Der neue Gebäudekomplex in Kammbauweise vereint fünf Berufschulen mit der Möglichkeit, bestimmte Flächen und Einrichtungen gemeinschaftlich zu nutzen und trotzdem eine eigene Identität zu bewahren.
Das war die Herausforderung beim größten Schulbauvorhaben der Landeshauptstadt München in den letzten Jahren: Es galt, fünf Berufsschulen in einem Gebäude unterzubringen, mit klar definierten Vorgaben: die Gemeinschaftseinrichtungen optimal zu nutzen, jeder Schule ihre eigene Identität zu bewahren, und gleichzeitig flexibel auf sich verändernde Schülerzahlen reagieren zu können. Die komplexe Aufgabe wurde unter der Regie des Baureferates und mit Hilfe aller Projektbeteiligten kosten- und termingerecht gelöst. Im März 2004 genehmigte der Münchner Stadtrat rund 120 Millionen Euro für das Projekt, im Dezember 2007 erfolgte nach knapp dreijähriger Bauzeit die offizielle Einweihung des Beruflichen Schulzentrums. Die stolze Bilanz: Das Baureferat konnte 18 Prozent der genehmigten Gesamtbaukosten einsparen.
Auf dem Gelände des ehemaligen Olympischen Presseamtes an der Riesstraße haben die fünf städtischen Berufsschulen für die Bereiche Steuern, Informationstechnik, Bürokommunikation und Industriekaufleute, Medienberufe und Einzelhandel Standort Nord ein gemeinsames neues Zuhause gefunden. Ästhetik, modernste Technik und Funktionalität vereinen sich an der Riesstraße.
Als ideal für die Raumsituation erwies sich die sogenannte Kammlösung. Wie fünf Finger erstrecken sich die einzelnen Gebäudeteile von West nach Ost, streng formal und nach außen mit viel Glas und Stahl eher kühl wirkend. Als Kontrast dazu das ellipsenförmige, mit farbigen Glaspaneelen gestaltete Multifunktionsgebäude mit Mensa und Aula. Jede Schule hat ihren eigenen Eingang. Über einen leuchtenden Windfang aus Glas gelangt man in die Eingangshalle des jeweiligen Schultraktes. Helles Holz, viel Licht und weiße Wände schaffen eine warme Atmosphäre.
Wie kleine Oasen liegen zwischen den fünf lang gestreckten Hauptgebäuden vier individuell gestaltete Grünzonen. Der Pausenhof mit seinem kunstvollen Paradoxon eines modellierten Basketballfelds schließlich fungiert praktisch als Vorhof zwischen Riesstraße und Schulgebäude. Das Volumen der Sporthalle mit Einzelhalle und einer zusammenschaltbaren Dreifachturnhalle verschwindet größtenteils im Boden und lässt so das gesamte Ensemble städtebaulich wirken.
Fotos: Marcus Buck Fotodesign