Der Isar-Plan, die Renaturierung zielt auf eine Verbesserung des Hochwasserschutzes, eine naturnahe Flusslandschaft und einen hohen Freizeitwert
Bestrebungen, die Isar im Stadtgebiet in einigen Abschnitten aus ihrem Korsett aus befestigten Ufern zu befreien und zu renaturieren, gab es schon Mitte der 80er Jahre. Seit Juni 2011 ist die Isar nun zwischen Großhesseloher Wehr und dem Deutschen Museum in ihrer neuen, natürlichen Vielfalt erlebbar.
Mit dem Projekt wurden drei maßgebende Ziele verfolgt:
Historie der wasserbaulichen Maßnahmen an der Isar
Die ersten wasserbaulichen Maßnahmen zur Regulierung des Wasserstandes reichen bis in das Mittelalter zurück. Anfang des 19. Jahrhunderts wurde damit begonnen, die Ufer zu befestigen und den Fluss teilweise zu kanalisieren. Wehre, Ufermauern und ein festes Flußbett sollten die Gefahr eines Hochwassers für die angrenzenden Stadtteile eindämmen. Weitere regulierende Maßnahmen waren nötig, als Anfang des 20. Jahrhunderts die ersten Wasserkraftwerke ans Netz gingen.
In den 1980er Jahren folgte die Kehrtwende, der Ruf nach mehr Naturnähe in den "korrigierten" Flussstrecken wurde lauter. Die neuen Standards für den Hochwasserschutz wurden nicht überall eingehalten und der "Erholungsdruck" im Stadtgebiet nahm zu. In der Folge brachte der Stadtrat 1988 den Isar-Plan auf den Weg - ein Renaturierungsprojekt, das unter Einbindung von Bürgerschaft, Verbänden und politischen Gremien seit 1995 im Rahmen einer offenen Planung vorangetrieben wurde.
Die "Steine ins Rollen" brachte damals wie heute das Thema Hochwassersicherheit. Mitte des 19. Jahrhunderts führte dies zur ersten großen "Isarkorrektion" - Anfang 2000 zur beispielhaften Isar-Renaturierung.
Im Rahmen der Renaturierung wurde das Flussbett erweitert und die Hochwasserdeiche wurden instand gesetzt. Die steinernen Ufer sind flachen, teilweise terassenförmigen, begehbaren Ufern gewichen. Es entstanden Kiesflächen und natürliche Uferformationen mit vielen Erholungsmöglichkeiten sowie interessante Sichtbeziehungen zum Fluss. Eine ausreichende Wasserführung und -qualität verbesserte den Lebensraum von Fauna und Flora.
Der voralpine Wildfluss Isar zeigt heute seine Herkunft wieder und erledigt die wichtigste und schönste Aufgabe selbst - er gestaltet sich sein Flussbett im Laufe der Zeit eigenständig.
Die Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e.V. (DWA) hat 2007 erstmals den DWA-Gewässerentwicklungspreis für vorbildlich durchgeführte Maßnahmen zur Erhaltung, naturnahen Gestaltung und Entwicklung von Gewässern im urbanen Bereich verliehen. Die ersten – gemeinsamen – Preisträger sind das Wasserwirtschaftsamt München und die Landeshauptstadt München für das Projekt Isar-Plan.