Historie zum Ersten Mai

Maibaum München

Schon Kelten und Römer feierten den Einzug des Frühlings mit traditionellen Festen. In Europa hat sich der 1. Mai erst Mitte des 20. Jh. als gesetzlicher Feiertag etabliert. Die Bräuche und Traditionen um den ersten Tag des "Wonnemonats" sind jedoch wesentlich älter und werden noch heute sorgsam gepflegt. Insbesondere drei Elemente dürfen in Bayern beim Feiern des 1. Mai nicht fehlen: der Maibaum, die Maiandacht und der Maitanz.

 

Maibaum

In nahezu allen Gemeinden des süddeutschen Raumes ist es Brauch, am 1. Mai bunt geschmückte Bäume aufzustellen – als Symbol der Fruchtbarkeit und des neuen Lebens. Jährlich wetteifern die einzelnen Gemeinden darum, wer von ihnen den größten und schönsten Maibaum besitzt. Das Aufstellen eines neuen Baumes ist jedes Mal ein Fest für die ganze Bevölkerung. Verknüpft ist es mit weiteren Bräuchen wie dem Tanz um den Baum, dem Maibaumkraxeln oder auch dem Maibaumstehlen durch eine benachbarte Gemeinde.

Maiandacht

Die ersten Andachten im Mai werden von den katholischen Pfarreien in Bayern besonders festlich begangen und sind in der Regel traditionell der Verehrung Marias gewidmet. In München wird der Mutter Gottes besonders im Liebfrauendom mit Festgottesdiensten und Kirchenmusik gedacht.

Maitanz

Früher wurde rund um den am 30. April (in der sogenannten Walpurgisnacht) oder am 1. Mai aufgestellten Maibaum getanzt. Auch heute noch ist der Tanz in den Mai fester Bestandteil der Festlichkeiten.

Mehr über den Maitanz

Freinacht

Die Nacht vom 30. April auf den 1. Mai wird auch als Freinacht bezeichnet. In dieser Nacht ziehen vielerorts Jugendliche durch die Straßen und stellen allerlei Streiche an. Beliebt ist vor allem das Einwickeln von Autos oder anderen Dingen mit Toilettenpapier, das Besprühen von Türklinken mit Rasierschaum oder das Verändern von Ortsschildern. Aber auch vor Vandalismus muss gewarnt werden.

Über die Ursprünge dieses Brauches gibt es unterschiedliche Vermutungen. Da es in Oberbayern nicht schicklich war, an Feiertagen, an denen ja nicht gearbeitet wurde, Arbeitsgeräte herumstehen zu lassen, wurden diese von der Dorfjugend in der Nacht „aufgeräumt“. Die jungen Leute hängten beispielsweise offene Tore aus und versteckten sie oder hievten umherstehende Heuwagen auf die Scheunendächer.

Ein weiterer Grund für diese Bräuche  in der Freinacht war der Einzug der Jugendlichen zum Militär. Früher war der erste Mai der Musterungstermin für den Wehrdienst. Die Nacht des 30. April war somit die letzte Gelegenheit für die jungen Männer zu ausgelassenen Streichen bevor in den Kasernen der Ernst des Lebens begann. Seien Sie also vorsichtig, wo Sie Ihr Auto abstellen, wenn Sie zum Tanz in den Mai gehen...

Tag der Arbeit
Der Maifeiertag geht ursprünglich zurück auf die blutige Niederschlagung eines Streiks im Mai 1886 in Chicago. Die Sozialistische Internationale rief 1889 in Erinnerung an dieses Ereignis den 1. Mai zum Kampftag der Arbeiterbewegung aus und organisierte in Folge Massenstreiks und Demonstrationen. Allerdings war während der Kaiserzeit in Deutschland an einen offiziellen Feiertag nicht zu denken.

Deshalb wurde der 1. Mai in Deutschland erst 1919 zum Feiertag - aber auch nur in diesem einen Jahr, da sich die Parteien auf eine weitere Durchführung nicht verständigen konnten. Ab 1933 nutzten die Nationalsozialisten den Tag der Arbeit alljährlich für ihre Propagandazwecke aus und ernannten ihn zum offiziellen Feiertag. Nach dem Krieg erlaubten die Alliierten 1946 der Arbeiterschaft (in beschränktem Rahmen) den 1. Mai zu begehen. 1949 wurde der 1. Mai dann endgültig ein gesetzlicher Feiertag in der Bundesrepublik und der DDR.