffnung und stärken den Respekt vor anderen Kulturen, vermehren das Wissen über vermeintlich Andersartiges und Fremdes und fordern zu tolerantem Verhalten in der urbanen Gesellschaft auf. Sie hinterfragen das identitätsbezogene Konzept der Interkulturalität und setzen damit die Unterschiede zwischen Kulturen neu zueinander ins Verhältnis. Sie regen damit zu Auseinandersetzungen an.

Kultur schafft Bildung

Die Kooperationspartner/innen und Zuschussnehmer/innen vermitteln Kulturtechniken und Kenntnisse über kulturelle, gesellschaftliche und politische Fragen. Sie tragen damit zum lebenslangen Lernen bei, zur persönlichen Entwicklung des Einzelnen und schaffen auf diese Weise die Voraussetzung für ein Kultur schafft Bildungdauerhaftes Interesse an professionellen Kulturangeboten.

Kultur schafft Gedächtnis

Die Kooperationspartner/innen und Zuschussnehmer/innen setzen sich in ihrer Arbeit kritisch mit dem kulturellen Erbe auseinander. Sie arbeiten daran, Verdrängtes und Vergessenes bewusst zu machen und tragen dazu bei, das kulturelle Gedächtnis weiter zu entwickeln.

 

Qualitätskriterien und -beurteilung der Kulturförderung

Das Kulturreferat setzt sich ein für die Entwicklung von Qualitätskriterien bei allen Künstler/innen und Kulturschaffenden, die einem kontinuierlichen Kommunikationsprozess unterliegen und laufend hinterfragt, sowie aufgrund von Erfahrungswerten ergänzt und aktualisiert, aber auch geprüft und beurteilt werden müssen. Dabei versteht sich das Kulturreferat als Dialogpartner der Künstler/innen und Kulturschaffenden, deren Professionalität vorausgesetzt wird. Grundsätzlich geht das Kulturreferat von folgenden Kriterien für die Qualitätsbeurteilung eines Projekts aus:

Nachhaltigkeit: Das Projekt ist nachhaltig angelegt, es ist zukunftsfähig, steigert die Standortqualität, sensibilisiert das Publikum für den Wert und die Qualität von Kultur, positioniert sich gesellschaftspolitisch, bindet die lokale Szene mit ein und hat Netzwerkeffekte.

Chancengleichheit: Das Projekt ist für alle zugänglich. Es hat auch diejenigen Menschen im Blick, denen der Zugang zu künstlerischer und kultureller Arbeit in der Regel verschlossen ist. Es fördert die Integration unterschiedlicher Ethnien, sozialer Schichtungen und Altersgruppen

Relevanz: Das Projekt beschäftigt sich in der Regel mit künstlerischen und kulturellen Inhalten. Es hat dabei auch gesellschaftliche, soziale, politische, ökonomische Fragestellungen im Blick.

Resonanz: Das Projekt wird von unterschiedlich definierten Zielgruppen wahrgenommen. Es setzt etwas in Bewegung und ist auf eine längerfristige Wirkung angelegt, es beinhaltet ungewohnte Ansätze und Perspektiven.

Originalität: Das Projekt regt zu neuen Sichtweisen an. Es setzt sich mit innovativen Entwicklungen auseinander, auch vor dem Hintergrund lokaler Tradition. Es erschließt ungewohnte, kreative Lösungsansätze.
Gender Mainstreaming: Das Projekt setzt sich mit den Konstrukten der Geschlechterdifferenz auseinander. Es hinterfragt den Prozess der alltäglichen Interaktion, in dem sowohl das traditionelle Geschlechterverhältnis reproduziert als auch die kulturellen Zuschreibungen für das soziale Geschlechterverhältnis strukturiert werden.

Diese Qualitätsbeurteilung bildet die Grundlage für die Evaluation im Kulturbereich, die nach unterschiedlichen methodischen Ansätzen erfolgen kann. Wichtig in diesem Zusammenhang ist es zu betonen, dass eine professionelle, allumfassende und flächendeckende Evaluierung dementsprechende personelle und finanzielle Ressourcen voraussetzt, die im Kulturreferat nicht vorhanden sind. Die oben beschriebene Qualitätsbeurteilung wird daher lediglich stichprobenartig erfolgen können.
Neue Fördermodelle für Kunst im öffentlichen Raum

Weitere Informationen erhalten Sie unter der E-Mail-Adresse: kultur.foerderung@muenchen.de.