Zwei parallele Bauprojekte für zwei Bauherren in einer Hand machen das Beste aus der beengten Hinterhofsituation.
Bei den kombinierten Neubauten in der Stollbergstraße war das Baureferat für zwei „Bauherren“ gleichzeitig als Dienstleister unterwegs: Im Auftrag des Kulturreferates zur Errichtung eines Studiogebäudes für die Otto-Falckenberg-Schule und im Auftrag des Kommunalreferats für den Neubau von Künstlerwohnungen. Im Mai 2006 gab der Münchner Stadtrat doppelten Startschuss und genehmigte beide Projekte. Die äußerst beengte Hinterhofsituation legte nahe, die Gebäude parallel zu errichten und ihre Bauabwicklung in eine Hand zu geben. Das Münchner Büro Brückner Architekten entwickelte die Neubauten im Umgriff der ursprünglichen Bebauung.
Das drei- und viergeschossige Wohngebäude grenzt L-förmig an das Studiogebäude an. Über einen gemeinsamen Innenhof werden sie erschlossen. Großflächige Fenster garantieren viel Licht in den 15 unterschiedlich großen Appartements des Wohngebäudes, dessen Flachdach extensiv begrünt und mit einer Fotovoltaikanlage ausgestattet ist.
Gegenüber markiert ein Vordach den Eingang zum neuen Studiogebäude. Auf drei Geschossen sind hier die stützenfreien Unterrichtsräume angeordnet. Sie sind akustisch und technisch speziell für den modernen Schauspielunterricht ausgerüstet und in Raumhöhe und Größe optimal dafür nutzbar. Im Untergeschoss befinden sich die Nebenräume, wie Umkleiden für die Schauspielschülerinnen und -schüler sowie die Heiz- und Technikzentrale, die übrigens auch das Wohngebäude bedient. Die gewählten Materialien und Farben verdeutlichen den Werkstattcharakter der Talentschmiede.
Zusammen mit der Sanierung des Altbaus in der Hildegardstraße vor fast zwei Jahren ist damit die bauliche Gesamtmaßnahme für die Otto-Falckenberg-Schule, Fachakademie für darstellende Kunst der Landeshauptstadt München, abgeschlossen.
Fotos: Peter Schinzler