Zeitumstellung: Winterzeit

Es wird eine Stunde zurückgestellt

Am Sonntag, den 28. Oktober 2012 ist es wieder soweit: alle Uhren der Republik werden um 3:00 Uhr nachts wieder von der Sommerzeit auf die "normale" Winterzeit zurückgestellt auf 2:00 Uhr mitteleuropäischer Zeit (MEZ) - und alle in Deutschland können eine Stunde länger Schlafen. 

 
Sinn und Unsinn Sommerzeit

In Deutschland wurde die Sommerzeit 1980 wieder eingeführt, nachdem es bereits kurz nach dem Krieg einmal eine Sommerzeit - und sogar eine Hochsommerzeit - gegeben hatte. Von 1950 bis 1980 gab es die Sommerzeit-Umstellung bei uns nicht. Allerdings legte man in anderen europäischen Ländern viel Wert auf eine Trennung von Sommer- und Winterzeit und das war einer der Gründe für die Wiedereinführung - auch in München.

 

Zeitumstellung in München

Die Umstellung der Uhren geschieht durch ein Funksignal aus Frankfurt. Da es beim Signalempfang vereinzelt zu Störungen kommen kann, kontrollieren in München Mitarbeiter des Baureferats, ob alle öffentlichen Uhren die korrekte Uhrzeit anzeigen. Insgesamt werden 181 Anlagen, darunter 119 Kirchturmuhren, 3 Turmuhren, 15 Stadtuhren, 39 Schulturmuhren und 3 Altenheimuhren umgestellt und überprüft.

Auch die 1.500 Uhren der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) werden automatisch umgestellt. Etwa 100 Hauptuhren in den Betriebsräumen empfangen das Funksignal aus Frankfurt und geben es an das MVG-Netz weiter.

Die MVG-Nachtlinien verkehren in beiden 2-Uhr-Stunden wie gewohnt im Dreißigminutentakt. Die U-Bahnlinien bleiben wie üblich eine Stunde länger im Betrieb als unter der Woche, verkehren allerdings ausschließlich nach Sommerzeit.

 

Der andere stets angeführte Grund ist eine mögliche Energieersparnis durch das länger genutzte Tageslicht, was in München, die als nördlichste Stadt Italiens gehandelt wird, durchaus Sinn machen würde. Doch Spaß bei Seite, dieses Argument greift doch ein wenig kurz, auch wenn in einer einzige Stunde ein klein wenig Energie gespart werden kann. Denn gerade in den kälteren Monaten führt ein früheres Aufstehen zu verstärkter Nutzung der Heizung und das Umweltbundesamt ist sogar zu der Erkenntnis gekommen, dass dadurch am Ende mehr Energie verbraucht wird.

Über den Sinn und Unsinn der Sommerzeit streiten sich nun die Geister, bestimmt hätte das Münchner Urgestein Karl Valentin hier weise Argumente vorzubringen. In Frankreich beispielsweise sind immerhin über 70% der Bevölkerung für die Abschaffung der Zeitentrennung - was allerdings angesichts der EU-Richtlinien schwierig ist. Auch in Deutschland formiert sich Widerstand, denn neben der Fragwürdigkeit des Nutzens für die Energieersparnis entstehen für manche Menschen körperlich-seelische Probleme bei der Zeitumstellung.

Hin oder Her, ein positiver Effekt bleibt: Freizeitaktivitäten nach Feierabend wie Joggen, Schwimmen oder Biergarteln kann man Dank des "späteren" Sonnenuntergangs länger genießen - vor allem in München, wo doch die Biergartensaison noch immer die schönste ist und Isarwege und zahlreiche Parks zu ausgedehnten Spaziergängen einladen.

Hier nochmal die Zeitumstellungsregel:

Umstellung auf Sommerzeit
am letzten Sonntag im März
eine Stunde VOR
von 02:00 auf 03:00 Uhr
die Nacht ist eine Stunde kürzer

Zurückstellung auf Normalzeit

am letzten Sonntag im Oktober
eine Stunde ZURÜCK
von 03:00 auf 02:00 Uhr
die Nacht ist eine Stunde länger