Die Brienner Straße, ein Geheimtipp für München

Nicht nur Luxus: eine Straße mit Geschichte!

Jeder kennt sie, die Brienner Straße, eine der vier Prachtstraßen Münchens. Sie hat nicht nur eine bewegte Geschichte hinter sich – auch heute noch tut sich viel auf dem ehemaligen Fürstenweg und dem Viertel rundherum. Ein Geheimtipp für die Münchner!

Der ehemalige Fürstenweg

Ihren Namen hat die heutige Prachtstraße in der Maxvorstadt von der Schlacht bei Brienne, 1814 in Frankreich unter Napoleon geführt. Ihr Vorgänger war der Fürstenweg der Wittelsbacher, auf dem sich die bayerischen Regenten mit der Pferdekutsche vom Nymphenburger Schloss – die heutige Nymphenburger Straße ist die Verlängerung der Brienner Straße – zur Residenz bringen ließen.

Der Ausbau zur Prachtstraße

Als König Max I. Joseph zwischen 1805 und 1810 eine nördliche Vorstadt konzipieren ließ, die ab 1812 nach ihm benannt wurde, baute man den damaligen Königsweg zur Haupt- und Prachtstraße aus. Bekannte Münchner Stadtplaner und Architekten wie Carl von Fischer, Friedrich Ludwig von Sckell und Leo von Klenze wurden mit dem Entwurf der Straße und ihrer Gebäude beauftragt. 1812 entstand der Luitpoldblock.

Das Café Luitpold

1888 ging’s dann richtig los in der Brienner Straße: Das Café Luitpold eröffnete in der Weltstadt München, zu vergleichen mit dem Wiener Café Central oder dem Café New York in Budapest. Schriftsteller, Maler und Denker trafen sich hier, unter anderem Stefan George und Erich Mühsam, der Anfang des 20. Jahrhunderts ins Gästebuch schrieb: „Das Leben ist eine Begleiterscheinung zum Kaffeehaus“. Der Zweite Weltkrieg beendete das mondäne Leben in der Brienner Straße, das Café Luitpold wurde teilweise Opfer der Bomben.

Die Brienner Straße heute

Erst in den Sechzigerjahren ging es mit dem Viertel rund um die Brienner Straße wieder bergauf. 1962 wurde das Café Luitpold wieder eröffnet – in einer damals nicht besonders spannenden Ecke der Innenstadt. Doch dann kamen Chanel, Cartier & Co. und es ging wieder nobel zu. Bis die Marken in die Maximilianstraße umzogen, die neue Heimat der Luxuslabel. Heute gibt es nicht nur eine eigene prächtige Weihnachtsbeleuchtung im Brienner Quartier, sondern auch jede Menge neuer Geschäfte. Von der Apotheke und dem Blumenladen bis zum Leica-Store, der LUMAS-Galerie und Nobelmarken wie Missoni im Luitpoldblock.

Shopping für die Münchner

Eine Einkaufsgegend für die Münchner. Das nötige Kleingeld braucht man natürlich gleichwohl. Doch wer hier einkauft, kennt sich aus – und weiß, was er will und bekommt: Qualität, Handwerk, Individuelles, Nachhaltiges. Nicht nur für Promis und Politiker, sondern auch für ganz normale Münchner, das ist den Inhabern der Geschäfte und Salons zwischen Odeonsplatz und Altstadtring wichtig. Und wer ein Stück Stadtgeschichte und gleichzeitig das heutige München erleben will, sollte einfach mal an einem sonnigen Tag hier spazieren gehen.


Text: Anette Göttlicher
Fotos: Anette Göttlicher, Creative Commons

Dezember 2017

 

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