Alte Pinakothek
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Schwerer Samt an den Wänden, knarzendes Parkett. Dezentes Oberlicht erhellt jahrhundertealte Gemälde. Nicht ohne Grund ist die Alte Pinakothek eines der bedeutendsten Museen der Welt - es bietet einen nahezu vollständigen Überblick über die europäische Malerei vom 14. bis zum 18. Jahrhundert.
Im Foyer noch keine Spur von Samt und Parkett. Wo Besucher ihren Eintritt bezahlen, war die Alte Pinakothek nach einem Bombentreffer des Weltkriegs eine Ruine. Nackter Ziegel und die neoklassizistische Architektur des Wiederaufbaus stehen im krassen Widerspruch zu den Sammlungsräumen im Obergeschoss. Erst eine schwere Holztür am Ende der großen Treppe eröffnet den Zugang zu über 400 Jahren europäischer Malerei.
An die 700 Gemälde vom 14. bis zum 18. Jahrhundert sind in der Alten Pinakothek dauerhaft ausgestellt. Einige davon zählen zu den Höhepunkten der Kunst, wie beispielsweise Dürers und Rembrandts Selbstbildnisse, Altdorfers Alexanderschlacht oder Tintorettos humorvolle Interpretation von Venus‘ Ehebruch. Die Namen der ausgestellten Künstler sprechen für sich: Cranach, Botticelli, da Vinci, Raffael, Tizian, Rubens. Einen bleibenden Eindruck hinterlässt der Rubenssaal, mit seinen über sechs Meter hohen Gemälden.
Sonderausstellungen zu ausgewählten Themen der europäischen Malerei und kleinere Studioausstellungen sowie Präsentationen aus eigenen Beständen haben hier eine lange Tradition. Sie runden das Ausstellungsprogramm der Alten Pinakothek ab.
Praktisch sind die an der Kasse erhältlichen Audioguides. Mit den Geräten erfährt man über Kopfhörer alle wichtigen Informationen zu ausgewählten Kunstwerken. Auch Führungen bietet die Alte Pinakothek an - von klassischen Überblicken bis zu Rundgängen zu einzelnen Künstlern. Eine Übersicht des aktuellen Führungsprogramms gibt die Homepage der Alten Pinakothek.
Mit der Alten Pinakothek schrieb Leo von Klenze Architekturgeschichte. Er war Hofarchitekt des kunstsinnigen Königs Ludwig I., der die beträchtliche Kunstsammlung der Wittelsbacher angemessenen unterbringen wollte. Ludwig fühlte sich aus dem Ideal der Volksbildung heraus verpflichtet, die Kunstschätze für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Zur Zeit ihrer Fertigstellung 1836 war die Alte Pinakothek der größte Museumsbau der Welt und wurde Vorbild vieler anderer Museen, z.B. der Eremitage in St. Petersburg. Klenzes Clou: Er gestaltete die Pinakothek ebenso prunkvoll wie funktionell, mit einer neuartigen Oberlichtkonstruktion.
In den Bombennächten des Zweiten Weltkriegs wurde das Gebäude schwer beschädigt. Zum Glück waren die Gemälde ausgelagert, so dass im Bestand keine Verluste zu beklagen waren. Die Art des Wiederaufbaus wurde kontrovers diskutiert. Architekt Hans Döllgast entschied sich für eine Reparatur anstatt einer Rekonstruktion, die Schäden der Bombentreffer wurden sichtbar gelassen: In der Südfassade sind die Wunden des Krieges noch deutlich erkennbar.
Im Museumsshop sind Publikationen der Alten Pinakothek sowie Kunstdrucke, Postkarten und Geschenke erhältlich. Eine kleine Stärkung zwischendurch hat das hauseigene Café parat. Das Café Klenze, im Stile eines englischen Kaffeehauses, bietet typisch englische Scones, Suppen, Salate und Sandwiches; dazu Kaffee oder einen von 60 Sorten Tee.
Alle staatlichen Museen verlangen an Sonntagen einen ermäßigen Eintrittspreis von nur 1 Euro. So auch die Alte Pinakothek. Am Sonntag kann es deshalb vor allem am Nachmittag sehr voll werden. An Werktagen jedoch hat man die alten Meister oft ganz für sich.
Die Neue Pinakothek wie auch die Pinakothek der Moderne setzen die historische Epochenfolge fort. Beide Gebäude sind jeweils nur eine Straßenquerung entfernt. Die Neue Pinakothek präsentiert Werke des 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts. Die Pinakothek der Moderne widmet sich der klassischen Moderne und der Gegenwartskunst. Zusammen mit dem Museum Brandhorst und einigen weiteren Museen der Maxvorstadt bilden die Pinakotheken das Kunstareal München.
Dienstag bis Sonntag 10.00 - 18.00 Uhr, Dienstag bis 20.00 Uhr
Geschlossen: Faschingsdienstag, 1. Mai, 24./25./31. Dezember.
7 Euro, ermäßigt 5 Euro
Sonntagseintritt 1 Euro
Sonderausstellungen sind beim Sonntagseintritt i.d.R. nicht inbegriffen.
Lage:
Die Alte Pinakothek liegt im Stadtteil Maxvorstadt, zwischen Odeonsplatz, Königsplatz und Universität. Von allen drei Punkten aus erreicht man sie in zehn Fußminuten.
Öffentliche Verkehrsmittel:
Die Pinakotheken werden von der Linie 27 der Trambahn direkt angefahren. In der Innenstadt kann am Sendlinger Tor und am Stachus zugestiegen werden. Auch der Museumsbus, die Linie 100, hält am Museumsareal der Maxvorstadt.
Parkplätze:
Da die Pinakotheken in einem Wohn- und Geschäftsviertel liegen, kann sich die Parkplatzsuche als schwierig erweisen. Am besten lassen Sie das Auto stehen oder nutzen ein Park & Ride Angebot.
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