Münchner Kindl und Ludwigstrasse
Perspektivenwechsel: Die Bilder des Fotografs Rainer Viertlböck zeigen München aus ungewöhnlichen Blickwinkeln (©Rainer Viertlböck)

„Wenn man fliegen könnte, hätte man diese beeindruckende Aussicht auf München!“ Oder: „Sehr beeindruckend, die Perspektiven sind ungewohnt. Wann kann man schon dem Friedensengel über die Schulter schauen.“ Das schrieben Besucher der Fotoausstellung „Der Neue Blick auf München“ in das Gästebuch des Fotografen Rainer Viertlböck. Ab 7. Februar sind 16 Bilder aus dem umfangreichen Zyklus von Arbeiten, die der Künstler seiner Heimatstadt gewidmet hat, für ein Jahr im Münchner Rathaus verstreut über drei Stockwerke zu sehen.

Fotograf Rainer Viertlböck
Der Fotograf Rainer Viertlböck beim Shooting im Helikopter

Laut Rainer Viertlböck gibt es viele Blicke und viele Herangehensweisen an München oder überhaupt an Fotografien von Städten. Für Oberbürgermeister Christian Ude und Personal- und Organisationsreferent Dr. Thomas Böhle eine Anregung auch für die Arbeitgeberin Stadt München und deren fast 32.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter immer einen Perspektivenwechsel im Arbeitsalltag im Blick zu haben.

Beide sind sich einig: „Auch bei der Stadt ist es wichtig, Herausforderungen von verschiedenen Seiten anzugehen und dabei einen neuen Blick zu wagen.“

 
Drohne
Drohne an der Münchner Ludwigskirche

Die Ausstellung im Rathaus ist ein Spaziergang ganz anderer Art durch die Landeshauptstadt, wie man sie noch nie wahrgenommen hat. Dieser ,Blickwechsel‘ regt zum Staunen und Raten an. Viertlböck ist selbst Münchner und hat nach langen Jahren im Ausland seine Heimatstadt neu erlebt. Viertlböcks Bilder zeigen die Stadt aus so bisher nicht dargestellten Perspektiven. Dabei kommt der Fotograf den Münchner Wahrzeichen ganz nah – wie zum Beispiel, wenn er mit der Kamera dem Blick der Bavaria folgt oder die Kamera auf Augenhöhe mit dem Münchner Kindl auf der Spitze des Rathausturms positioniert.

Der Münchner hat es sich zu einer seiner Aufgaben gemacht, seine Heimatstadt aus ungewöhnlichen Blickwinkeln zu zeigen. Die Jahreszeiten und das Wetter sind sein ,Bühnenbild‘ für diesen Zyklus von München-Bildern - allesamt eine Hommage an diese wie er sagt „wunderbare Stadt“. „Manche meiner Bilder öffnen dem Betrachter oder der Betrachterin in gewisser Weise erst die Augen für die Schönheit inmitten derer wir leben – wie das Dach der Ludwigskirche mit seinen bunten Dachziegeln oder die beschneite Quadriga mit ihrem Löwengespann“, schwärmt er. Seit 2010 widmet er sich der Arbeit „Der Neue Blick auf München“ mit größtem technischen und zeitlichen Aufwand. Viertlböck bedient sich ungewöhnlicher Hilfsmittel, er fotografiert mit Kränen, Drohnen oder aus dem Helikopter, um eine andere Perspektive zu bekommen. Oft arbeitet er Tage oder gar Wochen an einem Motiv, bis es so ist, wie er es im Kopf hat. Ein Bewunderer seiner Bilder sagte dazu: „Wer so mit Licht und Schatten umzugehen versteht – und dabei noch solche 'Standpunkte' erklimmt, der kriegt freilich solch beeindruckende Fotos hin.“

Der Fotograf begann seine berufliche Laufbahn als Filmkomponist und ist auch ansonsten kein Unbekannter. Als Fotograf widmet er seine Arbeit zu gleichen Teilen den Licht- und Schatten- Seiten unserer Zeit. So fotografierte er über viele Jahre hinweg das gesamte Lebenswerk des Deutsch- Amerikanischen Architekten Helmut Jahn, wie auch Interiors von Afrikanischen Immigranten, Bunkeranlagen in der Normandie oder chemieverseuchte Industrie Brachen in Südspanien, um nur einige seiner Arbeiten zu nennen.

 

Wer sich also neu in München verlieben oder einfach einen anderen Blick auf die Isarmetropole werfen möchte, kann die entstandenen Fotos von Montag bis Donnerstag von 8 Uhr bis 17 Uhr sowie am Freitag von 8 Uhr bis 12.30 Uhr im Rathaus bewundern.

 
3er-Bildkomposition Viertelböck
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