Das Hackenviertel früher und heute: Hier macht das Einkaufen immer Vergnügen

Zwischen Sendlinger Straße und Fußgängerzone gibt’s viel zu entdecken

Das Hackenviertel ist klein, hat aber um so mehr zu bieten – unter anderem eines der ältesten Gebäude Münchens direkt neben moderner Architektur, königlich bayerische Hoflieferanten und viele originelle Geschäfte zum Bummeln und Shoppen.

Tradition: Heinrich Heine und der Radspieler

In der Hackenstraße, nach der das Viertel benannt ist, befindet sich ein leuchtend gelbes altes Haus, das jeder Münchner kennt. Hier findet man den Radspieler, ehemals königlich bayerischer Hoflieferant und heute ein Einrichtungshaus mit zeitloser Stilsicherheit. Bevor Joseph Radspieler hier 1848 seine erste Vergolderwerkstatt einrichtete und selbst einzog, lebte Heinrich Heine während seines München-Aufenthalts 1827/28 in dem schönen Palais mit der frühklassizistischen Fassade.

Altes Bürgerhaus: Die Hundskugel

Es ist anzunehmen, dass Heinrich Heine auch das ein oder andere Bier in einer der ältesten Wirtschaften Münchens trank, als er in unserer Stadt lebte. Weit hatte er es nicht, denn die Hundskugel befindet sich direkt gegenüber in der Hotterstraße / Ecke Hackenstraße. Bis zu seinem Tod im Jahr 2005 gehörte das Haus samt Gasthof Rudolph Mooshammer, der es mit der Auflage, es einem sozialen Zweck zuzuführen, der Stadt München vererbte. Bis 2011 gab es das Lokal noch, dann schloss es für immer seine Türen. Heute befindet sich in dem alten Bürgerhaus, das 1484/85 erstmals urkundlich nachgewiesen wurde, eine Stiftung mit sozialem Treffpunkt.

Shopping: Design im Hackenviertel

Da man leider in der Hundskugel nicht mehr einkehren kann, ist Shopping das Kontrastprogramm der Wahl zur lebendigen Geschichte dieses Viertels. Was auffällt: Alle, die Design und Einrichtung lieben, kommen hier voll auf ihre Kosten. Nicht nur beim Radspieler, sondern auch gegenüber bei Lambert, ein Stückchen weiter Richtung Sendlinger Straße bei Home by ASA, im servus.heimat-Laden am Eingang zum Asamhof oder natürlich im Bottles & Glashaus in der Josephspitalstraße. Aber auch Dirndl-Couture, britische Badezimmer oder handgemachte Schuhe findet man in Laufnähe.

Die moderne Seite des alten Viertels - die Hofstatt

Glas, schwarz und weiß, Hochglanz und modernes Design: Die Hofstatt macht schon beim Durchschlendern Spaß und ist ein interessanter Kontrast zu den alten Häusern in der Hackenstraße. Hier findet man trendige und internationale Modelabel, Gastronomie und mehr.

Kleine Läden: Tee, Trollbeads und Kinderbücher

Viele Münchner verbinden den Asamhof seit ihrer Kindheit mit dem Duft von Tee: Alles rund um das Heißgetränk gibt es im „Teeladen“, Tee Gschwendner. Um die Ecke - im Bottles & Glashaus - findet man die Zauberperle, Münchens erstes Fachgeschäft für Trollbeads. Und wer gerne liest und seine Bücherliebe an Kinder weitergeben möchte, ist am Rande des Hackenviertels richtig, im Lesetraum in der Herzog-Wilhelm-Straße.


Text: Anette Göttlicher
Fotos: Anette Göttlicher

Januar 2018

Top