Altstadtliebe

, Foto: Photopraline

Ein Spaziergang durch die Altstadt: Was sind die Münchner Shopping-Klassiker?

München schafft es auf besondere Weise, Tradition und Moderne zu verbinden. Und das meint: mehr anzubieten als Fashion-Dirndl und trendige Lederhosen. Wir haben in der Altstadt ein paar alteingesessene Häuser besucht, in denen die Münchner bis heute gerne einkaufen.

Oberpollinger: ganz schön mondän!

Der Oberpollinger am Stachus ist eines der echten Münchner Originale – und das, obwohl es keine bayerische, sondern eine hanseatische Kaufmannsfamilie war, die das Haus im Jahr 1905 eröffnete. Damals gab’s nicht nur ausgesuchte Qualitätswaren zu kaufen, sondern auch ein Teezimmer, ein eigenes Reisebüro und öffentliche Telefonkabinen. Heute steht der Oberpollinger für eine Mischung aus Tradition und Glamour – mit Shops wie Gucci, Prada, Louis Vuitton, Valentino und Fendi.

Obletter: das Kinderparadies

Schräg gegenüber, auf der anderen Seite des Karlstors, befindet sich der Lieblingsladen der Münchner Kinder. Und nein, wir meinen nicht das amerikanische Schnellrestaurant, sondern den Obletter, das älteste und größte Spielwarengeschäft der Stadt. Das Besondere an ihm: Hier findet man neben modernem Kinderspielzeug auch viele Klassiker wie beispielsweise Schaukelpferde, Holzspielzeug, Brettspiele, Marionetten oder Dampfmaschinen.

Hirmer: mehr als ein Fotomotiv

Das Hirmer-Haus in der Kaufingerstraße ist nicht nur eines der beliebtesten Fotomotive in München – weil die Frauenkirche so schön hinter der prachtvollen Fassade hervorschaut –, sondern hat noch einen weiteren Superlativ zu bieten: Es ist das größte Herrenmodehaus der Welt. Trotz 1,2 Millionen Besuchern pro Jahr wird hier Wert auf Kundennähe gelegt. Beispielsweise gibt’s Personal Shopping mit Wunschtermin, eine Änderungsschneiderei mit Schnellservice und einen ganzjährigen, kostenlosen Verpackungs-Service.

Konen: innovatives Shoppingerlebnis

Den Oberpollinger kennen wir, doch nur wenige wissen, dass es auch einen Unterpollinger gab. Eine ehemalige Gaststätte, die ein gewisser Isidor Bach 1880 in der Sendlinger Straße anmietete, um dort ein Geschäft für Konfektionskleidung zu eröffnen. Daraus entwickelte sich der heutige Konen. Hier gibt’s zum Beispiel Click & Collect, eine praktische Mischung aus Online- und Offlineshopping: Online bestellen, in der Kundenlounge anprobieren und abholen. Immer einen Blick wert sind auch die Schaufenster, in denen man die neuesten Trends wie in einem Magazin in Lebensgröße anschauen kann.

Sport Münzinger: einer der Hoflieferanten

Und noch ein Superlativ: Sport Münzinger am Marienplatz ist das älteste Sportgeschäft der Stadt. Es existiert seit 1889. Damals hatte München lediglich 300.000 Einwohner – und eine Tram, die von Pferden gezogen wurde. Aber auch bereits einen königlich-bayerischen Hoflieferanten namens Münzinger. Denn auch den Wittelsbachern war der Sport wichtig. Heute zieht es vor allem die Fußballfans in das Geschäft – und zwar nicht nur die Anhänger des FC Bayern!

Ludwig Beck: Attraktion Style-Coaching

Auf wie vielen Fotos der München-Besucher die auffällig-schöne Fassade von Ludwig Beck am Rathauseck wohl zu finden ist? 1861 war das Haus noch eine Knopfmacher- und Posamentier-Werkstätte. Posamenten sind Borten, Quasten und Zierleisten, die auf Textilien genäht wurden. Und heute? Findet man neben vielem anderen die Trends von morgen, Mode, die nicht auf kleine Größen begrenzt ist, eine große Papeterie-Abteilung und einen Personal-Shopping-Service mit Style-Coaching.


Text: Anette Göttlicher
Fotos: Anette Göttlicher, Hirmer, Konen, Ludwig Beck

Dezember 2017

 

Top