Neubau eines U-Bahnhofs in Oberwiesenfeld

Der neue U-Bahnhof erschließt ein Gebiet mit hohem Potenzial an Arbeitsplätzen in attraktiver Lage.

Der Startschuss für den U-Bahnhof Oberwiesenfeld fiel mit dem Planfeststellungsbeschluss der Regierung von Oberbayern im März 2001. Danach ging es Schlag auf Schlag: der Stadtrat erteilte im Mai 2001 die Maßnahmegenehmigung und bereits im Juni 2001 konnte mit dem Bau der knapp zwei Kilometer langen Tunnelstrecke und dem Bau des U-Bahnhofes Oberwiesenfeld begonnen werden. Geplant und überwacht wurde das Projekt vom Baureferat, Hauptabteilung Ingenieurbau.

Für den Bau wählten die Experten die bewährte "Schlitzwand-Deckelbauweise". Zuerst wurden die Außenwände in flüssigkeitsgestützten Erdschlitzen betoniert und darauf die oberste Bauwerksdecke aufgelegt. Die weiteren Bauarbeiten gingen dann unter Tage weiter. Wegen der ungünstigen Grundwasserverhältnisse wurde ein 450 Meter langer Tunnelabschnitt mit dem so genannten "Spritzvortrieb unter Druckluft" hergestellt.
Der größte bergmännische Tunnelquerschnitt im Münchner U-Bahn-Bau entstand auf der nach Westen führenden Trasse in Richtung des Bahnhofs Olympia-Einkaufszentrum beim Bau einer Weichenstraße. Hierfür war eine Ausbruchsfläche von fast 200 Quadratmetern nötig.

Der U-Bahnhof Oberwiesenfeld gehört in die Reihe der Münchner Kunst-Bahnhöfe. Der Münchner Künstler Rudolf Herz gestaltete in Zusammenarbeit mit Hans Döring die südliche Bahnsteigwand auf ihrer gesamten Fläche mit einem schwarz-weißen Wandbild, das mit der Technik der sogenannten "Anamorphose" arbeitet: Frontal betrachtet zeigt sich ein geometrisches Muster aus schwarzen und weißen Balken, das entfernt an ein japanisches Ornament erinnert; erst schräg von der Seite betrachtet ist ein Labyrinth zu erkennen. Für die Gestaltung der gegenüberliegenden Wand wählte der Künstler schimmernde Metallpaneele in einem warm anmutenden Orange-Rot. Die Farbe verstärkt die angenehme Wirkung des Tageslichts. Die Wände bei den Zugängen und Schalterhallen sind im gleichen Farbton gehalten. Decken und Lichtschächte dagegen zeigen sich unverhüllt mit ihrer Sichtbetonoberfläche.

Eine Besonderheit im Münchner U-Bahn-Bau ist auch die Lichtführung im Bahnhof: 15 pyramidenförmige Lichtschächte beleuchten mit viel Tageslicht den 120 Meter langen Bahnsteig, der über 11 Meter unter Geländeniveau liegt. Auch die beiden Schalterhallen werden mit Licht von oben versorgt. Die Planer haben hier geschickt die Lage des Bauwerks ausgenutzt und die 15 Quadratmeter großen Oberlichter auf dem Grünstreifen platziert, der über dem Bahnsteig verläuft. Für Helligkeit in der Nacht sorgen zwei Lichtrohre.

Für den Ausbau dieser U-Bahnmaßnahme bis Olympia-Einkaufzentrum investierte die Stadt gemeinsam mit der Bundesregierung und dem Freistaat rund 182,80 Millionen Euro. Die Baumaßnahme ist fertig gestellt und die genehmigten Kosten konnten eingehalten werden. Am 28. Oktober 2007 wurden der U-Bahnhof Oberwiesenfeld und die Bahnsteighalle für die Linie U3 des U-Bahnhofes Olympia-Einkaufszentrum gemeinsam in einem Festakt eröffnet.

 

Eindrücke vom neuen U-Bahnhof Oberwiesenfeld

Bahnsteig des U-Bahnhofs Oberwiesenfeld
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Bahnsteig des U-Bahnhofs Oberwiesenfeld

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Ornament des Künstlers Rudolf Herz
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Ornament des Künstlers Rudolf Herz

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Übersichtsplan des Bahnhofs
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Übersichtsplan des Bahnhofs

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Fotos: Hans Döring, T. Lüdtke