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Paulaner-Areal am Nockherberg


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Das Planungsgebiet von oben

Das Projekt

Zum Jahresende 2011 hat die Paulaner-Brauerei entschieden, ihre Produktion und Logistik an den Stadtrand nach Langwied zu verlagern. Damit eröffnet sich für die Stadt München die Chance, die industriell-gewerblich geprägten Gebiete in der Au in neue, nachhaltige Wohnquartiere umzuwandeln.

Zirka 1.500 neue Wohnungen für etwa 3.500 Menschen, mehrere Kindertagesstätten und ein 16.000 Quadratmeter großer Park – das und mehr ist auf dem Gelände geplant, das zwei Kilometer vom Stadtzentrum entfernt ist. Eine neue Grundschule wird außerhalb des Planungsgebiets an der Hochstraße 31 entstehen.

Um eine ansprechende Gestaltung zu gewährleisten, hat die Investorin, die Bayerische Hausbau, Ende Oktober 2012 in Abstimmung mit dem Referat für Stadtplanung und Bauordnung für die drei Teilbereiche Regerstraße (5,1 Hektar), Welfenstraße (2,3 Hektar) und Ohlmüllerstraße (1,7 Hektar) einen städtebaulichen und landschaftsplanerischen Wettbewerb ausgelobt. Grundlage dafür waren die im Aufstellungsbeschluss des Stadtrats am 24. Oktober 2012 genannten Planungsziele: Neben den Wohnungen (30 Prozent sind für den geförderten Wohnungsbau vorgesehen) sollen auf dem Gelände Nachbarschaftstreffs, eine Tiefgarage, Handels-, Gastronomie- und Dienstleistungsflächen entstehen, die auch für die direkte Umgebung einen Mehrwert bieten.  Der 16.000 Quadratmeter große Quartierspark im Teilgebiet Regerstraße soll attraktive Spiel- und Freizeitaktivitäten möglich machen, ein Fuß- und Radwegenetz erschließt das gesamte Gebiet. An der Ohlmüllerstraße wird eine neue zentrale Verwaltung der Paulaner-Brauerei entstehen, die mit 250 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern am innerstädtischen Traditionsstandort bestehen bleiben soll. Insgesamt sollen etwa 150.000 Quadratmeter Geschossfläche ermöglicht werden.

Städtebaulicher Wettbewerb

Im Juni 2013 ist der städtebauliche und landschaftsplanerische Wettbewerb entschieden worden. Das Preisgericht wählte drei Siegerentwürfe aus:

  • Für das Teilgebiet an der Regerstraße bildet der überarbeitete Entwurf des Büros Rapp+Rapp aus Amsterdam mit Atelier Quadrat Rotterdam die Grundlage für die weiteren Planungen.
  • Im Teilgebiet Ohlmüllerstraße setzte sich das Münchner Büro Steidle Architekten mit Atelier Auböck+Kárász (Wien) durch.
  • Im Bereich Welfenstraße wurde das Londoner Büro Caruso St John Architects mit Vogt Landschaftsarchitekten (Zürich) mit dem ersten Preis ausgezeichnet.

Die Bayerische Hausbau hatte den Wettbewerb im Oktober 2012 für die drei Teilbereiche ausgelobt. Neu war, dass das Preisgericht - nach einer ersten Bearbeitungsphase - am 1. März 2013 nicht wie üblich die Siegerentwürfe, sondern erst einmal Preisgruppen auswählte, die pro Gebiet aus vier bis fünf Arbeiten bestanden. Die 14 Entwürfe wurden öffentlich vorgestellt, diskutiert und der frühzeitigen Öffentlichkeitsbeteiligung zugrunde gelegt, die von 3. April bis 3. Mai 2013 stattfand. Parallel dazu konnten sich die Bürgerinnen und Bürger im Internet über die Details informieren. Hinzu kam eine Reihe von weiteren Veranstaltungen für die Öffentlichkeit, die rege genutzt wurden.

Bürgerwerkstatt am 13. April 2013

Als ergänzendes Angebot fand am 13. April 2013 eine ganztägige Bürgerwerkstatt statt. Die etwa hundert Teilnehmerinnen und Teilnehmer - die meisten kamen aus der unmittelbaren Nachbarschaft - konnten sich dort über die Wettbewerbsbeiträge informieren, lokales Wissen einbringen, die Planungsbüros kennenlernen und Empfehlungen abgeben. Diese flossen in die zweite Bearbeitungsphase ein, in denen die acht Planungsbüros aus München, Zürich, Wien, Amsterdam und London ihre Entwürfe überarbeiteten. Am 22. April 2013 fand darüber hinaus eine Erörterungsveranstaltung mit etwa 70 Teilnehmerinnen und Teilnehmern statt. Die endgültige Entscheidung traf die Jury am 11. und 12. Juni.

Wettbewerb für das Verwaltungsgebäude

Für das Paulaner-Verwaltungsgebäude gibt es einen gesonderten Realisierungswettbewerb, der am 1. März 2013 entschieden wurde. Unter Einbeziehung des denkmalgeschützten Zacherlbaus und der Linde-Eismaschine am Auer Mühlbach wird an der Ohlmüllerstraße ein neues Gebäude entstehen - nach dem Preisträgerentwurf des Büros Hierl Architekten BDA DWB aus München mit Koeber Landschaftsarchitekten. Der Zacherlbau, der im Zweiten Weltkrieg teilweise zerstört wurde, wird in enger Abstimmung mit der Denkmalschutzbehörde und dem Landesamt für Denkmalpflege saniert und durch das Verwaltungsgebäude auf etwa 8000 Quadratmeter erweitert. Die Eismaschine von Carl von Linde ist weltweit die älteste, die noch an ihrem  ursprünglichen Ort steht. Auch sie steht unter Denkmalschutz und bleibt erhalten. An der Ohlmüllerstraße werden ebenfalls neue Fuß- und Radwege entstehen, insbesondere entlang des Auer Mühlbachs.

Stand der Dinge

Der Stadtrat hat sich in der Vollversammlung am 9. April 2014 mit den Wettbewerbsergebnissen und der bisher erfolgten Öffentlichkeits- und Behördenbeteiligung befasst und die Einleitung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplanverfahrens beschlossen. Am 30. April 2014 fand eine öffentliche Informationsveranstaltung der Bayerischen Hausbau zu den nächsten Verfahrensschritten statt. Die Planungen wurden im Rahmen des vorhabenbezogenen Bebauungsplanverfahrens weiterentwickelt.

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