Unsere München-Buchtipps für lange Winterabende

Lust auf Lesen? Fünf spannende Bücher, in denen München eine Rolle spielt

Auch wenn die Tage wieder länger werden - die Abende sind immer noch dunkel und kalt. Die perfekte Zeit, um es sich mit einem guten Buch auf der Couch gemütlich zu machen und die eigenen Stadt von einer anderen Seite kennen zu lernen. Fünf München-Krimis.

München von Robert Harris

München, Herbst 1938 - Hitler trifft sich mit Mussolini, Chamberlain und Daladier. Es geht um den Abschluss eines Abkommens, das Nazi-Deutschland die friedliche Aneignung des Sudetenlands gestattet hätte. So weit, so wahr. Interessant ist die Erzählung aus der Sichtweise eines fiktionalen britischen Teilnehmers, Hugh Legat, dem Privatsekretär von Chamberlain - und auf der anderen Seite des Deutschen Paul von Hartmann, der aber in Wahrheit dem Widerstand gegen Hitler angehört … Ist der drohende Krieg noch zu verhindern?
Ein spannender Politthriller über Verrat und Vertrauen, Bestechlichkeit und Illoyalität.

Robert Harris: München, Heyne, 22 Euro

Scherbennacht von Nicole Neubauer

Nicole Neubauer ist eine echte Münchnerin - sie lebt und arbeitet dort, wo ihre Krimis spielen, in „Wahnmoching“, auch Schwabing genannt. Ihre Bücher sind immer auch ein Spaziergang durchs Viertel. Und die Charaktere sind echte Münchner Originale - zum Beispiel Kriminalhauptkommissar Michael Waechter, bekennender Löwen-Fan, der es damit nicht immer leicht hat.

Ein Drogenfahnder ist das Opfer in „Scherbennacht“ - per Kopfschuss regelrecht hingerichtet wird er in seinem Auto auf dem Schrottplatz einer Firma gefunden. Ausgerechnet von einer Polizeiobermeisterin, die dort mit einem Kollegen verabredet war, was sie aber den Ermittlern verschweigt …

Nicole Neubauer: Blanvalet, 9,99 Euro

München-Blues von Max Bronski

Eher eine Kriminalkomödie als ein Thriller und besonders amüsant für alle, die im Schlachthofviertel wohnen oder es gut kennen.
München zur Wiesnzeit: Antiquitätenhändler Gossec findet einen Betrunkenen vor seinem Laden - kein geringerer als ein bayerischer Staatssekretär. Gossec kümmert sich um die „Bierleiche“, was zunächst gut ankommt, ihn aber schon bald in Schwierigkeiten bringt. Er wird in einen Mordfall verwickelt und kommt der Vetternwirtschaft von Politikern und Immobilienhaien auf die Schliche.

Max Bronski: München-Blues, Kunstmann Verlag, 16,90 Euro (gebundene Ausgabe)

Rotkreuzplatz da Vinci von Jakob M. Soldher

Ein Klassiker unter den München-Büchern und einer der ersten Stadtteilkrimis - alle Neuhausen-Fans werden es wegen seiner detailgetreuen Beschreibungen des Viertels lieben.

Wobei - ein klassischer Krimi ist „Rotkreuzplatz da Vinci“ nicht. Es fehlt der Kommissar in der Hauptrolle, obwohl einer vorkommt. Doch der eigentliche Protagonist ist ein konservativer Kunsthistoriker, dessen geordnetes Leben aus den Fugen gerät, als er eine geheimnisvolle Frau trifft, die er sich aber nicht anzusprechen traut. Im Folge seiner „Ermittlungen“, um sie zu finden, stößt er auf einen alten Kriminalfall und muss sich auch mit seiner eigenen Familie auseinandersetzen.

Jakob M. Soedher: Rotkreuzplatz da Vinci, Edition Hochfeld, 9,95 Euro

Ermordung des Glücks von Friedrich Ani

Der neueste Krimi von Friedrich Ani spielt im Münchner November. Ein 11-Jähriger wird erst vermisst gemeldet und einen Monat später tot aufgefunden. Der ehemalige Kommissar Jakob Franck muss den Eltern die schlimmste aller Nachrichten überbringen. Und stürzt sich verzweifelt in die Ermittlungsarbeit, um den Fall aufzuklären.

Ein unglaublich spannender, atemloser, aber auch sehr melancholischer Krimi.

Friedrich Ani: Die Ermordung des Glücks, Suhrkamp, 20 Euro


Text: Anette Göttlicher
Fotos: Anette Göttlicher, Randomhouse, Blanvalet, Kunstmann, Edition Hochfeld, Suhrkamp

Januar 2018

 

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