Eine gemeinsam mit Spezialisten und den künftigen Nutzern geplante Dirtbike-Anlage mit abwechslungsreichen Elementen bietet Freizeitspaß für Biker und Bikerinnen aller Altersgruppen am "Sollner Bergl".
Dirtbiken ist eine Trendsportart, bei der die jungen Bikerinnen und Bikern nicht nur Fahrspaß haben, sondern auch den sicheren Umgang mit dem Rad erlernen. Das Befahren der Anlagen erfordert Mut, Kraft, Ausdauer und vor allem Geschicklichkeit. Parcours in unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden begeistern Anfänger und Könner aller Altersklassen. Das Ziel ist dabei je nach Anlage unterschiedlich: Mal geht es darum, bei einem Sprung über einen Lehmhügel möglichst lange vom Boden abzuheben und dabei noch eine gute Figur zu machen, mal soll eine Runde elegant in einem Rutsch befahren werden. Bei letzterem handelt es sich um sogenannte Pumptracks: Parcours mit Wellen und Kurven, über die sich die Fahrerinnen und Fahrer nur durch Gewichtsverlagerung mit „Pumpbewegungen“ möglichst ohne Treten der Pedale fortbewegen. Beim Dirtbiken ist das Tragen von Schutzkleidung wie Helm, Knieschoner, Ellbogenschutz, Handschuhe usw. Pflicht. Zudem sollten die Räder, die extremen Anforderungen standhalten müssen, fachgerecht gewartet werden.
In der Grünanlage an der Herterichstraße entstand von Ende Juli bis Mitte August 2011 der neueste Dirt-Park Münchens. Die Initiative zum Bau ergriffen die Jugendlichen selbst, indem sie ihren Wunsch beim örtlichen Bezirksausschuss äußerten. Der darauf folgende offizielle Antrag beim Baureferat konnte rasch befürwortet und, nachdem ein passender Standort gefunden war, in die Tat umgesetzt werden. Zusammen mit den Kindern und Jugendlichen wurden die zukünftigen Trails festgelegt. Joscha Forstreuter, ein anerkannter Spezialist, der bereits vergleichbare Anlagen in Deutschland und in Österreich realisierte, wurde für die weitere Planung gewonnen.
Der Schwerpunkt der rund 1.200 m² großen Anlage liegt auf den relativ leicht befahrbaren Pumptrack-Elementen mit unterschiedlichsten Wellen und geneigten Kurven. Zusätzliche „Fahrspuren“, sogenannte Lines, mit einer abwechslungsreichen Abfolge von Tables, Absprung- und Landehügeln bis zu einer maximalen Höhe von zirka 1,90 m fordern auch geübtere Bikerinnen und Biker heraus. Diese Kombination aus Pumptrack mit Dirtline-Elementen macht die Anlage vielfältig nutzbar, für verschiedene Altersgruppen und Anfänger und Könner gleichermaßen. Die Anlage liegt landschaftlich schön in der Verlängerung des Schlittenhügels „Sollner Bergl“ und wird noch in diesem Herbst durch die Pflanzung einzelner neuer Bäume und Sträucher - darunter befinden sich auch Apfelbäume - in die Umgebung eingepasst.
Die Ausführungskosten belaufen sich auf zirka 60.000 Euro.
Da die Bikerinnen und Biker selbst am besten wissen, welche Abstände und Neigungswinkel der Bahnen für ihren Sport die besten Voraussetzungen bieten, werden sie von Anfang an in die Planung mit einbezogen. Die Elemente der Dirt-Parks sind in höchstem Grad vom Material abhängig: Hügel, Runden und Sprungschanzen werden aus Lehm hergestellt und bedürfen auch nach Fertigstellung der Anlage einer stetigen Modellierung und Nachbearbeitung. Die Pflege der Anlagen, das Nachmodellieren, Abflachen und Erhöhen, übernehmen mit Hilfe des Baureferates die Kinder und Jugendlichen gerne selbst. So vereinen sich der Naturspielraum mit dem Trendsport, der Abenteuerspielplatz mit dem Erlangen von mehr Sicherheit auf dem Rad.
Hinweis: Vom Parkplatz der Bezirkssportanlage Solln (Höhe Herterichstraße 137, gegenüber der Kleinschönstadtkapelle) führt ein Fußweg östlich der Bezirkssportanlage zum Rodelhügel, hinter dem sich von der Straße aus gesehen der neue Dirt-Park befindet.
Weitere Anlagen befinden sich verteilt über das Stadtgebiet in der Neuherbergstraße an der Nordhaide (2006), in der Silberdistelstraße in Pasing (2009) und eine ältere in der Triebstraße in Moosach.
Fotos: Baureferat München / Alberto Avellina