HIV steht für Human Immunodeficiency Virus. Das HI-Virus befällt Zellen des körpereigenen Abwehrsystems (Immunsystems) und zerstört sie, um sich selbst zu vermehren.

HIV

Human Immunodeficiency Virus (HIV)

Zu Beginn der Infektion steigt die Zahl der Viren im Blut schnell an und das Immunsystem versucht, dagegen zu kämpfen. Nach einigen Wochen kommt es meist zu grippeähnlichen Beschwerden, die jedoch wieder verschwinden und häufig nicht mit einer HIV-Infektion in Verbindung gebracht werden.

Eine unbehandelte Infektion verursacht oft über Jahre einen fortschreitenden Verfall des Immunsystems. Es treten Infektionen auf, unter denen gesunde Menschen sonst nur selten leiden (sog. opportunistische Infekionen): Typisch sind beispielsweise eine besondere Form der Lungenentzündung (Pneumocystis-Pneumonie) oder Hefepilz-Infektionen der Speiseröhre.

Infektionswege und Risiken

HIV wird durch vaginalen oder analen Geschlechtsverkehr sowie auch durch Bluttransfusionen oder die Nutzung verunreinigter Spritzen übertragen. Ein weiterer Infektionsweg ist der von der Mutter auf ihr Kind während der Schwangerschaft, bei der Geburt oder beim Stillen. Generell birgt direkter Blutkontakt die größte Gefahr.

Beim Geschlechtsverkehr erhöhen andere Geschlechtskrankheiten oder Verletzungen das Risiko einer Infektion. Eine besonders hohe Ansteckungsgefahr besteht auch während der Monatsblutung der Frau. Beim Oralverkehr kann man sich insbesondere dann infizieren, wenn Verletzungen im Mundraum vorliegen.

Das Übertragungsrisiko bei HIV ist von der Höhe der Virusmenge in der jeweils übertragenen Körperflüssigkeit abhängig. Dies hat wichtige Auswirkungen darauf, wie stark sich die Erkrankung verbreitet. Zu beachten ist dabei insbesondere:
 

  • Werden Körperflüssigkeiten wie Blut oder Sperma innerhalb von Tagen und Wochen mit vielen Personen ausgetauscht, besteht ein deutlich erhöhtes Risiko, auf Menschen zu treffen, die erst seit kurzer Zeit infiziert und somit hoch ansteckend sind.
  • Langjährig HIV-Infizierte, die von ihrer Erkrankung nichts wissen und daher unbehandelt geblieben sind, sind kurz vor dem Ausbruch des AIDS-Stadiums erneut sehr ansteckend.
  • Geschlechtskrankheiten und Entzündungen öffnen natürliche Haut- und Schleimhautbarrieren und vergrößern so ebenfalls das Risiko einer HIV-Infektion. Genitale Herpesinfektionen und andere Geschlechtskrankheiten wie etwa Gonorrhoe (Tripper), Syphilis oder auch eine Chlamydieninfektion erhöhen das Ansteckungsrisiko z.B. um das bis zu 10-fache.

Im Allgemeinen ist es unwahrscheinlich, sich durch Alltagskontakte zwischen Familienangehörigen mit HIV zu infizieren. Wichtig ist, Blut-Blut-Kontakte zu vermeiden.

Achten Sie insbesondere darauf, Rasierklingen oder Zahnbürsten nicht gemeinsam zu benutzen und gebrauchte Kanülen nicht in die Plastikspritze zurückzustecken, sondern direkt in einem Abwurfbehälter zu entsorgen.

 

(Quelle: Rockstroh, HIV-Buch 2010)

 

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