Geschichte des Starkbiers

Maßkrüge

Für den Ursprung des Starkbiers gibt es verschiedene Quellen. Die gängigste Geschichte ist wohl die, dass das kräftige Bier während der Fastenzeit von Salvatormönchen gebraut wurde. Denn wenn schon gefastet werden muss, dann zumindest nicht an der flüssigen Nahrung. Andere Stimmen behaupten auch, dass es kein Fasten- sondern ein Festbier ist, das die Paulanermönche zu Ehren des Festtages des heiligen Franz von Paula (2. April) herstellen.

Die Paulanermönche, die aus Italien nach München kamen, brauten bereits 1629 ihr erstes Starkbier nach dem Rezept des Maibocks, nur noch stärker (Doppelbock). Dieses war aber noch nicht besonders gut. Das änderte sich 1770, als Barnabas Still den Posten des Braumeisters erhielt. Schon bald pilgerten die Münchner zum Bier trinken in das Kloster vor den Toren der Stadt, obwohl die Paulaner gar kein offizielles Braurecht besaßen. Bier durfte bis dahin nur an Personen ausgeschenkt werden, die zum Kloster gehörten. Erst der bayerische Kurfürst Karl Theodor lockerte 1780 die strengen Regeln zum Bierausschank, die von den findigen Mönchen eher locker gehandhabt wurden.

1751 erhielten die Paulanermönche als erste die Erlaubnis zu Ehren des Festtages ihres Namenspatrons ein malzreiches "Sankt-Vater-Bier" zu brauen, das im Volksmund schnell zum altbekannten "Salvator" umgetauft wurde. Der Salvator gilt somit als ältestes Starkbier in Bayern.

Damals wie heute ist das Starkbier ein wichtiger Bestandteil der bayerischen Trink- und Festkultur. Vor allem auch der Anstich auf dem Nockherberg gehört jedes Jahr zum Muss für den echten Münchner. Schon früh versuchten andere Brauereien den Erfolg zu nutzen und ebenfalls ein Starkbier zu brauen. Erst 1894 gelang es Paulaner den Namen "Salvator" schützen zu lassen. Seitdem heißen die Starkbiere anders, aber immer mit einem "-ator" am Ende.

"Das erste Glas Salvatorbier, welches überhaupt ausgeschenkt wird, trinkt der Bürgermeister von München, der nach alter Sitte zu Pferde sein muß. Bekanntlich wird zu einer gewissen Stunde mit dem Ausschenken aufgehört und Niemand bekömmt dann einen Tropfen. Allein die guten Münchner wissen sich zu helfen. Sie holen sich, ehe die Stunde schlägt, jeder mehrere Gläser in Vorrat und haben dann auch nach der festgesetzten Schlußstunde noch zu trinken."
Aus Dr. Theodor Grässes »Bierstudien«, 1872.