Am 30. November 2011 wurden die Arbeiten des Kunstwettbewerbs "Ein Brunnen für Moosach" präsentiert. Zur Realisierung empfahl die Jury den Entwurf "Das Erkennen des Selbst" von Manfred Erjautz.
Im Mai 2011 beauftragte der Bauausschuss des Münchner Stadtrates auf Antrag des Bezirksausschusses vom Dezember 2010 das Baureferat mit der Durchführung eines Kunstwettbewerbs für den Bau eines Brunnens in Moosach. Anlass ist die Hundert-Jahr-Feier zur Eingemeindung Moosachs in die Landeshauptstadt München 2013.
Die Jury unter Leitung der Baureferentin Rosemarie Hingerl wählte in ihrer Sitzung am 28. Juli 2011 acht Künstler bzw. Künstlerinnen zur Teilnahme am Wettbewerb aus. In der Jury-Sitzung am 25. November 2011 kamen vier Entwürfe in die engere Wahl:
Neben den beiden eher klassisch konventionellen Brunnenentwürfen "Ultramarin" (ein dreieckiges, flaches Becken mit Wasserfontänen) und "Wassertisch" (Sitzwürfel aus Granit) liefern die beiden anderen in die engere Wahl gezogenen Arbeiten unkonventionelle Ideen: So nimmt der Entwurf von Martin Wöhrl Bezug auf den namengebenden Bach "Moosach", dessen Quelle sich ursprünglich in der näheren Umgebung befand. Als würde sich der Bachlauf noch direkt unter der Straße befinden, "öffnet" der Künstler ein kreisrundes Wasserbecken. Der "Deckel" steht als Skulptur daneben. Der Entwurf von Manfred Erjautz sieht einen Schneemann aus weißem Marmor vor, der in einer Wasserpfütze als Mulde im Platzbelag steht, und aus dessen Rumpf Wasser spritzt, so als würde er im Sommer schmelzen. Weitere Basissteine um die Wasserfläche dienen im Sommer als Sitzgelegenheit und sollen im Winter zum Weiterbauen echter Schneemänner anregen.
Nach intensiver Diskussion empfahl die Jury mehrheitlich die Arbeit von Manfred Erjautz zur Realisierung. Andreas Sobeck, Bildhauer und Vertreter der Fachjuroren zur Arbeit von Manfred Erjautz: "Der zur Realisierung empfohlene Entwurf überzeugte die Jury aufgrund seiner mehrschichtigen Bedeutungsebenen. Einerseits erlaubt er als vertrautes und positiv besetztes Zeichen einen heiteren Zugang, andererseits regt er zum Nachdenken über die menschliche Existenz und ihre Vergänglichkeit an. Er setzt einen Kontrapunkt zur Umgebung und bildet einen Anziehungspunkt, der dem Ort eine Lebendigkeit verleiht, indem er zu Aufenthalt und Aktivität für Kinder anregt. Er nimmt direkt Bezug auf die Menschen und könnte dem Ort zu einem unverwechselbaren Merkzeichen für ganz München verhelfen."
Die Jury sprach sich außerdem dafür aus, insbesondere auch die Arbeiten in der engeren Wahl dem Bezirksausschuss vorzustellen. Nun liegt es am Bezirksausschuss, wie mit der Empfehlung der Jury umgegangen wird; denn in Einem waren sich alle Jury-Mitglieder einig: Es soll keine "Zwangsbeglückung" der Moosacher Bürgerinnen und Bürger mit einem Brunnen geben.