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Anlass

Suizidalität ist ein menschliches Phänomen, bekannt aus allen Zeiten und Kulturen. In den Indus­triestaaten der ganzen Welt sind es die alten Menschen, die am stärksten suizidgefährdet sind. Der vierte Altenbericht der Bundesregierung belegt: Rund ein Viertel der 65-jährigen und Älteren leidet an einer psychischen Erkrankung. Depressionen gelten als zentraler Risikofaktor für Suizid­handlungen. Im Jahr 2010 lag der Anteil älterer Menschen (Menschen über 60 Jahren) an allen Suizidraten bei 41,5%. (vgl. Arbeitsgruppe alte Menschen des nationalen Suizidpräventionspro­gramms (Naspro): Suizidprävention im Alter, Frankfurt 2011, S. 9.).

 

Stadtratsbeschluss

Aufgrund dessen hat der Münchner Stadtrat mit seinem Beschluss „Hohe Selbstmordrate bei alten Menschen, besonders bei älteren Männern“ am 22.09.2009 unter anderem Fortbildungsangebote für die Fachöffentlichkeit gefordert. Insbesondere durch Schulungsmaßnahmen sollen nachhaltige Strukturen geschaffen werden, um die Suizidrate alter Menschen in München zu senken. Aus die­sem Auftrag haben sich folgende Schwerpunkte entwickelt:

 

Öffentlichkeitsarbeit

Durch verschiedene Aktionen soll die Öffentlichkeit über das Thema Suizidgefährdung alter Men­schen aufgeklärt werden. Die Vorbeugung kann nur mit Hilfe großer Teile der Gesellschaft gelin­gen, deshalb ist es von zentraler Bedeutung, die Suizidgefährdung alter Menschen in der Öffent­lichkeit zu thematisieren.

Das „Münchner Bündnis gegen Depression“ führt in Kooperation mit dem Sozialreferat die Öffent­lichkeitsarbeit durch. Insbesondere haben am Welttag der seelischen Gesundheit, dem 10.10.2012, und im Rahmen des EU-Jahres für aktives Altern und Solidarität zwischen den Generationen gemeinsame öffentliche Veranstaltungen stattgefunden.

 

Sensibilisieren und Qualifizierung der Fachöffentlichkeit

Expertinnen und Experten für Lebenskrisen haben mit dem Sozialreferat zusammengearbeitet und sich über das Problem der Suizidgefährdung alter Menschen ausgetauscht. Das Sozialreferat kann aufgrund dieser Zusammenarbeit nun Fortbildungen anbieten. Denn Erfahrungen haben gezeigt, „dass Informationen, Aufklärung und Schulung die wichtigsten Maßnahmen sind, um Suizidtodes­fälle seltener werden zu lassen“ (vgl. Nationales Suizidpräventionsprogramm für Deutschland, Suizidprävention im Alter, Mabuse-Verlag, S. 5 ).
 

 

Schulungen und Seminare

Über einen Projektzeitraum von drei Jahren sollen Fortbildungsreihen für Fachpersonal, das mit älteren, suizidgefährdeten Personen konfrontiert ist, angeboten werden. Dafür konnten Experten­teams der ARCHE (Suizidprävention und Hilfe in Lebenskrisen e.V.), des Krisendienstes Psychia­trie München, des Münchener Bündnis gegen Depression sowie aus dem Fachbereich Geronto­psychiatrie gewonnen werden.

Auch im Jahr 2013 werden 1-tägige Schulungen oder 2-tägige Seminare angeboten:

Die 1-tägigen Schulungen richten sich an Fachpersonal, das Basisinformationen zu diesem Thema benötigt:

  • Wissensvermittlung - Epidemiologie
  • Risikofaktoren - Schutzfaktoren
  • Haltung und Selbstreflexion zu dem Thema (eigene Werte)
  • Angstfrei und kompetent im Umgang mit suizidgefährdeten alten Menschen
  • Vernetzungsmöglichkeiten

Die 2- tägigen Seminare sind vertiefter konzipiert und richten sich insbesondere an Fachperso­nal, das in der konkreten Arbeit mit suizidalen Krisen alter Menschen zu tun hat bzw. zu dessen Beratungspraxis dieses Thema gehören könnte. Die Inhalte werden dementsprechend ausführ­licher behandelt und insbesondere konkrete Gesprächssituationen geübt. Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen können eigene Anliegen und ggf. Fallbeispiele einbringen, somit ist eine pra­xisbezogene Vermittlung der Schulungsinhalte möglich.

  • Vertiefte Wissensvermittlung - Epidemiologie
  • Erfahrungsaustausch über die Begegnung mit dem Thema „Suizidgefährdung alter Men­schen“
  • Ethische Aspekte
  • Haltung / Selbstreflexion – Vertiefung
  • Warnsignale für Suizidgefährdung
  • Therapie, Hilfsangebote
  • Konkreter Umgang mit suizidalen Krisen
  • Eigenes Krisenmanagement
  • Konkretes Vorgehen in Krisensituationen
  • Ansprechpartner im Krisenfall

Damit das Thema Suizidgefährdung im Alter nachhaltig und wirksam in der Fachöffentlichkeit prä­sent bleibt, werden auch im Jahr 2013 Fachberatunen für die Teilnehmenden angeboten. Näheres hierzu erfahren Sie in den Schulungen und Seminaren.

 
über Anmeldemaske:
Online-Formular zum Anmelden

An- bzw. Abmeldungen sind bis 5 Wochen vor dem jeweiligen Termin möglich, sie können nicht telefonisch erfolgen.

 

1- tägige Veranstaltungen: Modul A – Schulung
         
Kurs-
nummer
Datum Zeit Veranstaltungsort Anmelde-
schluss
A.09 08.05.2013 9.00 – 16.30 Amt für Wohnen und Migration
Franziskanerstrasse 6-8,
81669 München, Raum 402
 
A.10 10.06.2013 9.00 – 16.30 Amt für Wohnen und Migration
Franziskanerstrasse 6-8,
81669 München, Raum 201
 
A.11 17.09.2013 9.00 – 16.30 Amt für Wohnen und Migration
Franziskanerstrasse 6-8,
81669 München, Raum 501
 
A.12 07.10.2013 9.00 –  16.30 Amt für Wohnen und Migration
Franziskanerstrasse 6-8,
81669 München, Raum 501
 
         
2- tägige Veranstaltungen: Modul B – Seminar
         
Kurs-
nummer
Datum Zeit Veranstaltungsort Anmelde-
schluss
B.08 06. und
13.05.2013
9.00 – 16.30 Amt für Wohnen und Migration
Franziskanerstrasse 6-8,
81669 München, Raum 501
 
B.09 17. – 18.07.2013 9.00 – 16.30 Amt für Wohnen und Migration
Franziskanerstrasse 6-8,
81669 München, Raum 201
 
B.10 05. – 06.11.2013 9.00 – 16.30 Amt für Wohnen und Migration
Franziskanerstrasse 6-8,
81669 München, Raum 201
 
B.11

04. – 05.12.2013

9.00 – 16.30 Amt für Wohnen und Migration
Franziskanerstrasse 6-8,
81669 München, Raum 201
 

 

 

Kontakt

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81667 München

Tel.: 089 233-48351
Fax: 089 233-48378