Anhand von mitgebrachten Fotos erzählen Migrantinnen, die in München leben, jetzt ihre Geschichte, die auch die Integration in der neuen Heimat reflektiert. Die fototechnisch bearbeiteten Bilder der Frauen sowie persönliche Geschichten, die den Fotos nicht zugeordnet wurden, sind bei der Ausstellung "Spurensuche - Fotos und Geschichten" bis Ende September im Kulturhaus Milbertshofen (Curt-Mezger-Platz 1) zu sehen.

Spurensuche
Foto: Michael Ecker

Die Gründe für den Zuzug nach Deutschland sind vielfältig: mal spricht die Arbeit dafür, sich eine neue Heimat zu suchen, mal die Liebe - oft ist es aber auch die politische Verfolgung, die Menschen zwingt, die alte Heimat zu verlassen und eine neue zu finden. In den vergangenen 50 Jahren sind 7,5 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund nach Deutschland gekommen. Auch in München haben viele von Ihnen ihren Lebensmittelpunkt gefunden, etwa in den Stadtbezirken 24 und 11. Im gemeinsam vom Referat für Gesundheit und Umwelt und pro familia genutzten Gruppenraum im Hasenbergl entstand 2008 eine interkulturelle Gruppe von Frauen, die sich unter Leitung von Sozialpädagoginnen des RGU und von pro familia regelmäßig trifft und austauscht. In den vergangenen zwei Jahren sind die Frauen interviewt worden. Anhand der Fotos und von Texten, erzählen sie jetzt ihre Geschichte.

Interkulturelle Spuren

Da ist beispielsweise die 54-jährige Lehrerin aus Kabul, die von den Mudschahedin gefoltert wurde, im Alter von 17 Jahren nach Indien flüchtete und schließlich in Deutschland in einem Schnellrestaurant Arbeit fand. Oder eine 38-jährige Mutter, die im Alter von 18 Jahren der Liebe wegen aus Ankara nach München kam. Anfangs sei das Heimweh groß gewesen. „In Deutschland fühle ich mich zu Hause“, sagt sie heute. „Aber die Liebe zum Heimatland Türkei bleibt.“ Es sind interkulturelle Spuren, die man beim Betrachten der Bilder und Lesen der Texte verfolgt und es sind generationenübergreifende Geschichten, die zeigen, dass die Gründe für Migration unterschiedlicher nicht sein können – ihnen allen gemeinsam ist jedoch eines: Die Integration in die neue Heimat. Mit „Spurensuche“ soll den Frauen eine öffentliche Stimme gegeben werden, um ihre Migrations- und Lebensgeschichte zu erzählen. Bewusst sind die Mitwirkenden ermuntert worden, die Rolle als Frau und Mutter im Herkunftsland und in der neuen Kultur zu reflektieren. Daraus entstanden sind Texte mit „interkulturellen Spuren“, die als Lese-Folien gestaltet wurden. Die 21 Bilder hat Fotograf Michael Ecker bearbeitet.

Öffnungszeiten

„Spurensuche“ ist ein Gemeinschaftsprojekt des Referats für Gesundheit und Umwelt und vom Ortsverband pro familia München e.V. unter anderem mit den Zielen den Austausch zwischen den Generationen, soziale und kommunikative Kontakte zu fördern. Unterstützt wird die Ausstellung durch das Kulturreferat.

Sie ist täglich außer montags von 12 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist kostenlos. Weitere Informationen zu „Spurensuche“ gibt es im Internet unter www.kulturhaus-milbertshofen.de