Automobilclub bescheinigt Münchner Tunnel das Prädikat „Sehr gut“

Beim 11. ADAC-Tunneltest, wurden 13 Röhren in vier europäischen Ländern getestet. Der 850 Meter lange Brudermühltunnel, der zum Südteil des Mittleren Rings gehört erreichte einen Spitzenplatz im europaweiten Vergleich.

Brudermühltunnel

Gute Noten gab es für den Brandschutz, Flucht- und Rettungswege sowie die Belüftung und Beleuchtung. Über 200 Einzelkriterien wurden überprüft. Der 1988 eröffnete Tunnel ist mit seinen 109 000 Fahrzeugen pro Tag der weitaus am stärksten frequentierte Tunnel im Test. Trotz dieses hohen Risikopotenzials erhielt die Röhre für die perfekten Vorkehrungen bei Unfällen die Note „Sehr Gut“.

Besonders positiv bewertet wurden unter anderem der Richtungsverkehr in zwei getrennten Röhren, ausreichend breite Fahrspuren und Pannenbuchten im Abstand von 160 Metern. Lob gab es auch für die 24 Stunden Videoüberwachung durch geschultes Personal in der Tunnelleitzentrale. In regelmäßigen Übungen trainieren Leitzentrale und Einsatzkräfte den Ernstfall. Verschiedene Systeme ( Videoüberwachung, Brandmeldekabel, Druckknopfmelder, Sichttrübungsmessgerät ) reagieren frühzeitig bei Feuer oder Rauchentwicklung, so dass die Lüftung entsprechend gesteuert werden kann und die Tunnelsperre ausgelöst wird. Der Rauch wird in Fahrtrichtung aus der betroffenen Röhre geleitet. Wer sich hinter dem Brandherd aufhält, befindet sich in einer rauchfreien Zone und gelangt über die deutlich gekennzeichneten Notausgänge ins Freie oder nach jeweils 60 Metern in die Nachbarröhre. Die eigene Löschwasserversorgung ermöglicht eine effektive Brandbekämpfung. Das Fehlen eines Systems zur schnellen Ableitung brennbarer und giftiger Flüssigkeiten wurde negativ bewertet. Eine Möglichkeit zur Nachrüstung ist wegen der speziellen Grundwassersituation nicht gegeben. Dieses Manko und auch der tägliche Verkehrsstau konnten wegen der zum Teil deutlich über den Forderungen der einschlägigen Vorschriften liegenden Ausstattungsmerkmalen, die Gesamtbewertung „Sehr Gut“ nicht gefährden.