Ostern und Glaube

Tod und Auferstehung: Ostern

Es ist Dreh- und Angelpunkt, Anfang und Ende, Begründung und Widerspruch, ein einziges, unteilbares Geschehen, das aus zwei Elementen besteht: Ostern ist das wichtigste Fest der Christenheit. Hier feiert die Kirche ihre Begründung und ihren Begründer.

In der Erlösungstat von Tod und Auferstehung hat Gott sich den Menschen geoffenbart. Dies glaubend zu begreifen, ist seit 2000 Jahren eine Provokation für die Menschen. Ostern darf nicht als punktuelles, historisches Ereignis missverstanden werden. Der christliche Glaube besagt, dass die Offenbarung ein fortwährendes Geschehen bis zum heutigen Tag ist. Ostern ist kein Historienspektaktel, Ostern ist das zentrale Fest der Christen. Gott hat sich auf die Geschichte mit den Menschen eingelassen, mit allen Konsequenzen. Leiden und Tod inklusive. Am Ende aber steht der Auferstandene und die Auferstehung.

Ostern wird in der römisch-katholischen Kirche immer am ersten Sonntag nach dem Frühlingsvollmond gefeiert. Als Frühlingsbeginn gilt dabei immer der 21. März, wann jedoch das nächste mal Vollmond ist, variiert von Jahr zu Jahr. Ostern kann schon am 22. März sein, aber auch erst am 25. April. Seit dem 2. Jahrhundert wird um den Termin des Osterfestes gestritten, und bis heute wird das Osterfest in den verschiedenen Konfessionen an unterschiedlichen Tagen gefeiert.

 

Der Gründonnerstag
hat nichts mit der Farbe Grün zu tun. Der Name leitet sich ab vom mittelhochdeutschen "grinen", greinen, was soviel wie klagen bedeutet. Die ganze Karwoche dient dem Gedächtnis des Leides Christi, das mit seinem messianischen Einzug in Jerusalem beginnt. Traditionell wird zum Gottesdienst am Gründonnerstag noch mit Glockengeläut geladen und auch die Eröffnung wird noch feierlich mit Orgel gestaltet. Dann allerdings schweigen beide bis zum Gloria in der Osternacht. Der Volksmund sagt: „Die Glocken fliegen nach Rom.“ Der Volksmund sagt dazu aber auch, dass die Glocken dies tun, um in der Osternacht mit der Osterbotschaft zurückzukehren.

Der Karfreitag
Am Karfreitag erinnert sich die Kirche an das Sterben Jesu Christi. Die Bibel überliefert als Zeitpunkt „die neunte Stunde“ also nachmittags um drei Uhr. So kommt es, dass der Gottesdienst am Karfreitag in allen Pfarreien nahezu gleichzeitig um diese Zeit gefeiert wird. Seit jeher ist dafür nicht eine Eucharistiefeier, sondern eine Liturgie zum Gedächtnis unserer Erlösung vorgesehen. Sie besteht aus drei Elementen: Wortgottesdienst, Kreuzverehrung, Kommunionfeier. Die Orgel schweigt, die Gestaltung ist schlicht und dennoch feierlich, klar und groß.

Quelle: Erzbistum München