Bayrisches liegt momentan im Trend. Nebeneinander existieren in München Trachtenvereine und Volkstanzkreise, kulturinteressierte Wirte, Institutionen, junge Musikveranstalter, die die Volkskultur sichtbar machen: Der „Kocherl-Ball“ oder die „Wiesn“, die „Fraunhofer Volksmusiktage“ oder das Volkskultur-Programm im Hofbräuhaus lassen die Volkskultur für alle Einwohner und Gäste aufleben. Im Biergarten, einer ganz besonders münchentypischen gastronomischen Form, bei der der Gast sein Essen selber mitbringen darf, sind alle Auseinandersetzungen zwischen „Traditionellen“ und „jungen Wilden“ vergessen. Alle leben hier „ihre“ Kultur und wissen kaum mehr, dass sie etwas Besonderes ist.

Heute wird auch in der Stadt begeistert gejodelt und die „Münchner Francaise“ ist in Tanzschulen und auf vielen Tanzkursen der Lieblingstanz aller. Jedes Jahr werden neue Gelegenheiten gefunden, um Traditionelles erlebbar zumachen, sei es auf Bühnen oder zum Mitmachen. Das Mitmachen ist hier ganz einfach, denn über die Kulturtechniken, die hier benötigt werden, verfügt jeder.

München hat im Unterschied zu anderen deutschen Städten traditionelle Anteile in seiner Alltagskultur. Neben den vielen migrantischen kulturellen Prägungen kann jeder Besonderheiten der bairischen Regionalkultur erleben, z.B. beim Tanzen, beim Singen, in der Bekleidung, der Sprache, der Musik, dem Volkstheater, im Brauchtum zu Festen des Lebens- und Jahreslaufs. Da viele Vereine und Institutionen sich darum gezielt kümmern, kann man diese Besonderheiten auch bei unterschiedlichen Veranstaltungen erleben und selber mitmachen.