Der Dschungel ist weit weg und doch begegnet er uns täglich – beispielsweise im Supermarkt, der Drogerie oder im Wohnzimmer: Schokolade, Kosmetikprodukte mit Palmölen oder ein aus Tropenholz gefertigtes Bücherregal zählen zu den Produkten, die aus den Regenwäldern kommen.
Im peruanischen Amazonien, wo die Asháninka leben, schürt der Rohstoff-Abbau und Export Konflikte zwischen den Ureinwohnerinnen und -einwohnern und der Regierung. Der Raubbau an der Natur zerstört den Lebensraum des Regenwaldvolkes. Viele Tier- und Pflanzenarten sterben aus, das Ökosystem ist akut bedroht. Geografisch ist das alles weit weg von Deutschland, weit weg von München. Die Auswirkungen aber bekommen auch wir zu spüren. Mit drastischen Folgen: Der Klimawandel schreitet immer mehr voran. Die Regenwälder und damit die sogenannten Grünen Lungen der Welt schwinden. Die Landeshauptstadt München engagiert sich deshalb gemeinsam mit dem Nord Süd Forum München e.V. für und mit ihren Partnerinnen und Partnern in Amazonien. Mit den Asháninka ist 1997 eine lehrreiche und lebendige Klimapartnerschaft zum Schutz des Regenwaldes entstanden, die am Referat für Gesundheit und Umwelt (RGU) angesiedelt ist.
Eine Sektion der vom Kinder- und Jugendmuseum München organisierten Ausstellung „Im Dschungel“ (17. Dezember 2011 bis 4. November 2012) ist den Asháninka gewidmet. Die fünf Ausstellungstafeln, auf denen ihre Lebenswelt präsentiert wird, sind zusammen mit dem RGU und dem Nord Süd Forum München e.V. erarbeitet worden. Kinder und Jugendliche erfahren, wie sie leben, wo sie wohnen, wie sie sich ernähren, unter welchen Bedingungen die Asháninka in die Schule gehen und was sie in ihrer Freizeit machen. Kind- und jugendgerecht werden die Probleme, mit denen die Menschen zu kämpfen haben, vermittelt: die zunehmende Abholzung, die Bedeutung von Landrechten für die indigenen Völker und die Notwendigkeit, dass sich auch Münchnerinnen und Münchner engagieren. Denn nur wenn sich die Lebenssituation der indigenen Völker verbessert und sie ihre Rechte auch wahrnehmen können, kann das Ökosystem Regenwald geschützt und bewahrt werden. Zusätzlich bietet das Kinder- und Jugendmuseum gemeinsam mit dem RGU ein Rahmenprogramm an, das die Inhalte der Ausstellung aufgreift und vertieft.
In Workshops und interaktiven Projekten erfahren die Besucherinnen und Besucher mehr über das Leben der Asháninka und über die Auswirkungen des weltweiten Klimawandels, die im Amazonasbecken bereits deutlich zu spüren sind. Im Sommer 2012 ist auch ein Besuch der Asháninka geplant, der dann im Kinder- und Jugendmuseum auf Münchner Mädchen und Buben trifft. Die Ausstellung „Im Dschungel“ ist ein beispielhaftes Projekt, in dem die Zusammenhänge zwischen dem Leben in einer für uns unvorstellbaren Welt und unserem eigenen Lebensraum präsentiert werden. Sie bringt den Münchnerinnen und Münchnern die Lebensbedingungen der Völker im Regenwald näher und zeigt, wie wichtig dessen Erhalt auch für uns ist. Zugleich bewirkt der Besuch der Ausstellung schon etwas: Jede Eintrittskarte von „Im Dschungel“ unterstützt mit fünf Cent den Bau einer Vorschule für Asháninka Kinder im peruanischen Urwalddorf Alto Sandoveni.
Die Landeshauptstadt ist die Klimapartnerschaft als Mitglied im Klima-Bündnis, einem europäischen Städtenetzwerk, dass klimaschädliche Treibhausgase reduzieren will, eingegangen. Der weltweite Klimaschutz und Erhalt des Lebensraums für indigene Völker im amazonischen Regenwald sind ein Ziel des Netzwerks. Im Klima-Bündnis haben sich mehr als 1.600 Städte und Kommunen zusammengeschlossen, um auf lokaler Ebene zu handeln. Joachim Lorenz, Referent für Gesundheit und Umwelt der Landeshauptstadt München ist auch Vorsitzender des Klima-Bündnis.