Turmfalken-Webcam München

Turmfalken machen es sich Jahr für Jahr im städtischen Hochhaus an der Blumenstraße gemütlich um ihren Nachwuchs auszubrüten. Unsere muenchen.de-Webcam zeigt jedes Jahr Live-Bilder aus dem Nistkasten. Da die gefiederte Familie schon ausgeflogen ist, ist die Kamera derzeit deaktiviert.

Webcam ist derzeit nicht aktiv

Turmfalken 2016 - Elterntier im Nistkasten

Tierfreunde bekommen jedes Jahr mit der Falken-Webcam einzigartige Einblicke in das Familienleben der Tiere, ohne sie zu stören. Von der Eiablage bis zu den ersten Flugversuchen der Falkenbabys können die Zuschauer das Treiben im Falkennest live mitverfolgen.

Auch 2017 sind zwei flauschige Jungfalken geschlüpft. Allerdings hatten sie sich vor der installierten Kamera versteckt. Die Eier lagen im „toten Winkel“ der Kamera, so dass nur zeitweise das Federkleid des brütenden Turmfalkenpärchens zu sehen war. Somit war auch nicht zu erkennen, was mit den sechs unausgebrüteten Eiern passiert ist.

Die Falkensaison 2017 ist beendet, daher ist die Webcam derzeit nicht aktiv.

So brüten die Falken

Gefiederte Freunde im städtischen Hochhaus

Turmfalke am Fensterbrett

Das Münchner Referat für Stadtplanung und Bauordnung im Hochhaus an der Blumenstraße 28b beherbergt seit mehr als 25 Jahren unter seinem Dach Turmfalken zu Brutzwecken. Schon vor Jahren wurden hier im 12. Stock zwei Nistkästen für die Tiere in Zusammenarbeit mit dem Landesbund für Vogelschutz eingebaut. Die Untere Naturschutzbehörde betreut und beaufsichtigt die Falken.

Es ist ein Naturschauspiel, wenn mit Beginn der Balzzeit im Frühjahr die waghalsigen und spektakulären Flugmanöver unter schrillen Rufen zu beobachten sind. Diese finden erst mit der Paarbildung und Bruttätigkeit ein Ende. Unternehmen die Jungvögel ihre ersten Flugversuche, kann es schon einmal passieren, dass städtische Mitarbeiter einem erschöpften Jungfalken am Fensterbrett ins Auge schauen.

Die Standorttreue dieser Tiere ist wohl nicht nur auf die „behördliche Fürsorge“, sondern auch auf den passenden Standort mit Nähe zu geeigneten Nahrungsquartieren zurückzuführen. Hierbei sind größere zusammenhängende Freiflächen, wie zum Beispiel die Isarauen, von großer Bedeutung. Damit möglichst viele Interessierte diese schönen und faszinierenden Tiere bei der Brut und Aufzucht der Jungen beobachten können, wurden im Frühjahr 2012 am städtischen Hochhaus zwei Web-Kameras installiert. Eine Kamera blickt direkt in den Nistkasten, die zweite beobachtet den Einflugbereich.

Wissenswertes zum Turmfalken (Falco tinnunculus)

Turmfalkenpaar

In Mitteleuropa sind Turmfalken typische Vögel der Kulturlandschaft. Sie waren ursprünglich Felsbrüter; heutzutage nutzen sie in menschlichen Siedlungsgebieten vor allem hohe Gebäude wie Kirchtürme, Fabrikschornsteine und Hochhäuser zur Brut. Nicht umsonst werden sie auch Mauer-, Dom- oder Kirchfalken genannt. Gelegentlich brüten sie auch in Bäumen, wobei sie alte Nester von Rabenvögeln oder anderen Greifvögeln übernehmen. Turmfalken nisten in der Regel einzeln, selten in Kolonien. Die unmittelbare Umgebung des Nistplatzes wird stark verteidigt, ebenso die Nahrungsreviere.

Verbreitung

Falkenjunge

Obwohl Turmfalken in Bayern noch flächendeckend verbreitet sind und nicht als gefährdet gelten, gehen ihre Bestandszahlen langsam aber sicher zurück. Hauptgründe hierfür sind Nahrungs- und Nistplatzmangel. Durch Versiegelung und Bebauung verschwinden wichtige Brut- und Jagdreviere. Die in Bayern lebenden Turmfalken sind Teilzieher. Viele von ihnen überwintern bei uns, manche Vögel ziehen aber auch in Mittelmeerländer oder sogar bis nach Afrika. Hauptzugzeit ist im September und Oktober. Ab Februar kehren sie in ihre Brutgebiete zurück.

 

Balz- und Brutverhalten

Turmfalkeneier

Bei den Balzflügen der Turmfalken im März bis April vollführen die Männchen spektakuläre Flugmanöver, die von schrillen Rufen begleitet werden. Nach der Übergabe eines Hochzeitsgeschenks (in der Regel eine Maus) an das Weibchen lässt sich das Männchen am Brutplatz nieder und lockt das Weibchen zur Eiablage in den Nistkasten.

Im Zeitraum von Anfang April bis Anfang Juni legt das Weibchen je nach Nahrungsangebot 3 bis 7 rotbraun gefleckte Eier, die 27 bis 32 Tage lang bebrütet werden. Bei Turmfalken brütet das Weibchen alleine, während das Männchen jagt und Beute ans Nest bringt. Nach weiteren 27 bis 32 Tagen sind die Jungvögel flügge, werden aber noch mindestens 4 Wochen von den Eltern betreut.

Jagdverhalten und Schutzstatus

Falkenjunge
Die Jagdgebiete des Turmfalken sind weitgehend offene Flächen. In der Stadt jagt er über Gärten, Parks, Friedhöfen, auf den Freiflächen entlang der Isar und auf Sportplätzen. Im Stadtzentrum brütende Turmfalken fliegen mehrere Kilometer weit, um zu ihren Jagdgebieten zu gelangen.
 
Das Beutespektrum dieser Greifvögel reicht von Großinsekten bis zu Eidechsen und Mäusen, die den größten Teil ihrer Nahrung ausmachen. Vor allem bei Schneelage im Winter werden auch Kleinvögel gejagt. Die Jagd erfolgt im typischen Rüttelflug, weswegen der Turmfalke auch Rüttelfalke genannt wird. Dabei steht er mit gefächertem Schwanz regelrecht in der Luft, bis er mit seinen scharfen Augen ein Beutetier entdeckt hat. Dann stürzt er sich blitzschnell hinunter, bremst kurz vor dem Boden ab und greift zu.
 
Der Turmfalke ist streng geschützt. Der Zugriff, Besitz und die Vermarktung dieser Tierart oder seiner Eier sowie die Beeinträchtigung seiner Nist- und Brutstätte sind gesetzlich verboten. Störungsfreie Naturaufnahmen sind jedoch unproblematisch.

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